Ära geht zu Ende von

Fidel Castro ist tot:
So reagiert die Welt

"Historische Gestalt", die für viele "Hoffnung auf gerechtere Welt" verkörpert hat

Fidel Castro © Bild: imago/Agencia EFE

47 Jahre lang regierte Fidel Castro Kuba. Während dieser Zeit trotzte er zehn US-Präsidenten. Und auch noch nach seinem krankheitsbedingten Rückzug im Jahr 2006 bestimmte er als graue Eminenz die Geschicke der sozialistischen Karibikinsel mit. Im Alter von 90 Jahren ist Kubas Ex-Präsident und Revolutionsführer verstorben. So reagiert die Welt.

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Ex-Bundespräsident Heinz Fischer und Nationalratspräsidentin Doris Bures haben am Samstag den verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro als große Persönlichkeit gewürdigt. Castro sei jemand gewesen, dem "man die Bezeichnung 'historisch' nicht versagen kann", sagte Fischer. Für viele Menschen hätte Castro "die Hoffnung auf eine gerechtere Welt" verkörpert, meinte Bures.

Die Motive der Revolution gegen den kubanischen Diktator Fulgencio Batista verdienten Anerkennung und hätten weltweit Aufsehen erregt und auch viel Zustimmung gefunden, so Fischer. Aber das historische Gesetz, das Revolutionen in den allermeisten Fällen zu neuen autoritären Strukturen führten, hätte sich auch in Kuba bewahrheitet. Umso wichtiger seien daher die Bemühungen aus jüngster Zeit, das Land zu öffnen.

"Ich bin Fidel Castro zum ersten Mal im Jahr 1980 in Havanna begegnet und war von seiner Persönlichkeit und seiner Ausstrahlungskraft, die er sich bis ins hohe Alter bewahrt hat, sehr beeindruckt. Die Nachricht vom Tode Fidel Castros hat mich menschlich sehr berührt, und ich möchte seinem Bruder Raul Castro und dem kubanischen Volk meine aufrichtige Anteilnahme zum Ausdruck bringen", so Fischer.

Fidel Castro
© APA/AFP/Rafael Perez

Castro, der Kuba über fast 50 Jahre lang geführt hat, habe zweifellos auch auf internationaler Ebene zu den prägendsten politischen Persönlichkeiten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezählt, erklärte Bures. Wie kaum ein anderer habe er die Hoffnungen von Millionen auf eine gerechtere Welt verkörpert. "Sein Kampf für eine gerechtere Welt ging allerdings auch mit Verletzungen und Einschränkungen demokratischer und menschenrechtlicher Grundwerte in Kuba einher", so Bures.

Der zuletzt eingeleitete Prozess einer Demokratisierung und Öffnung Kubas böte gemeinsam mit der deutlichen Verbesserung im Verhältnis zu den USA die Chance, dass das kubanische Volk sein volles Potenzial entfalten könne. "Es ist zu hoffen, dass der von Präsident Obama so mutig eingeschlagene neue Weg im Umgang mit Kuba auch von seinem gewählten Nachfolger fortgesetzt wird", sagte die Nationalratspräsidentin.

EU-Politiker würdigen Bedeutung von Revolutionsführer

Mehrere EU-Politiker haben den verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro als bedeutende Figur der Zeitgeschichte gewürdigt. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte in Brüssel: "Fidel Castro war ein entschlossener Mann und eine historische Gestalt. Er stirbt in Zeiten großer Herausforderungen und Unsicherheiten. Und großer Veränderungen in seinem Land."

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte: "Fidel Castro war eine der historischen Gestalten des vergangenen Jahrhunderts und die Verkörperung der kubanischen Revolution. Mit dem Tod Fidel Castros hat die Welt einen Mann verloren, der für viele ein Held war."

Fidel Castro
© APA/AFP

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, schrieb auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter: "Fidel Castro hat Kuba, Lateinamerika und die Weltpolitik geprägt. Ein Kapitel der Geschichte schließt sich. Die EU schaut gemeinsam mit dem kubanischen Volk in die Zukunft."

Die wärmsten Worte fand die deutsche Chefin der Linksfraktion im Europaparlament, Gabi Zimmer. "Wir werden uns an Fidel Castro als heroischen Staatsmann des 20. Jahrhunderts erinnern", der an der Seite Che Gueveras gegen den Diktator Fulgencio Batista kämpfte, teilte sie mit. "Wir werden uns auch an Castro erinnern als jemanden, der an sozialistische Ideale glaubte und die Selbstbestimmung der Völker unterstützt hat." Dank "Castros Vision und Führungsstärke" sei Kuba heute eines der bestentwickelten Länder der Region.

