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Finnischer Präsident
vermisst "europäischen Geist"

Niinistö sieht in Russland keine Bedrohung

Der finnische Präsident Sauli Niinistö sorgt sich um den Zustand der Europäischen Union. "Wir machen uns alle Sorgen um die Europäische Union und ihre Entwicklung", sagte Niinistö der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag). Er fügte hinzu: "Ich glaube nicht an neue Strukturen oder Gesetzgebung, solange der europäische Geist nicht mehr da ist."

Als sein Land der EU beigetreten sei, habe es dieses Gefühl gegeben: "Wir sind Europäer. Wir haben die gleichen Ziele, können kleine Uneinigkeiten überwinden." Heute "kann ich davon nichts mehr spüren". Finnland ist wie Österreich seit 1995 Mitglied der Union.

Den Nachbarn Russland, mit dem Finnland eine rund 1.300 Kilometer lange Grenze teilt, sieht Niinistö nicht als Bedrohung an. "Ich glaube nicht, dass Russland Staaten im Baltikum attackieren wird, und sie haben auch keinen Grund, Finnland anzugreifen", sagte der Präsident. Über den russischen Präsidenten Wladimir Putin äußerte sich Niinistö positiv. "Ich komme gut mit ihm aus, wir können sehr offen miteinander reden. Selbst über sehr sensible Themen."

Das transatlantische Verhältnis befindet sich nach Einschätzung von Niinistö hingegen in der schwierigsten Phase seit dem Zweiten Weltkrieg. US-Präsident Donald Trump versuche, "an alles einen Preis zu kleben". "Aber der Wert der transatlantischen Beziehungen lässt sich nicht in Dollar erfassen."

In der finnischen Hauptstadt Helsinki trafen sich Trump und Putin am 16. Juli. Am Rande des Gipfeltreffens kamen sie auch mit Niinistö zusammen.

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