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Verliert Österreich sein Triple-A?

Ratingagentur S&P senkt Ausblick für alle Euroländer mit Bestnote

Finanzkrise - Verliert Österreich sein Triple-A? © Bild: Reuters

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick für 15 Eurostaaten, darunter Österreich auf negativ gesetzt. Die Agentur gibt sich nun maximal 90 Tage Zeit, um über eine Herabstufung dieser Länder, darunter die sechs Euro-Staaten mit der Bestnote AAA, zu entscheiden. Basis für die Neubewertung sollen vor allem die Entscheidungen von dem EU-Gipfeltreffen Ende der Woche sein.

Triple-A-Länder der Eurozone sind neben Österreich noch Deutschland, Frankreich, Niederlande, Finnland und Luxemburg. Die Ratingagentur begründet ihren Schritt sehr stark mit Mängeln im politischen Management der Eurozone. Laut "Financial Times" hat S&P angekündigt, die Bewertung "so rasch wie möglich nach dem Gipfel" abzuschließen. Nach Angaben der britischen Zeitung steht die Chance auf ein Downgrade damit bei 50 Prozent.

Schuldenbremse wäre wichtig gewesen
"Wir sind der Meinung, dass der Mangel an Fortschritten, den die europäischen Politiker bisher dabei gemacht haben, eine Ausbreitung der Krise zu verhindern, strukturelle Schwächen im Entscheidungsprozess der Eurozone und der Europäischen Union widerspiegeln könnten", zitiert die Zeitung die Ratingagentur. Für Österreich hält sie spezifisch fest, das die im Verfassungsrang verankerte Schuldenbremse als glaubwürdiger Konsolidierungsschritt wichtig gewesen wäre. S&P wird nach dem Gipfel noch im Dezember zu einer Überprüfung der Zahlen in Österreich erwartet.

Ein Verlust der Topnote für die sechs kreditwürdigsten Länder der Eurozone hätte auch Folgen für den Euro-Rettungsfond EFSF, der wie seine garantiegebenden Länder ebenfalls mit der Bestnote bewertet ist.

Regierung will Schuldenquote abbauen
In Österreich haben Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger in einer gemeinsamen Aussendung auf die Ankündigung von Standard & Poor's reagiert: "Die Mitteilung der US-Ratingagentur Standard & Poor's wurde der österreichischen Bundesregierung zur Kenntnis gebracht. Österreich und die Mitgliedstaaten der Eurozone haben bereits Maßnahmen gesetzt, um die Haushaltsdefizite und Schuldenstände nachhaltig zu senken. Die österreichische Bundesregierung handelt entschlossen und wird sowohl auf europäischer Ebene wie auch in Österreich selbst die entsprechenden Maßnahmen vorbereiten und umsetzen. Ziel der Bundesregierung ist es, die Staatsschuldenquote konsequent abzubauen", heißt es darin.

"Externe Faktoren"
Das österreichische Finanzministerium verweist auf "externe Faktoren, die nicht von Österreich beeinflussbar sind", die dazu geführt hätten, dass die US-Ratingagentur Standard & Poor's Österreich gemeinsam mit den anderen Euro-Ländern unter Beobachtung stellt. Nun sei es "umso wichtiger, dass der Gipfel am Freitag konkrete Fortschritte bringt", sagte Ministeriumssprecher Harald Waiglein am Montagabend auf Anfrage der APA.

Kommentare

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Mit ziemlicher Sicherheit werden wir Triple A verlieren, danke Opposition! Ich bin kein Fan dieser Regierung - ja, und ich weiß diese Typen bzw. ihre Parteien tragen die Verantwortung für den Schuldenberg auf dem wir sitzen. Und genauso könnte meine Meinung über amerikanische Ratingagenturen nicht schlechter sein, als sie ist. Aber es ist nun mal so, dass die Bewertung von denen maßgeblich über unsere weitere Zukunft entscheidet. Und daher ist in UNSEREM Interesse alles zu unternehmen um die zufriedenzustellen. Dass der Opposition ihr eigenes Machtgehabe wichtiger ist als die Zukunft Österreichs wird uns sehr teuer zu stehen kommen!!! Den Gedanken eine Oppositionspartei zu wählen habe ich damit wieder verworfen.

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Re: Mit ziemlicher Sicherheit werden wir Triple A verlieren, danke Opposition! Mir ist die Politik langsam "wurscht": Aber diese Herrschaften bestimmen halt unser Leben, weshalb man sich zwangsweise mit Ihnen beschäftigen muss. Sie meinen wirklich, dass die Opposition schuld sei, wenn die Schuldenbremse (ist eh nur ein Schlagwort, weil sparen kann man - wenn man will - auch ohne das Schlagwort) nicht kommt? Die Regierung "spielt" auf hart, verhandelt nichteinmal mit der Opposition und verlangt von dieser, dass Sie sich bedingungslos ihrem Diktat unterwirft, damit sie später, wenn doch was schief geht sagen kann, "ihr habt ja mitgestimmt"! Und dass der Regierung die Verfassung "wurscht" ist, hat sie im Vorjahr mit der verspäteten Vorlage des Budgets bewiesen, wo sie den in der Vfg festgesetzten Termin total ignoriert hat. Was soll also das "in die Verfassung schreiben"?

Mit der REgierung geht unser Land zu Grunde, und die Opposition sind auch ... verräterische Hunde!

Hauptsache politisches Kleingelt - Blau, Grün und orange sind die letzten!

wohl klar dass die us rating agenturen die usa nicht herabsetzen obwohl diese es schon längst verdient hätten, würden sie mit gleichem mass messen, die herabsetzung von aaa auf aa der us war bloss eine alibihandlung.
die usa und deren verbündete in sachen geld wollen doch bloss den euro stutzen und die euroländer in eine krise stürzen um ihre eigene währung und deren weltstatus halten. ein abgekartetes spiel und die europäer spielen mit. aja die grosse krise mit der alles begann hatte doch ihren ursprung in den usa und hat die weltwirtschaft zum kollabieren gebracht und jetzt tuns so als wären sie die musterschüler

Nicht zuhören Einfach nicht zuhören was diese sogenannten Agenturen sagen. Die Amerikaner werden überhaupt nicht angegriffen , obwohl diese ein sehr sehr mieses System haben

Naja,... ..so ist\'s halt mit Trotteln, die nicht vorausdenken, sondern in gebetsartiger Haltung vor dem Altar des freien Marktes knien. Seit Beginn maschiert die EU in Richtung Großkonzerne und Großbanken und ist im Grunde ein Konstrukt der Hochfinanz, anstatt eine demokratische Union der Bürger und für die Bürger zu sein. Die Märkte und Rating-Agenturen geben den Takt an und unsere Kasperln hoppeln hinterher. Keine Finanztransaktionssteuer, kein Verbot für Derivate ( 90% des Kapitalverkehrs haben nichts mit der Realwirtschaft zu tun) und, und, und. Europa KRIECHT!

Würden die Rating-Agenturen es wagen so mit den USA umzuspringen, fiele wohl die erste Atombombe im eigenen Land, denn 1% mehr Zinsen bei einer jährlichen Neuverschuldung von 1,4Bio.Dollar wären der sofortige Bankrott.Keiner traut sich.

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