Finale ÖFB-Cup von

Salzburg schnappt sich das Double

Klarer 3:0-Sieg: Der Meister gibt sich im Endspiel gegen Ried keine Blöße

  • Bild 1 von 11 © Bild: APA

    Finale im ÖFB-Cup

    Red Bull Salzburg ist erstmals österreichischer Double-Gewinner.

  • Bild 2 von 11 © Bild: APA

    Finale im ÖFB-Cup

    Die Bullen feierten im Finale gegen die SV Ried einen ungefährdeten 3:0-Erfolg.

Red Bull Salzburg hat sich nach dem Meistertitel auch den Sieg im ÖFB-Cup geschnappt. Die Elf von Trainer Ricardo Moniz schlug die SV Ried im Wiener Ernst-Happel-Stadion klar mit 3:0 (2:0) und darf sich nun erstmals österreichischer Double-Gewinner nennen. Vor 16.000 Zuschauer sorgten Leonardo (10./Foulelfmeter) und Franz Schiemer (14.) schon in der Anfangsviertelstunde für die Vorentscheidung zugunsten des Meisters. Stefan Hierländer machte in der Nachspielzeit mit dem 3:0 (91.) endgültig den Sack zu. Es war bei der 77. Auflage der erste Cup-Triumph für einen Salzburger Club überhaupt.

Salzburg startet dank des Meistertitels in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League am 17./18. Juli sowie 24./25. Juli ins internationale Geschehen. Die Oberösterreicher müssen aufgrund des verlorenen Cup-Finales genauso wie die Admira schon in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League (19. und 26. Juli) ran. Vizemeister Rapid profitierte von der Ried-Niederlage und muss jetzt erst in der dritten Runde (2. und 9. August) erstmals spielen.

Doppelschlag in 14 Minuten
Die Fans der Rieder waren im Ernst-Happel-Stadion klar in der Überzahl. Die Hoffnungen auf den zweiten Cupsieg in Folge zerschlugen sich aber schon in den ersten 15 Minuten. Ried-Tormann Thomas Gebauer brachte Stefan Maierhofer im Strafraum zu Fall und Leonardo verwandelte den Foulelfmeter souverän zum 1:0 (10.). Schiemer machte gleich darauf vorzeitig den Sack zu. Ein Kopfball des Innenverteidigers nach Leitgeb-Flanke landete via Schreiner-Fuß im Tor (14.). Gebauer konnte den Ball nicht mehr vor der Linie abwehren.

Die Rieder fanden erst nach dem 0:2-Rückstand besser ins Spiel, verstärkten ihre Offensivbemühungen und wurden auch gefährlich. Guillem schoss am Tor vorbei (25.), Salzburg-Tormann Alexander Walke wehrte einen Beichler-Schuss nach schöner Aktion zur Ecke ab (29.) und ein Hadzic-Kopfball sprang von der Latte zurück ins Feld (29.).

Auf der anderen Seite hätten die ohne dem zuletzt angeschlagenen Jakob Jantscher angetretenen Salzburger noch vor der Pause für noch klarere Verhältnisse sorgen können. Nach einem katastrophalen Querpass von Thomas Reifeltshammer zog Gonzalo Zarate alleine auf Gebauer zu, verfehlte aber das Gehäuse (23.). Zudem verhinderte der Ried-Goalie jeweils mit einer Fußabwehr im Duell mit Maierhofer (37.) und Zarate (39.) das 0:3.

Guillem und Zulj vergeben Top-Chancen
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine offene Partie. Die Rieder hatten mehr vom Spiel und hätten den Anschlusstreffer machen können. Walke hielt aber Kopfbälle von Guillem (49.) und Robert Zulj (70.). Die "Bullen" hätten aber genauso auf 3:0 stellen können. Leonardo schoss am langen Eck knapp vorbei (61.) und Gebauer hielt einen Zarate-Abschluss (67.). Der zuletzt immer wieder verletzungsgeplagte Schiemer zog sich ein Cut zu, konnte aber mit einem Turban weiterspielen. Für den Schlusspunkt sorgte "Joker" Hierländer, der abstaubte, nachdem Gebauer einen Leonardo-Schuss noch abgewehrt hatte (91.).

