FIS-Ski-Weltcup von

Großes Thema Sicherheit

Über die Präparierung und Kurssetzung sollen Verletzungen reduziert werden

FIS-Ski-Weltcup - Großes Thema Sicherheit © Bild: GEPA/Bollwein

Mit altem Material, aber konkreten Vorstellungen im Bezug auf Pistenpräparierung und Setzung nimmt der alpine Skisport Kurs in Richtung eines sichereren Rennsports. Zum einen sind die Veranstalter und der Weltverband (FIS) gefordert, die für die Umsetzung der Vorgaben und den rennfertigen Zustand der Piste verantwortlich sind, zum anderen die Trainer, die beim Stecken der Riesentorlaufe und Super-G aktiv Tempokontrolle betreiben können. Skifahren bleibt aber ein Freiluftsport und der Wunsch nach der einheitlich präparierten Piste von Start bis ins Ziel auch von der Natur abhängig.

"Wichtig und wünschenswert ist eine einheitliche Präparierung. Das ist die große Vorgabe, die wir haben wollen. Eis und aggressiver Schnee im Wechselspiel ist natürlich das Gefährlichste", bringt es Herbert Mandl auf den Punkt. Der sportliche Leiter der österreichischen Skidamen hofft auf die Fortsetzung des eingeschlagen Weges im Damen-Rennsport. "Im Speedbereich wurden Vereisungen weitgehendst weggelassen. In den technischen Bewerben ist es so, dass die Balkenpräparierung prinzipiell Vorgabe ist. Aber wenn man eine gute Maschinenschneepiste hat, muss man nicht unbedingt mit Wasser präparieren." Fingerspitzengefühl ist also gefragt.

Bei den Herren darf die Piste gerne auch mal ein bisschen "knackiger" sein, aber auch hier sollte die Gleichmäßigkeit Trumpf sein. "Es ist nicht so tragisch, wenn es eisig ist. Aber wenn es richtig eisig ist, egal in welcher Disziplin, dann sollte es das von oben bis unten gleichmäßig sein", meinte Österreichs Herren-Chef Mathias Berthold. Das sei in der Vergangenheit nicht so gewesen, aber ein ganz wichtiger Punkt. "Das ist ein Riesenanliegen von den Athleten, das sie immer wieder nennen und an die FIS-Verantwortlichen weiterleiten. Ich hoffe und denke schon, dass dem Sorge getragen wird."

Unterschied zwischen Speed und Technik
In den technischen Disziplinen sieht Berthold dies "so weit gewährleistet", in Abfahrt und Super-G ist die Sachlage naturgemäß eine andere. "Da ist es natürlich schwer, denn eine Abfahrt ist extrem lang. Wenn du die von oben bis unten mit Wasser präparierst, hast du eine Woche Arbeit. Bei einem Höhenunterschied von über 1.000 Metern hast du auch unterschiedliche Temperaturen. Es ist relativ schwer, das hinzubekommen, aber es geht, wenn man will." Regeln oder Normen aufstellen mache aber keinen Sinn, meinte er. "Man kann nicht sagen, das muss gewährleistet sein, denn du bist so abhängig von der Natur, vom Wetter und anderen Einflüssen, auf die du keinen Einfluss haben kannst."

Ist die Piste präpariert, kommen die Kurssetzer zum Zug. Mit Ausnahme der Abfahrt, die von der FIS gesteckt wird, dürfen nach Losverfahren die Trainer der verschiedenen Nationen ran. Ihre Aufgabe ist es, der Disziplin, dem Gelände und der Pistenpräparierung entsprechend einen Kurs zu setzen, der zugleich ansprechend und herausfordernd ist. Und vor allem mit dem jeweiligen Material bewältigbar.

Tempokontrolle soll weitergehen
"Wir hatten im letzten Jahr ein bisschen mehr Tempokontrolle, ich hoffe, dass sich der Trend fortsetzt. Gerade im Super-G ist Tempobolzerei nicht nötig, sondern wichtig, dass man von den Torabständen die Radien wählt, dass sie auch zum Ski passen. Das Tempo war auch recht adäquat in den Abfahrten, da hatten wir nichts Übertriebenes gehabt. Im Riesentorlauf ist das ein bisschen eine Geschmacksache, es sollte aber zum Material passen", sagte Mandl. Siegfried Voglreiter, Rennchef bei der Skifirma Fischer, geht noch einen Schritt weiter. "Die FIS soll professionelle Kurssetzer engagieren und ein klares Regulativ erstellen, das Ausuferungen nicht mehr möglich macht."

In Sölden meinte es das Wetter heuer gut, die Piste für den Weltcupauftakt am Wochenende mit Riesentorlauf für Damen (Samstag) und Herren (Sonntag) ist laut Rennleiter Rainer Gstrein in "hervorragendem Zustand". 60 bis 80 Zentimeter Naturschnee fielen, dazu wurde Maschinenschnee produziert. Beim Verschieben des Schnees regnete es. "Das Nass wurde uns von der Natur geschickt, das ergab eine perfekte, gleichmäßige Grundpräparierung. Am (heutigen, Anm.) Montag und eventuell noch Dienstag wird die gute Piste noch mal mit dem Balken verhärtet. Von oben bis unten, vom ersten bis zum letzten Schwung gleichmäßig, das kann ich garantieren", merkte Gstrein an. "Das wird die beste Rennpiste, die Sölden je gehabt hat." Am Mittwoch soll eine Kaltfront durchziehen, der Neuschnee wird rausgeschoben.