Feuer am Wiener Südbahnhof gelegt? Vier Stunden kämpften Einsatzkräfte mit Brand

Branddirektor: "Es gab sicher eine Fremdeinwirkung" Weitere Aufräumarbeiten sind noch voll im Gange

Feuer am Wiener Südbahnhof gelegt? Vier Stunden kämpften Einsatzkräfte mit Brand © Bild: APA/Hochmuth

Ein Feuer in einer 3.200 Quadratmeter großen Müll-Lagerhalle am Wiener Südbahnhof hat die Feuerwehr in der Nacht in Atem gehalten. Papier-Stapel in dem Beton-Gebäude auf dem Frachtbahnhof in Favoriten begannen gegen 2.00 Uhr lichterloh zu brennen. Die Feuerwehr geht von absichtlicher oder versehentlicher Brandstiftung aus. Untersuchungen der Brandursache durch die Polizei sollen erst beginnen. Verletzt wurde niemand.

Eine Gefahr für Personen habe auf dem industriell genutzten Areal bei der Sonnwendgasse zu keinem Zeitpunkt bestanden, so Branddirektor Friedrich Perner zur APA. Für die Wiener Feuerwehr führte der Brand der zweiräumigen Halle dennoch zum Großeinsatz mit Alarmstufe 4: Zwei Wasserwerfer und bis zu 140 Mann waren kurzfristig gleichzeitig im Einsatz. Vier Stunden kämpften die Feuerwehrmänner gegen die Flammen.

Nach dem "Brand aus" waren die Einsatzkräfte noch lange mit der Vernichtung von übriggebliebenen Glutnestern und Aufräumarbeiten beschäftigt. Glosenden, zehn Meter hohen Papierstapel mussten Stück für Stück ausgeräumt werden.

An der Halle selbst dürfte der Brand nur wenig Schaden verursacht haben. Das acht Meter hohe Gebäude sei großteils "in Ordnung", sagte Perner. Die Dachkonstruktion halte, einsturzgefährdet sei der Betonbau laut ersten Inspektionen nicht. Neben den "irrsinnigen Mengen" Papier wurden allerdings auch diverse Fahrzeuge und Geräte in der Halle ein Raub der Flammen.

"Sicher eine Fremdeinwirkung"
"Es ist sicher eine Fremdeinwirkung", so Perner über die Ursache für das Feuer. Wie und ob die Brandlegung absichtlich oder aus Versehen erfolgt sei, wisse man freilich noch nicht. Ähnlich sind auch die Vermutungen der Polizei: "Laut ersten Ermittlungen ist dort nichts vorhanden, das von selbst angefangen hätte, zu brennen", so die Kriminalisten. Eine Aussage über die Ursache könne man allerdings noch nicht treffen, da die Halle noch nicht betreten werden konnte.

Aufsicht durch Brandwache
Nach dem Abschluss sämtlicher Löscharbeiten wird das Gebäude von einer Brandwache beaufsichtigt, so Perner. Diese könnte bis in die Abendstunden ihren Dienst versehen müssen, selbst in der Nacht auf Dienstag werde es noch Kontrollen geben. Laut den ÖBB gehört die Halle einer Firma, die dort Müll - vor allem Altpapier - zwischenlagert und recycelt.

Der Brand drohte kurzfristig auf Waggons neben der Halle überzugreifen, diese konnten rechtzeitig abtransportiert werden. Das benachbarte Gebäude war laut Feuerwehr durch eine Brandmauer weitgehend geschützt. Es gab keinerlei Einfluss auf den Personen-oder Frachtverkehr, hieß es bei den ÖBB.

(apa/red)