Finanzkrise setzt dem Sparefroh sehr zu:
Privates Vermögen wächst nur zögerlich

Nur spärlicher Zuwachs von 2,4 Milliarden Euro Vor allem Verlust bei Wertpapieren zu verzeichnen

Finanzkrise setzt dem Sparefroh sehr zu:
Privates Vermögen wächst nur zögerlich

Auch der Sparefroh leidet unter der Finanzkrise. Gehörten wir bisher immer zu den fleißigen Spareren, so geht den privaten Haushalten nun das Geld aus. Der Zuwachs ihres Vermögens erreicht nur mehr spärliche 2,4 Milliarden Euro - ein Bruchteil des Zuwachses in den vergangenen Jahren.

Die österreichischen privaten Haushalte konnten wegen der anhaltenden Finanzkrise im Vorjahr deutlich weniger neues Vermögen aufbauen als in den Jahren zuvor. Bis Ende September 2008 erhöhte sich das Finanzvermögen gegenüber Ende 2007 nur mehr um 2,4 Mrd. Euro. In den ersten drei Quartalen 2007 hatte sich der Zuwachs vergleichsweise noch auf fast 15 Mrd. Euro belaufen.

Verlust durch Wertpapiere
Schuld an diesem drastischen Rückgang sind vor allem Verluste durch Wertpapiere. Der Verlust der Wall-Street betrifft auch Privatamleger. Den Ersparnissen der privaten Haushalte in den ersten neun Monaten 2008 in Höhe von 14,8 Mrd. Euro standen Kursverluste bei direkt gehaltenen Wertpapieren in Höhe von 12,7 Mrd. Euro gegenüber. Zusätzlich verringerte sich der Wert der über Lebensversicherungen und Pensionskassenansprüche indirekt gehaltenen Wertpapiere um 1,4 Mrd. Euro. In Summe stieg das Geldvermögen der österreichischen privaten Haushalte somit per Ende September 2008 auf 418,5 Mrd. Euro, nach 416,1 Mrd. Euro per Jahresende 2007.

Der größte Teil des ersparten Geldes von 14,8 Mrd. Euro entfiel mit 9,8 Mrd. Euro auf Bankeinlagen, ein weitere großer Teil mit 4,2 Mrd. Euro auf festverzinsliche Wertpapiere. Dagegen wurden etwa aus Investmentfonds 2,4 Mrd. Euro abgezogen.

Über zwei Milliarden in Wertpapieren
Netto haben die Österreicher im genannten Zeitraum in Summe 2,1 Mrd. Euro an Wertpapieren (Anleihen, Aktien und Investmentfonds) erworben. Um 4,2 Mrd. Euro wurden Anleihen - vorallem Bankanleihen - gekauft, um 0,3 Mrd. Euro Aktien. Bei den Investmentfonds kam es zu Nettoverkäufen von 2,4 Mrd. Euro. Von Jahresbeginn bis Ende September fiel der Marktwert der von privaten Haushalten gehaltenen Wertpapiere um 12,7 Mrd. Euro oder 13 Prozent auf 85,4 Mrd. Euro.

In Lebensversicherungen und Pensionskassen flossen 1,5 bzw. 0,2 Mrd. Euro. Gleichzeitig kam es jedoch zu Wertverlusten von 1,4 Mrd. Euro. Der Wert der gesamten Ansprüche beträgt 76 Mrd. Euro.

Von der gesamten Verschuldung der österreichischen Kreditnehmer in Höhe von 146,7 Mrd. Euro entfielen per Ende September 124,9 Mrd. Euro auf inländische Banken. 63 Prozent bestanden aus Wohnbaukrediten. Drei Viertel der Verschuldung sind in Euro, die restlichen 25 Prozent sind vorwiegend Kreditfinanzierungen in Schweizer Franken.
(apa/red)