Fidel Castro im Krankenbett: Kubanisches Fernsehen strahlt Präsidenten-Video aus

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Fidel Castro im Krankenbett: Kubanisches Fernsehen strahlt Präsidenten-Video aus

Das kubanische Staatsfernsehen hat erstmals seit der schweren Erkrankung von Fidel Castro Videoaufnahmen des Präsidenten gezeigt. Die Aufnahmen zeigen Castro im Gespräch mit seinem venezolanischen Kollegen Hugo Chavez am Krankenbett. Castro wirkte gebrechlich, war aber offenbar guter Laune. Chavez hatte Castro an dessen 80. Geburtstag besucht.

Die Zeitung der Kommunistischen Partei (KP), "Granma", hatte auf ihrer Internet-Seite bereits Fotos veröffentlicht, auf denen Chavez Castro die Hand schüttelt und Geschenke überreicht.

In dem kurzen Video war zu sehen, wie der im Bett liegende kommunistische Staatschef mit seinem langjährigen Freund scherzte. Chavez schenkte Castro einen Dolch, der dem südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer Simon Bolivar gehört hatte. Im Gegenzug überreichte Castro dem venezolanischen Präsidenten eine Zeichnung von sich, die der mexikanische Künstler David Alfaro Siqueiros erstellt hatte.

Chavez witzelte, er werde ein eigenes Porträt von Castro malen. Dabei werde ihm aber die Darstellung der Nase Castros Probleme bereiten. Sie müsse chirurgisch verschönert werden, fügte er lachend hinzu. "Was, noch eine Operation?", entgegnete Castro mit gespielter Entrüstung. Dann zeigte Castros jüngerer Bruder Raul die Zeichnung in die Kamera.

In dem rund sechs Minuten langen Video war Chavez derjenige, der am meisten redete. Die beiden Präsidenten betrachteten auch Fotos von Castros Venezuela-Reise und aßen offenbar Joghurt und nicht die von Chavez versprochene Geburtstagstorte. Später bezeichnete Chavez das Treffen als "den besten aller Besuche, den ich jemals gemacht habe".

Castro musste sich vor rund zwei Wochen der regierenden KP zufolge nach inneren Blutungen einer Darmoperation unterziehen. Die Regierungsgeschäfte übertrug Castro vorübergehend an seinen Bruder Raul. Kuba machte im folgenden nur sehr spärliche Angaben zu Castros Gesundheitszustand, was Spekulationen angeheizt hatte, er könne bereits tot sein.

In einer am Wochenende von der Zeitung "Juventud Rebelde" veröffentlichten Erklärung Castros hatte es geheißen, ihm gehe es deutlich besser. Allerdings könne die Genesung lange dauern. Auf schlechte Nachrichten müssten die Menschen immer gefasst sein, auch wenn sie gleichzeitig optimistisch bleiben sollten. (apa/red)