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Banken brauchen mehr Kapital

Der Stresstest der Nationalbank zeigt verbesserte Risikotragfähigkeit heimischer Banken

Finanzen - Banken brauchen mehr Kapital © Bild: APA/DPA/Pleul

Die Wirtschaftskrise macht den österreichischen Banken das Leben schwer. Ein neuer, auf Österreich beschränkter, Stresstest zeigt laut Österreichischer Nationalbank eine verbesserte Risikotragfähigkeit, aber auch einige Schwachstellen auf. Den Banken wird deshalb empfohlen, ihre Kapitalpolster noch weiter zu stärken.

Die heimische Politik unterstützt österreichische Banken heuer mit
3,2 Milliarden Euro. Dies, aber auch die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) halfen den österreichischen Instituten ihre Refinanzierungskosten zu senken. Wenngleich die Teilnahme aller heimischen Banken insgesamt an den EZB-Tendern im Vergleich gering ausfiel, sagte Gouverneur Ewald Nowotny anlässlich der Präsentation der 23. Ausgabe des Finanzmarktstabilitätsberichts.

Heimische Banken brauchen mehr Kapital
In diesem Zusammenhang erhob die Nationalbank die Forderung nach einem weiterem Kapitalaufbau in der österreichischen Kreditwirtschaft. Angesichts der noch stärker steigenden Kapitalisierungsquoten der anderen in Ost/Südosteuropa tätigen internationalen Banken, der Unabwägbarkeiten im Fall einer europäischen Schuldenkrise sowie wegen Basel III seien österreichische Großbanken "weiterhin angehalten, ihre Kapitalquoten zu verbessern", so Ittner.

Ein wesentlicher Risikofaktor für Haushalte und Banken sei nach wie vor der hohe Anteil an Fremdwährungskrediten. Im ersten Quartal 2012 waren knapp 28 Prozent des gesamten Kreditvolumens des Haushaltssektors im Land in fremder Währung aushaftend.

Befürchtungen, dass internationale Banken - so auch die österreichischen - ihr Exposure in der Region Ost/Südosteuropa deutlich reduzieren würden, seien nicht eingetreten, heißt es im Bericht. Im Gegenteil: Die österreichischen Banken hätten seit dem ersten Quartal 2009 ihr wechselkursbereinigtes Exposure in der Region um 10 Prozent ausgeweitet.

Niedrige Zinsen entlasten
Die österreichischen Unternehmen finanzierten sich dank einer günstigen Gewinnsituation im Jahr 2011 zu einem hohen Maß aus der Innenfinanzierung, während die Außenfinanzierung um rund ein Drittel sank. Besonders hoch war im Jahr 2011 der Beitrag der Anleiheemissionen zum Mittelaufkommen der Unternehmen, der jenen der Bankkredite um mehr als die Hälfte übertraf.

Nach wie vor werden Unternehmen und private Haushalte kostenseitig durch niedrige Kreditzinsen entlastet. Die Verschuldung der Unternehmen und der privaten Haushalte wuchs im Jahr 2011 nur moderat, bezogen auf die Einkommen liegt der Verschuldungsgrad aber noch immer über den Vorkrisenniveaus. Ein wesentlicher Risikofaktor für die privaten Haushalte (und für den Bankensektor) ist der nach wie vor hohe Fremdwährungskreditanteil. Im ersten Quartal 2012 waren knapp 28 Prozent des gesamten Kreditvolumens des Haushaltssektors in fremder Währung denominiert.