Finnland macht Jagd auf die Drei Kronen:
Im großen WM-Finale lauern die Schweden

Granlunds Traumtor begeistert die Eishockey-Welt Schweden liebäugeln mit neuntem Weltmeister-Titel

Finnland macht Jagd auf die Drei Kronen:
Im großen WM-Finale lauern die Schweden © Bild: Reuters/Cerny

Finnlands 3:0-Halbfinalsieg gegen den Eishockey-Rekordweltmeister Russland, der erste Zu-Null-Erfolg bei dieser WM, die achte Endspielteilnahme - alles wurde am Freitagabend überstrahlt von Mikael Granlunds Geniestreich, der den Finnen den Weg ins Finale gegen Schweden ebnete. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll", stammelte Coach Jukka Jalonen. "In so einem Spiel so ein Tor zu schießen..."

Dabei soll die Krönung erst heute (20.30 Uhr) folgen, wenn die Suomi im skandinavischen Duell nach ihrem zweiten WM-Gold greifen. Zum vierten Mal heißt die letzte Hürde Schweden, nur 1995 konnten sich die Finnen gegen die "Tre Kronor" durchsetzen - damals aber ausgerechnet im Finale in Stockholm. "Das wird ein tolles Spiel werden", versprach WM-Toptorjäger Jarkko Immonen. Werbung für Eishockey betrieben beide Teams zur idealen Zeit, 2012 und 2013 sind Finnland und Schweden Co-Gastgeber der WM.

Ähnlich souverän wie Finnland hatte sich auch Schweden gegen den Favoriten und Vorjahreschampion Tschechien durchgesetzt. Beim 5:2 entzauberte die Truppe von Coach Pär Marts Tschechiens Puck-Künstler um den erstmals blass gebliebenen Altstar Jaromir Jagr und ist nur noch einen Sieg vom neunten WM-Gold entfernt. "Wir freuen uns auf Sonntag", meinte Magnus Pääjärvi. "Wir haben immer gesagt, wir wollen Gold", erinnerte David Petrasek. "Dafür wurden wir belächelt. Ich hoffe, spätestens jetzt werden wir ernst genommen."

Granlunds Trick-Shot begeistert alle
Gespannt sein darf man, ob Schwedens Konter-Taktik auch gegen die Finnen funktioniert. Zumal diese einen Jungen in ihren Reihen haben, der bereits alle verzauberte. Dem 19-jährigen Granlund gelang gegen die Russen das Tor des Jahres, als er im zweiten Drittel den Puck in voller Geschwindigkeit hinter dem Tor in die Höhe lupfte und elegant am perplexen Goalie vorbei ins Netz katapultierte.

"Ein unglaublicher Spieler", schwärmte Coach Jalonen von dem Youngster, der bald in der NHL in Minnesota zum Einsatz kommen dürfte, "man weiß nie, was er als nächstes tut. Er kann mit dem Puck alles machen." Der russische NHL-Stürmer Alexander Owetschkin zog ebenfalls verbal seinen Hut vor dem Streich: "Das zählt zum Besten, das ich je in meiner Karriere gesehen habe."

Youtube-Link: Mikael Granlunds Wundertor!

(apa/red)