Feuer-Inferno in Johannesburg: Zwölf Tote
in illegaler Obdachlosen-Unterkunft

Panik und blockierte Eingänge als Todesfalle

Panik und blockierte Eingänge haben beim Brand einer illegalen Obdachlosenunterkunft im Zentrum der südafrikanischen Metropole Johannesburg mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Mehr als 30 andere wurden schwer verletzt. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Wanderarbeiter oder illegale Einwanderer aus Malawi und Simbabwe.

Innerhalb des ehemaligen Geschäfts-Hochhauses spielten sich nach Angaben der Rettungsdienste dramatische Szenen vor den blockierten Eingängen ab. "Eine der Leichen hatte noch den Abdruck einer Sicherheitstür auf der Haut - man kann erahnen, wie heftig der Mensch dagegen gedrückt worden war", berichtete Behördensprecher Malcolm Midgley. Viele Opfer hatten angesichts der lodernden Flammen noch versucht, ihre spärliche Habe zu retten.

Der Versuch erwies sich als verhängnisvoll, da Koffer, Bündel und Kisten das Treppenhaus des mehrstöckigen Gebäudes blockierten. In Panik wurden mehrere Flüchtende zu Boden gestoßen und erstickten unter den Fußtritten der übrigen Bewohner. Der Zustand von vielen der Verletzten gilt als kritisch. Die Behörden waren nicht in der Lage, die genaue Zahl der Bewohner anzugeben, schätzten sie aber auf "mindestens 150". Als Brandursache gilt ein offenes Feuer, das außer Kontrolle geriet.

Das Gebäude stand wie viele andere im einst blühenden Geschäftszentrum von Johannesburg leer, war illegal besetzt und dann als Schlafplatz vermietet worden. Das Zentrum mit seinen charakteristischen Hochhäusern war nach dem Ende der Apartheid verwahrlost und lange Zeit sich selbst überlassen worden. Die hohe Kriminalität in dem Gebiet machten es für viele Weiße zum Niemandsland. (apa/red)