Finanzkrise setzt auch den Preistreibern zu:
Ölpreis sinkt auf sein bisheriges Jahrestief

Verbraucher können sich über Auswirkung freuen Märkte rechnen in Zukunft mit sinkender Nachfrage

Finanzkrise setzt auch den Preistreibern zu:
Ölpreis sinkt auf sein bisheriges Jahrestief © Bild: APA/EPA

Die weltweite Finanzmarktkrise hat für Verbraucher auch ihre guten Seiten. Der Ölpreis sinkt rapide und damit sacken langsam auch die Benzin- und Heizölpreise wieder ab. Öl hat auf Jahressicht einen Tiefstand erreicht, ein Barrel kostete 82,59 Dollar (60,36 Euro). Günstiger war Öl nur im Oktober 2007. In Deutschland sank der Heizölpreis auf den niedrigsten Stand seit April.

Ursache der Turbulenzen an den Energiemärkten ist die weltweite Finanzmarktkrise. Bei den Händlern machen sich Erwartungen breit, dass es deshalb zu einem weltweiten Wirtschaftsabschwung kommt - und damit auch zu einer sinkenden Öl-Nachfrage. Außerdem hätten sich viele Finanzanleger und Banken aus dem Ölmarkt abgemeldet, sagte der für das Tankstellengeschäft verantwortliche Shell-Vorstand Rob Routs in Hamburg.

Noch nicht Talsohle erreicht
Der Preisverfall könnte sich noch fortsetzen: Die Internationale Energieagentur (IEA) senkte die Verbrauchsprognose für dieses Jahr um 240.000 Barrel pro Tag. Im kommenden Jahr werde die Nachfrage gar um 440.000 Barrel täglich unter dem bisher vorhergesagten Niveau liegen.

Laut der neuen Studie wird die Nachfrage in diesem Jahr nur noch um 0,5 Prozent wachsen, im kommenden Jahr werde der Anstieg 0,8 Prozent betragen, erklärte die IEA. Sie warnte aber davor, dass eine Kreditklemme das Erschließen neuer Vorkommen verhindern könne.

Shell-Vorstand Routs riet dennoch davon ab, auf langfristig fallende Ölpreise zu hoffen. "Der Markt hat sich vom Käufer- zum Verkäufermarkt gewandelt", sagte er. Viele Förderländer seien auf einen hohen Ölpreis angewiesen, um ihre Staatshaushalte finanzieren zu können, sagte er.
(apa/red)