Finanzkrise trifft auch Firmenpensionen:
9.000 Betroffene erhalten bis zu 7% weniger

"Pensionskassen mit Ergebnis nicht überglügklich" Zahl der Anwärter stieg von 10.000 auf 481.000

Die weltweiten Turbulenzen auf den Finanzmärkten haben 2007 auch bei den heimischen Pensionskassen deutliche Spuren hinterlassen. Die durchschnittliche Performance der 13 betrieblichen und 6 überbetrieblichen Pensionskassen brach nach vorläufigen Zahlen auf 2 Prozent ein. Im Jahr davor waren es noch 5,5 Prozent, im langjährigen Durchschnitt sind es 6,8 Prozent. Rund 9.000 Pensionisten müssen 2008 mit Kürzungen ihrer Firmenpensionen im Ausmaß von rund 3 Prozent rechnen, bei 800 Sonderfällen werden es sogar bis zu 7 Prozent sein. Vier Fünftel der Pensionisten werden gleich viel oder mehr bekommen.

"Die Pensionskassen sind mit dem Ergebnis nicht überglücklich", so der Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, Christian Böhm, heute, Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien. 2007 sei ein schwieriges Jahr gewesen, im internationalen Vergleich sei das Ergebnis aber "kein schlechtes". So dürfte in der Schweiz das Ergebnis nur bei 1 Prozent liegen und in Irland dürften die dortigen Pensionskassen sogar ein Minus von 2,5 Prozent erwirtschaftet haben. Auch im Vergleich mit dem Leitindex ATX der Wiener Börse und der zehnjährigen Bundesanleihen, die 2007 1,11 Prozent bzw. 1,8 Prozent rentierten, performten die Pensionskassen besser.

Indirekte Betroffenheit schlecht genug
Die Pensionskassen seien zwar nicht unmittelbar in jenen Produkten investiert, die von der US-Subprime-Krise betroffen sind, es sei jedoch zu indirekten Effekten gekommen. Zu 60 Prozent veranlagen die Pensionskassen in Anleihen und Cash, zu 40 Prozent in Aktien und Immobilien. "Wir sind langfristige Investoren, wir dürfen uns von kurzfristigen Entwicklungen nicht nervös machen lassen", so Böhm.

Im Vorjahr haben die Pensionskassen in Summe 390 Mio. Euro an Pensionsgeldern ausbezahlt. Die durchschnittliche Firmenpension hat 480 Euro betragen. Die Kapitalerträge machten 250 Mio. Euro aus - seit Gründung der Kassen im Jahr 1991 sind es 4,5 Mrd. Euro, betonte Böhm. Das verwaltete Vermögen stieg von 12,5 auf 13,1 Mrd. Euro. Weltweit betrage das Pensionskassenkapital 13.000 Mrd. Euro, so Böhm.

Massiver Anstieg der Anwartschaftsberechtigten
Laut Fachverbands-Geschäftsführer Fritz Janda ist die Zahl der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten 2007 um 14.000 bzw. 2,7 Prozent auf 539.000 gestiegen. Damit könne sich jeder sechste Erwerbstätige Österreicher über eine Firmenpension freuen. Allein die Zahl der Anwartschaftsberechtigten stieg um 10.000 auf 481.000. Berücksichtige man noch die abgefertigten und verstorbenen Pensionisten, betrage der Zuwachs 25.000. 410.000 würden Eigenbeiträge leisten, die Verträge mit Arbeitgebern sei um 350 auf 12.300 gestiegen, 700 Mio. Euro seien an Beiträgen zugeflossen. (apa/red)