Finanzielle Mittel fehlen: ÖGB-Hundstorfer schließt künftige Beteiligung an BAWAG aus

Geld reicht nicht einmal für symbolische Beteiligung Androsch könnte sich an Bieterkonsortium beteiligen

ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer schließt nach dem Verkauf der BAWAG P.S.K. eine künftige Beteiligung des Gewerkschaftsbundes an der Bank aus. "Wir haben das Geld nicht, auch nicht für eine symbolische Beteiligung", sagte Hundstorfer in der "ORF- Pressestunde". Unterdessen hatte der Industrielle Hannes Androsch angedeutet, dass er sich an einem BAWAG-Bieterkonsortium beteiligen könnte.

Das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet, dass die verbliebenen vier Interessenten für die Bank dem ÖGB eine nachträgliche Beteiligung zwischen 6 und 8 Prozent angeboten hätten. Hundstorfer stellte aber klar: "Es gibt keine Beteiligung, weil wir dafür zur Stunde wirtschaftlich nicht in der Lage sind." Seine Geschäfte will der ÖGB aber weiter über die BAWAG abwickeln. Die BAWAG werde die Hausbank bleiben, so der Gewerkschaftschef.

Bank "in ihrer Gesamtheit" zu retten
Zu den kolportierten Angebotspreisen von 2,7 bis 3 Mrd. Euro wollte Hundstorfer keinen Kommentar abgeben. Zielvorstellung sei aber, dass die Bundeshaftung in Höhe von 900 Mio. Euro nicht gebraucht werde und die Bank "in ihrer Gesamtheit" gerettet werde. Auch die kolportierten Namen der Bieter wollte er nicht kommentieren - abgesehen vom Hinweis, dass es "bei einigen, wenn auch nicht bei allen Bietern eine österreichische Beteiligung" gebe. Der Verkaufsprozess werde "ordnungsgemäß abgewickelt".

Androsch äußert Interesse
Der frühere SPÖ-Finanzminister Androsch hat unterdessen angedeutet, dass er sich an einem Bieterkonsortium für die BAWAG beteiligen könnte. In der Tageszeitung "Österreich" sagte Androsch: "Das ist möglich. Meine Bereitschaft besteht. Auch andere österreichische Private könnten noch dabei sein." Konkret geht es dabei um das Konsortium rund um den US-Fonds Cerberus, an dem auch Wüstenrot und Generali mit einem kleinen Teil beteiligt sind. (apa)