FIS sagt Wind beim Springen den Kampf an: ÖSV-Stars bewerten die neue Regel kritisch

Zusätzliche Noten für Auf- und Rückenwind geplant Samstag soll neues Reglement entschieden werden

FIS sagt Wind beim Springen den Kampf an: ÖSV-Stars bewerten die neue Regel kritisch © Bild: APA/EPA

Die ÖSV-Springer bewerten die neue Regel kritisch: Unterschiedlicher Aufwind oder Rückenwind, in der Vergangenheit oft Anlass für heftige Diskussionen, soll nach einer neuen Formel im Skispringen und in der Nordischen Kombination "ausgeschaltet" werden. Der FIS-Vorstand entscheidet heute, ob der neue Modus ab der Saison 2009/10 eingeführt wird. Ein weiteres Thema der FIS-Sitzung in Zürich sind der Europäische Skiverband und dessen kürzlich durchgeführte Hallen-EM im Slalom.

Die Ergebnislisten im Springen und in der Kombination sollen kommenden Winter zusätzliche Noten aufweisen - die Kompensationen für unterschiedliche Windverhältnisse und Anlauflängen. Für jede Schanze wurde ein eigener Faktor berechnet, der bei stärkerem Aufwind zu größeren Punkteabzügen bzw. bei Rückenwind zu Zuschlägen führt. Die Regeln wurden im Sommer-Grand-Prix getestet. Da hätte etwa Gregor Schlierenzauer bei seinem Sieg in Klingenthal nach bisherigem Reglement 6,9 Punkte Vorsprung gehabt, mit Inkludierung des Windeinflusses waren es nur noch 0,9 Punkte. Ein Windunterschied von 1 Meter/Sekunde bedeutete dort plus oder minus 9,36 Punkte.

Innauer skeptisch wegen Umsetzung
Das FIS-Sprunglaufkomitee befürwortet die Einführung der neuen Regeln gegenüber dem Vorstand vehement, der ÖSV hat als einziger Verband im Vorfeld dagegen gestimmt. Sportdirektor Toni Innauer wollte den Modus zunächst in der Kombination erprobt sehen. "Aus Sicht der Fairness ist es eine positive Sache. Fraglich ist, ob eine Umsetzung in die Praxis möglich ist", erklärte Innauer gegenüber der APA.

Auch Weltmeister Wolfgang Loitzl zweifelt, ob starke Windbewegungen auch wirklich im gleichen Ausmaß berücksichtigt werden können. Positiv sei jedoch die Möglichkeit der Änderung des Anlaufs nach Jurybeschluss, ohne dass der Durchgang wiederholt werden muss - da liegen die Österreicher voll auf FIS-Linie.

FIS-Direktor Walter Hofer hat die Idee in wenigen Monaten umgesetzt und versteht die Skepsis, auch was das Verständnis für die Zuschauer im Stadion oder vor dem TV-Gerät betrifft. "Es ist eine Annäherung, um den Sport fairer und sicherer zu machen", erklärte der Salzburger. Der kommende Winter gilt noch als "Testphase", damit Adaptierungen im Regelwerk weiterhin möglich sind. "Die zwei Formeln haben sich in der Realität als richtig erwiesen. Ich war selbst verblüfft, dass das aus der Theorie heraus möglich war", sagte Hofer, der allerdings zugab: "Die offene Frage ist, wie das beim Publikum ankommt."

(apa/red)