Atomstreit von

Finale Runde der Atomgespräche

Frist für Vereinbarung läuft um Mitternacht ab - Lawrow zeigt sich zuversichtlich

Atomgespräche in Lausanne: Federica Mogherini und Javad Zarif © Bild: APA/EPA/BRENDAN SMIALOWSKI

Wenige Stunden vor dem Ablauf der selbst gesetzten Frist sind am Dienstag in Lausanne die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm fortgesetzt worden. In der Früh trafen die Außenminister der USA, Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands und Chinas zu Beratungen zusammen. Russland wurde durch Vize-Außenminister Sergej Riabkow vertreten.

Eine halbe Stunde später stieß die iranische Delegation um Außenminister Mohammad Javad Zarif zu den Verhandlungen hinzu. Die Frist zur Vereinbarung der angestrebten politischen Grundsatzvereinbarung läuft um Mitternacht ab.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich zuversichtlich, dass eine Einigung gelingen würde. Diese sei "machbar, wenn nicht eine Seite noch in letzter Minute neue Hürden errichtet", sagte er in Moskau. Lawrow wird am Nachmittag wieder zu den Beratungen in Lausanne hinzustoßen.

Drei große Knackpunkte

US-Außenminister John Kerry sagte dem Sender CNN, es gebe noch einige große Probleme. "Wir arbeiten uns hart durch sie durch. Wir arbeiten bis in die Nacht." Die selbst gesetzte Frist für eine Einigung auf Eckpunkte eines Abkommens über die Begrenzung des iranischen Atomprogramms läuft um Mitternacht aus. Diplomaten sagte, möglicherweise werde die Uhr angehalten und auch nach Ablauf der Frist um Mitternacht noch weiter verhandelt. Nach Angaben westlicher Diplomaten gibt es noch drei große Knackpunkte: Die Dauer des Abkommens, die Aufhebung der UNO-Sanktionen sowie deren Wiedereinsetzung, wenn sich der Iran nicht an die Abmachung hält. Eine endgültige Vereinbarung über ein Ende des seit zwölf Jahren schwelenden Streits soll bis Ende Juni stehen.

In der Nacht auf Dienstag berieten die Delegationen auf Expertenebene, um letzte Streitpunkte aus dem Weg zu räumen.

Zivile Nutzung als Ziel

Die sogenannte 5+1-Gruppe aus den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland bemüht sich seit Jahren um eine Einigung mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Ziel ist es, dem Land die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, es aber an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Im Gegenzug sollen Strafmaßnahmen gegen Teheran aufgehoben werden. Beide Seiten streben an, nach der politischen Grundsatzvereinbarung bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen samt technischer Einzelheiten abzuschließen.

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