Feurige Nacht vor dem Nationalfeiertag:
Mehr als 300 Fahrzeuge in Brand gesteckt

Frankreich: 10.000 Polizisten in Paris im Einsatz Gedenken an Erstürmung des Bastille-Gefängnisses

Feurige Nacht vor dem Nationalfeiertag:
Mehr als 300 Fahrzeuge in Brand gesteckt © Bild: Reuters

Anlässlich der traditionellen Militärparade zum französischen Nationalfeiertag auf den Pariser Champs-Élysées hat Staatspräsident Sarkozy verstärkte Investitionen für moderne Waffen und Aufklärungsgeräte der Streitkräfte gefordert. Das Defilee verfolgten von der Staatstribüne als ausländische Ehrengäste der deutsche Bundespräsident Köhler und der indische Regierungschef Manmohan Singh. In der Nacht vor dem Nationalfeiertag im ganzen Land mehr als Fahrzeuge in Brand gesteckt worden. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um knapp sieben Prozent. In diesem Jahr sind allein in Paris rund 10.000 Polizisten im Einsatz, um Ausschreitungen zu verhindern.

Die Menge der Schaulustigen jubelte auch deutschen und indischen Einheiten zu, die zusammen mit den französischen Soldaten auf der Pariser Pracht-Avenue paradierten. Kampfflugzeuge flogen in Formation über dem Arc de Triomphe und den Champs-Elysées hinweg und hinterließen am Himmel eine Spur in den Nationalfarben blau-weiß-rot. Der Nationalfeiertag erinnert an die Erstürmung des Bastille-Gefängnisses am 14. Juli 1789. Damals waren etwa 900 Demonstranten in das Staatsgefängnis eingedrungen und hatten das Symbol königlicher Despotie in ihre Gewalt gebracht. Damit begann die Französische Revolution, die zum Sturz der Monarchie führte.

Mit der Präsenz des deutschen Bundespräsidenten sollte das 20-jährige Bestehen der deutsch-französischen Brigade gewürdigt werden. Ein Teil der Brigade, zu der mehr als 5.000 Soldaten gehören, nahm an dem Defilee teil. "Immer wenn deutsche Soldaten über die Champs-Élysée marschieren, erinnern wir uns an die schlimme Vergangenheit", so Köhler.

Bei Unruhen in der Nacht zuvor brannten in Frankreich mehr als 300 Autos ab. Etwa ein Dutzend Polizisten wurden leicht verletzt. Die meisten von ihnen erlitten leichte Hörschäden, da die Jugendlichen Feuerwerkskörper abbrannten. Etwa zwei Drittel der Brandstiftungen an Autos ereigneten sich in den Pariser Vorstädten. Die Polizei nahm vorübergehend 240 Menschen fest. (apa/red)