Finanzamt will 3,5 Millionen € von Elsner:
"Geldwerter Vorteil" bei Kauf vom Penthouse

Nowotny: "Bemühen uns, dass letztlich Elsner zahlt" Ex-Aufsichtsratschef Weninger will jetzt "auspacken"

Eine Steuerforderung von 3,5 Mio. Euro gibt es nun für den Penthouse-Kauf von Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner: Eine Steuerprüfung des Finanzamts Wien 1/23 habe ergeben, "dass Herr Elsner aus dem Erwerb der Wohnung Tuchlauben 7/12 durch seine Frau, der auf einer Vereinbarung aus dem Jahr 2001 basierte, einen geldwerten Vorteil erhalten hat", teilte die BAWAG mit. Zur Berechnung dieses Vorteils aus dem Dienstverhältnis seien Werte für eine vergleichbare Wohnung herangezogen worden. Unterdessen hat sich Ex-Aufsichtsratschef Günter Weninger an die Staatsanwaltschaft mit der Bitte um eine neue Einvernahme gewendet. Möglich ist, dass er die Ex-Vorstände Elsner und Zwettler belastet.

Daraus ergebe sich ein geldwerter Bruttovorteil in Höhe von 7,1 Mio. Euro und somit eine Lohnsteuervorschreibung in Höhe von 3.546.721,- Euro, heißt es in der BAWAG-Mitteilung.

"Die BAWAG P.S.K. wird sich mit allen Mitteln bemühen, dass letztlich Elsner diese Zahlung zu leisten hat", so Generaldirektor Ewald Nowotny.

"Die Lohnsteuerfestsetzung unterstreicht die von der BAWAG bereits eingebrachten Schadenersatzforderungen gegen Herrn Elsner", heißt es in der BAWAG-Mitteilung.

Das Penthouse am Dach der BAWAG-Zentrale in der Wiener Innenstadt wurde im Spätsommer 2005 an die Ehefrau von Elsner um einen Schnäppchenpreis verkauft. Kolportiert wurde für das rund 325 Quadratmeter große Penthouse ein Preis von 470.000 Euro.

Weninger will "auspacken"
Unterdessen hat der frühere BAWAG-Aufsichtsratschef Günter Weninger die Wiener Staatsanwaltschaft von sich aus um eine neuerliche Einvernahme gebeten, berichtet die Tageszeitung "Kurier". In Ermittlerkreisen werde nicht ausgeschlossen, dass der Ex-ÖGB-Finanzchef mit seiner Aussage die Ex-Bawag-Vorstände Elsner und Johann Zwettler belasten könnte.

Bisher hatte Weninger stets beteuert, er habe zwar die für die Verschleierung der Verluste notwendigen Unterschriften geleistet, die tatsächlichen Geschäfte seien aber im Vorstand abgewickelt worden.

(apa/red)