Die in allen Saisonpflichtspielen gegen Ried ungeschlagen gebliebenen Salzburger holten damit gleich bei ihrem ersten Finale der Red-Bull-Ära den Titel, zuvor hatten die Salzburger (als Austria Salzburg) bei vier Finalspielen (1974, 1980, 1981, 2000) jeweils den Kürzeren gezogen.

16.000 Zuschauer sorgten für einen besseren Besuch als im Vorjahr, wo 14.500 Anhänger Rieds 2:0-Erfolg gegen den Zweitligisten Austria Lustenau im Prater-Oval mitverfolgt hatten. Für Schiedsrichter Thomas Einwaller war es die letzte Partie, der 35-Jährige beendet seine Karriere.

Meinungen zum Spiel

Gerhard Schweitzer (Ried-Trainer):
"Gratulation an Salzburg, sie haben ein sehr starkes Spiel gemacht und sind verdienter Cupsieger. Ich möchte unseren Fans ein großes Kompliment machen, sie haben für eine super Stimmung gesorgt. Wenn du in der zehnten Minute in Rückstand gerätst und gleich darauf auch noch das 0:2 bekommst, ist es natürlich doppelt schwierig. Wir haben aber den Infight gesucht und gefunden. Wir hatten einen Lattenkopfball und eine Großchance von Beichler, wenn uns da das 1:2 schon gelungen wäre, wäre mehr möglich gewesen. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles probiert."

Stefan Maierhofer (Salzburg-Stürmer):
"Ich bin hergekommen, um Titel zu holen, dass alles so perfekt läuft, ist unglaublich. Wenn die Rieder ein Tor gemacht hätten, hätte es noch einmal eng werden können. Wir waren in den ersten 15 Minuten tonangebend, dann hat Ried etwas die Oberhand bekommen. Wir hätten früher das 3:0 machen müssen, wenn du gewinnst, ist es aber egal. Es freut mich für die Mannschaft, dass wir uns selbst so belohnt haben und für den Verein Geschichte geschrieben haben."

Christoph Leitgeb (Salzburg-Spieler):
"Wir sind alle sehr glücklich, haben unsere Ziele erreicht. Das Spiel war sehr ansehnlich. Jetzt gehen wir einmal auf Urlaub und dann müssen wir eine sehr gute Vorbereitung, um unser Ziel Champions League zu erreichen. Unsere beste Saison war es sicher nicht, es ist noch viel Luft nach oben."

Daniel Beichler (Ried-Spieler):
"Die erste Hälfte haben wir komplett verschlafen. Wir haben zu viel Angst vor Salzburg gehabt, obwohl wir eigentlich nichts zu verlieren hatten."

Stefan Lexa (Ried-Spieler):
"Wir waren am Anfang zu harmlos. Wir haben viermal mit einer 3-3-3-Formation gegen Salzburg nichts gewonnen, wir hätten es von Anfang an mit einer Viererkette versuchen sollen. Wie wir auf Viererkette umgestellt haben, ist es dann viel besser gelaufen."

ÖFB-Cup-Finale 2012: Red Bull Salzburg - SV Ried 3:0
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 16.000. SR Thomas Einwaller.

Tore:
1:0 (10.) Leonardo (Elfmeter)
2:0 (14.) Schiemer
3:0 (91.) Hierländer

Salzburg: Walke - Schwegler, Schiemer, Sekagya, Ulmer (46. Hinteregger) - Mendes, Leitgeb - Zarate (87. Hierländer), Leonardo, Svento - Maierhofer (73. Cristiano)

Ried: Gebauer - Ziegl, Reifeltshammer, Riegler - Hinum, Hadzic, Schreiner (54. Carril) - Beichler, Zulj, Meilinger (41. Lexa) - Guillem (70. Casanova)

Gelbe Karten: Sekagya, Zarate, Leitgeb, Hinteregger, Leonardo, Cristiano bzw. Ziegl, Lexa, Carril, Hadzic

Die Besten: Mendes, Walke, Leitgeb bzw. Hadzic, Gebauer