Hollande: Castro war Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts

Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande hat den verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro als "eine Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts" gewürdigt. Er habe die kubanische Revolution mit ihren Hoffnungen und Enttäuschungen verkörpert, erklärte er am Samstag in Paris. Castro gehöre als Akteur des Kalten Krieges zu einer Epoche, die mit dem Zusammenbruch der UDSSR geendet habe.

Frankreich habe die Verletzung von Menschenrechten angeprangert, sich aber immer gegen das US-Embargo gegen Kuba ausgesprochen. Deswegen habe Paris den neuen Dialog zwischen den beiden Ländern begrüßt. Hollande erinnerte daran, dass er im Mai vergangenen Jahres als erster Staatschef seines Landes das nachrevolutionäre Kuba besuchte.

Fidel Castro
© APA/AFP/Aizar Raldes

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat den verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro als "eine Figur von historischer Bedeutung" gewürdigt. Der konservative Politiker übermittelte am Samstag auf Twitter der Regierung und den Behörden Kubas sein Beileid. Die große kubanische Exilgemeinde in Spanien feierte dagegen den Tod des 90-Jährigen.

Man habe die Nachricht mit "tiefer Freude" zur Kenntnis genommen, sagte der Sprecher der "Plattform Kuba Demokratie Sofort", Rigoberto Carceller, der Nachrichtenagentur efe. Die Organisation rufe für Samstag zu einer "Feierkundgebung" vor der kubanischen Botschaft in Madrid auf. "Man kann wegen des Todes eines Diktators nicht traurig sein, das ist ein großer Moment für Kuba", betonte er. Castro habe Oppositionelle ins Gefängnis stecken und erschießen lassen. Nun sei auf der Insel ein friedlicher Übergang zur Demokratie möglich.

Papst kondoliert: "Gefühle des Schmerzes"

Papst Franziskus hat Kubas Staatspräsident Raul Castro in einem Schreiben zum Tod seines Bruders, dem Revolutionsführer Fidel Castro, kondoliert. Dabei drückte der Heilige Vater "Gefühle des Schmerzes" aus. Er werde für Castro und für das kubanische Volk beten, versicherte der Heilige Vater.

Fidel Castro mit Papst Franziskus
© imago/epd

Putin und Gorbatschow würdigten Fidel Castro

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro als "Symbol einer Epoche" gewürdigt. In einem vom Kreml am Samstag zitierten Telegramm an den kubanischen Staatschef Raul Castro, den Bruder des Verstorbenen, hieß es: "Fidel Castro war ein aufrichtiger und verlässlicher Freund Russlands".

Der Name dieses "herausragenden Staatsmanns" werde "zu Recht als Symbol einer Ära in der modernen Weltgeschichte" angesehen, so Putin. Der letzte Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, erklärte laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax, Castro habe der "härtesten Blockade" der USA widerstanden und sein Land "gestärkt". Ungeachtet des auf ihn ausgeübten "enormen Drucks" habe er Kuba auf den "Weg der unabhängigen Entwicklung" geführt. Er werde stets als "großer Politiker" in Erinnerung bleiben, der "in der Geschichte der Menschheit eine tiefe Spur" hinterlassen habe.

Bild von Fidel Castro
© imago/imagebroker

Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro rief dazu auf, Castros "Erbe fortzusetzen". "Alle Revolutionäre" müssten die von ihm hinterlassene "Fackel der Unabhängigkeit und des Sozialismus" weitertragen, schrieb Maduro im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Kommentare

Henry Knuddi

mal neutral zu sagen:

er wollte das beste/durch seine unkenntnis wurde es das schlechteste

ergebnis
er hätte das geschäft denjenigen überlassen müssen, die was davon etwas verstanden haben - hat er nicht gemacht

dann dürfen die viele illegale kubaner endlich die usa verlassen und nach hause fahren.

Oliver-Berg

Man kann nur für die Kubaner hoffen, dass sie endlich das Joch des Sozialismus/Kommunismus und der Familie Castro und deren Schergen abwerfen und sich wirtschaftliche und gesellschaftlich neu orientieren.

Ein Diktator, der den vorherigen, schlimmen Finger F. Batista, zum Teufel jagte, aber dessen Unterdrückungsapparate noch weiter ausbaute und dabei eine florierende Wirtschaft strangulierte um sich dann von einer kommunistischen Diktatur aushalten zu lassen, die wiederum dafür ihre armen Satelliten anzapfte, so dass diese sich auf dreiste Weise den Zaster vom verhassten Klassenfeind besorgen musste

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