Filmreifer Überfall auf Geldboten in Paris: Räuber stecken Geldtransporter in Brand

Täter rechnen nicht mit Kaltblütigkeit der Geldboten Alle acht Angreifer ergreifen ohne Beute die Flucht

Trotz einer filmreifen Inszenierung ist ein bewaffneter Überfall auf einen Geldtransporter bei Paris gescheitert. Nach Polizeiangaben eröffneten die Räuber das Feuer auf die drei Geldboten in dem gepanzerten Fahrzeug, die jedoch unverletzt blieben. Angesichts der kaltblütigen Reaktion der Geldboten gaben die Angreifer auf und ergriffen die Flucht - ohne Beute.

Nach Angaben der Pariser Polizeipräfektur ereignete sich der Überfall am frühen Morgen in Gentilly am Rande von Paris. Der Geldtransporter der Firma Loomis war auf dem Weg zu einem stark bewachten Gebäude der Bank CIC, wo das Bargeld für die Automaten gesammelt und sortiert wird. Kurz vor dem Ziel sei das gepanzerte Fahrzeug von zwei Kleintransportern in die Zange genommen worden, erläuterte ein Polizeisprecher. Die Räuber gaben mehrere Schüsse auf den Transporter ab. Dessen Fahrer reagierte prompt: Er legte den Rückwärtsgang ein, um den Kleintransporter an seinem Heck wegzuschieben. "Er wusste, dass er nur so aus der Falle kommen konnte", erklärte ein Ermittler.

Daraufhin hätten die sieben oder acht Angreifer ihre beiden Kleintransporter angezündet und seien mit in der Nähe geparkten Fluchtwagen entkommen, sagte der Polizeisprecher weiter. Dazu hätten sie in der Nähe geparkte Fluchtfahrzeuge benutzt. Einem Sprecher der Polizeigewerkschaft UNSA-Police zufolge benutzten die Räuber für den "sehr gut vorbereiteten Überfall" möglicherweise Kriegswaffen. Ein Augenzeuge berichtete von einer "Reihe von Explosionen, wie von Maschinengewehren".

Erst im November hatte der Raub von 11,6 Millionen Euro aus einem Loomis-Geldtransporter in Frankreich für Schlagzeilen gesorgt. Dabei hatte sich der Fahrer des Transporters mit dem Fahrzeug und rund 11,6 Millionen Euro aus dem Staub gemacht. Der 39-Jährige stellte sich zehn Tage nach dem Überfall in Monaco der Polizei. Der Großteil des erbeuteten Geldes war bereits zuvor in einer Garage in Lyon gefunden worden.

(apa/red)