Finanzressort als Koalitions-Knackpunkt? Molterer verlangt Minister aus Reihen der VP

Klubchef macht SP auch Sozialministerium streitig Gusenbauer will Übereinstimmung bei Finanzressort

Die Frage, wer künftig den Finanzminister stellt, könnte zum Knackpunkt in den wieder aufgenommenen Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP werden. "Vielleicht soll man mit Traditionen brechen und nachdenken, ob es wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, dass der Finanzminister der Partei angehört, die den Kanzler stellt", erklärte ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer in einem Interview.

Überlegt werden sollte auch, so Molterer in der Tageszeitung "Kurier" weiter, ob "der Sozialminister eine Erbpacht des ÖGB ist. Es könnte ein sehr innovativer Schritt sein, das anders zu machen. Und die SPÖ wird sich die Frage stellen, ob es klug war, 1999/2000 die Koalition an der Frage des Finanzministers scheitern zu lassen."

SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer betonte in einem Interview mit dem "Kurier" neuerlich, "die Funktion des Finanzministers ist eine zentrale. Über die Person muss es also eine Übereinstimmung zwischen den Koalitionspartnern geben." Auf die Frage, ob er sich einen Finanzminister Karl-Heinz Grasser in seiner Regierung vorstellen könnte, sagte Gusenbauer, "es ist bis jetzt noch niemand aus der ÖVP mit diesem Wunsch an mich herangetreten".

(apa/red)