Filmstarts der Woche von

Opas im Ring

Stallone und De Niro kehren in den Ring zurück - und Diana erobert das Kino

Grudge Match © Bild: ©2013 Warner Bros. Entertainment Inc. - All Rights Reserved

Die alten Haudegen Robert De Niro und Sylvester Stallone boxen auf der großen Leinwand, während Robert Redford ums Überleben segelt und Naomi Watts als Lady Di liebt und leidet. Diese Filme starten jetzt im Kino.

Zwei vom alten Schlag

Die Knochen sind eingerostet und der Bierbauch lappt über den Gürtel - aber die einstigen Boxlegenden Razor (Sylvester Stallone) und Kid (Robert De Niro) wollen Jahrzehnte nach ihren großen Erfolgen noch einmal in den Ring steigen. Denn die beiden haben eine Rechnung offen - zum Entscheidungs-Kampf zwischen den erbitterten Boxrivalen aus Pittsburgh kam es bisher nie. Jetzt werden das gemütliche Pensionistendasein gegen Abspeck-Training eingetauscht und die Boxhandschuhe rausgekramt. Als sich die beiden erstmals wieder begegnen, kommt es zu einer Rauferei, die sich im Internet in Windeseile verbreitet - schon vor dem Kampf steht fest: Das wird ein Fight, den man nicht alle Tage sieht. (Start: 10. Jänner)

I Used To Be Darker

In sehr statisch-distanzierten und alltäglichen, dabei betont atmosphäre-trächtigen Bildern schildert der 1977 geborene, vielfach gefeierte Independent-Filmer Matt Porterfield in seinem dritten Kinowerk "I Used to Be Darker" das seltsam unspektakuläre Sich-Verwandeln und Auseinandergehen von Beziehungen. Das Geflecht aus Sehnsucht, Liebe und Schwangerschaft, Heimat und Familie analysiert er jedoch nicht, sondern lässt es buchstäblich anklingen. Melancholische (Live-)Musik ist wichtiger akustischer Ausdruck seiner Gefühlsskizzen. So sind denn auch viele der Darsteller tatsächlich Musiker. (Start: 10. Jänner)

All Is Lost

Nur wenigen Schauspielern ist diese Rolle zuzutrauen: Ein Skipper treibt alleine in einem leckgeschlagenen Boot auf hoher See. Wortlos kämpft er ums Überleben. Für die filmisch riskante und körperlich anstrengende Solo-Rolle in "All Is Lost" konnte Regisseur J.C. Chandor den Hollywood-Veteranen Robert Redford gewinnen. Der 77-Jährige fesselt die Zuschauer mit seinem wettergegerbten Gesicht und durch seine ausdrucksstarken Gesten. Es gibt keine Dialoge und keine übertriebene Action. Das stille Porträt eines Mannes, der an die Grenze seiner Belastbarkeit stößt, lebt durch Redfords schauspielerische Tour de Force. Nach einer Golden-Globe-Nominierung gilt er auch als Oscar-Kandidat. (Start: 10. Jänner)

Diana

Wie frustrierend es für eine Prinzessin von heute sein kann, auf ihren Traumprinzen zu warten, zeigt Regisseur Oliver Hirschbiegel mit seiner royalen Biografie "Diana". Der eigentlich für sperrigere Stoffe wie den Hitler-Abgesang "Der Untergang" bekannte Deutsche konzentriert sich auf die zwei letzten Lebensjahre der britischen "Königin der Herzen" und zeichnet ihre bittersüße Herzschmerzgeschichte mit dem Herzchirurg Hasnat Khan nach. Hollywoodstar Naomi Watts verkörpert dabei die britische Adelige mit detailverliebter Mimikry als unsichere Frau im goldenen Käfig, die ihren Platz im Leben über die Liebe und im öffentlichen Engagement findet. (Start: 10. Jänner)

Finsterworld

Das Leben ist hart - ein ständiger Kampf um Liebe, Aufmerksamkeit und ein kleines bisschen Glück. Willkommen in "Finsterworld". Schonungslos lotet die deutsche Regisseurin Frauke Finsterwalder in ihrem ersten Kinofilm die menschlichen Beziehungen aus in einer Welt, die schön, aber gleichzeitig unwirtlich und kalt ist. In der alle um Liebe und Anerkennung kämpfen, in der Beziehungen zerbrechen an der Unfähigkeit, einander wirklich nahe zu sein. Verschiedene Episoden fügen sich zu einem Film mit prägnanten, wunderschönen Dialogen und hervorragenden Schauspielern, allen voran der Berliner Schauspielschüler Leonard Scheicher als wohlstandsverwahrloster, verunsicherter Privatschüler Dominik. (Start: 10. Jänner)

Frohes Schaffen - Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Arbeit ist das unbestrittene Zentrum im Leben des modernen Menschen: Sie ist Sicherheit, Selbstbestätigung, Existenzberechtigung und sozialer Kommunikationspunkt, sie ist Sucht, Fetisch, ein Mantra, das uns tagtäglich umgibt. Arbeit ist die gelebte Praxis eines unanfechtbaren Glaubens. In dekonstruierenden Interviews befragt Konstantin Faigle in seiner Doku Experten nach dem Wert der Arbeit, darunter Philosophen, Sozialhistoriker, Anthropologen und Ökonomen, und besucht darüber hinaus wichtige Stätten des Arbeitsglaubens und dessen Niedergangs wie das Ruhrgebiet oder ein Übungskaufhaus für Langzeitarbeitslose in Hamburg. Parallel werden kleine Sequenzen inszeniert, um die deutsche Arbeitswelt zugespitzt aufs Korn zu nehmen. (Start: 10. Jänner)

Kommentare