Finanzkrise in Spanien von

Kritik an 100-Milliarden-Hilfe

Opposition spricht von "schlechten Nachrichten" - Bürger sollen nicht unter Kosten leiden

Finanzkrise in Spanien - Kritik an 100-Milliarden-Hilfe © Bild: APA/EPA/KIKO HUESCA

100 Milliarden Euro wird Spanien als Finanzspritze von der EU erhalten, doch die spanische Opposition kritisiert die Hilfe scharf. Die Regierung hätte nicht unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen sollen. Nachdem Ministerpräsident Mariano Rajoy den Parteichef der Sozialisten (PSOE), Alfredo Pérez Rubalcaba, über das Ergebnis der Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister informiert hatte, sprach der Oppositionsführer von einer "schlechten Nachricht" für Spanien, berichtete die Zeitung "El Mundo" am Samstag in ihrer Onlineausgabe.

Die PSOE fordert nun das Erscheinen Rajoys vor dem Parlament, um seine "einsame Entscheidung" und die Bedingungen, die Europa für die Rettung der spanischen Banken gestellt habe, zu erläutern. Zugleich beschloss die Führung der Sozialisten, dass das Wirtschaftsteam der Partei ab Sonntag zu Beratungen über die neue Situation zusammenkommen wird. Neben Rubalcaba werden weitere hochrangige Politiker an dem Treffen teilnehmen.

Opposition: Bürgen sollen nicht unter Kosten leiden
Der PSOE-Chef betonte in einem Kommunique, die Kosten der Bankenrettung dürften nicht auf Kosten der Bürger gehen, die wegen der Krise bereits hart zur Kasse gebeten würden. Zudem müssten alle öffentlichen Mittel, die den Banken zur Verfügung gestellt werden, wieder in die Staatskassen zurückfließen. Die PSOE-Abgeordnete und Ex-Verteidigungsministerin Carme Chacón forderte über Twitter die Bildung einer "Wahrheitskommission" zum Thema Bankenrettung.

Auch der Wirtschaftssprecher der Vereinten Linken (IU), José Antonio García Rubio, verlangte, dass Rajoy vor den Abgeordneten in Sachen Rettungsschirm und Banken Rede und Antwort stehen müsse. Zugleich machte er die regierende Volkspartei (PP) ebenso wie die im November des Vorjahres abgewählten Sozialisten für die Krise des Finanzsystems verantwortlich.

Seitens der Gewerkschaften CCOO und UGT hieß es, das Ersuchen Spaniens, unter den Euro-Rettungsschirm zu schlüpfen, sei keine freiwillige Initiative von Regierungschef Rajoy gewesen sondern auf Druck der europäischen Entscheidungsträger erfolgt. Dass das spanische Bankensystem auf diese Weise gerettet werden müsse, zeige aber die "Unfähigkeit" der Regierenden in Spanien, wirkliche Reformen auf dem Finanzsektor anzustoßen. Zudem fehle eine abgestimmte und ambitionierte Strategie, um einen Ausweg aus der Krise zu finden.

G-7 begrüßen Rettung der Banken
Die Gruppe der sieben führenden Industrieländer (G-7) hat den Plan der europäischen Staaten begrüßt, die notleidenden spanischen Banken zu unterstützen. Dies sei ein wichtiger Schritt zu einer größeren Finanzintegration in Europa, erklärten die G-7 am Samstag. Die spanische Opposition übte hingegen Kritik an der Entscheidung der Regierung in Madrid.

Deutschen bleiben skeptisch
Zwei Drittel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge strikt dagegen, die notleidenden spanischen Banken mit deutschem Geld zu unterstützen. Wie eine Umfrage für die "Bild"-Zeitung ergab, lehnen 66 Prozent der Befragten finanzielle Hilfe für die spanischen Geldinstitute ab. Nur 31 Prozent sprachen sich für eine Bankenrettung mit deutscher Beteiligung aus.

Kommentare

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100 Milliarden Mir wird schlecht wenn ich sowas lesen muss. Ich frag mich ehrlich gesagt warum bei der Abstimmung die Antwort "Ja" in Führung liegt denn ich kenne eigentlich kaum jemand der dies befürwortet? Vielleicht finden sich ja Befürworter und können mir ihre sichtweise erklären bitte!

vardka013@hotmail.com melden

Re: 100 Milliarden das liegt vermutlich ein deiner selektiven informationsbeschaffung... du redest nur mit leute, die deiner meinung sind und liest medien, die deine meinung wiederspiegeln...geh vlt mal auf eine wirtschaftsuniversität, in ein wirtschaftsforum und rede mit den leuten dort...und schau genau in deinem freundeskreis

ich kann dir so viele aspekte und argumente aufweisen, warum es notwenig, sinnvoll, gerecht und vernünftig ist das Geld nach Spanien zu schicken, nur geht sich das mit 800 nicht aus...

deshalb überlasse ich es dir ein argument (zb wirtschaftlich, sozial, solitatrität,...) vorzubringen und wenn du willst, können wir das dann gerne ausdiskutieren...und teile mir dann auch bitte deinen bildungsstand in diesen gebiet mit, damit ich weiß auf welche niveau ich argumentieren kann

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Re: 100 Milliarden Erstmal: Ich weiß nicht ob wir uns kennen aber ich bin mit Ihnen zumindest nicht per "du".
Weiters weiß ich nicht wie Sie sich Ihre Informationen beschaffen, und urteile auch nicht darüber im Gegensatz zu Ihnen. Naja wenn 800 Zeichen nicht reichen dann lassen Sie es bitte bitte sein.
An einer Diskussion mit Ihnen bin ich nicht interessiert aus dem einfachen Grund da Sie auf mich herablassend wirken. Danke jedenfalls für die Antwort, schönen Abend noch.

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Nein Danke! Spenien ist selber Schuld an der Krise. Also soll Spanien auch selber da rauskommen!

Was jetzt wieder passiert ist klar - erst Spanien, dann Protugal ... dann ist die EU fast bankrott - und dann kommt Italien! Dann ist es aus!

Übrig bleiben dann die Kernländer Östereich, BRD, Benelux und Frankreich sowie Skandinavien - vielleicht mit England.
Das ist die Kern EU - und das sollte sie wieder werden. EURO ja, in den Kernländern, diese sollten dann auch vielleicht mehr und mehr zusammenwachsen!

Aber der Rest? Armenhaus Europa!

Der Zahlungsausgleich zwischen reich und arm bringt reich um und erreicht arm nicht wirklich wegen der Korruption!

Also: Spanien soll ruhig bekommen was den Spaniern hilft, aber die Banken - nein Danke!

Die Banken sind wohl schuld an unserer Misere!

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Re: Nein Danke! Besser hätt ich es auch nicht ausdrücken können, sie treffen den Nagel auf den Kopf würd ich behaupten!

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