Feuchtigkeitscremen führen zu Hautkrebs:
Vorerst nur bei Mäusen nachgewiesen

Produkte erhöhen Häufigkeit und Größe von Tumoren Gefährdung für den Menschen ist noch unbekannt

Feuchtigkeitscremen führen zu Hautkrebs:
Vorerst nur bei Mäusen nachgewiesen © Bild: APA/DPA/Büttner

Das dürfte in der Kosmetik-Branche für ziemliche Unruhe sorgen: In einem speziellen Maus-Modell wiesen jetzt US-Wissenschafter nach, dass die Anwendung von fünf verschiedenen Feuchtigkeitscremen bei den Tieren nach einer regelmäßigen UVB-Bestrahlung im Vergleich zu einem Placebo zu mehr UV-bedingten Hauttumoren führt. Was dahinter steckt, ist noch unklar. Ob die Gefährdung auch für den Menschen gilt, ist ebenfalls unbekannt, heißt es in der international renommierten Fachzeitschrift "Investigative Dermatology".

Weltweit werden jedenfalls Milliarden-Euro-Umsätze mit Feuchtigkeitscremen gemacht, welche die Haut geschmeidiger machen sollen und ihr angeblich fehlende Flüssigkeit zuführen soll. Besonders gern greifen Sonnenanbeter darauf zurück, wenn es nach dem Sonnenbad "spannt".

Haarlose Albino-Mäuse als Testtiere
Ob das wirklich gut ist, darüber dürfte sich jetzt zumindest eine Diskussion entspannen. Susan Lehman von der State University von New Jersey (Cullman Laboratory for Cancer Research) und ihre Co-Autoren entwarfen ein Experiment, mit dem man die Entwicklung von UV-bedingtem Hautkrebs exklusive Melanome - also von Plattenepithelkarzinomen und Basaliomen - nach immer wieder erfolgender UV-Bestrahlung imitieren kann.

Dabei verwendeten die Wissenschafter Mäuse vom Stamm SKH-1, haarlose Albino-Mäuse. Sie wurden zweimal pro Woche für 20 Wochen mit UVB-Licht bestrahlt. 17 Wochen lang wurden die Tiere dann fünfmal pro Woche mit je 100 Milligramm der in den USA erhältlichen Feuchtigkeitscremes "Dermabase", "Dermovan", "Eucerin" bzw. "Vanicream" oder bloß einem Wasser-Placebo.

Erhöhte Gefahr von Hauttumoren
Das Ergebnis: Jedes der Produkte erhöhte offenbar die Häufigkeit und die Größe von auftretenden UV-bedingten Nicht-Melanom-Hauttumoren. Die Zahl der in Gewebeproben nachgewiesenen Tumoren erhöhte sich beispielsweise in zwei solcher Experimente im Durchschnitt um 69 Prozent. Das war statistisch hoch signifikant.

Die Wissenschafter: "Die Resultate deuten daraufhin, dass mehrere im Handel erhältliche Feuchtigkeitscremen die Rate und die Zahl von Tumoren bei UVB-vorbestrahlten Mäusen mit einem hohen Tumorrisiko erhöhen. Weitere Studien sind angezeigt, um den Effekt einer derartigen topischen Applikation (Auftragen auf die Haut, Anm.) von Feuchtigkeitscremen auf durch das Sonnenlicht ausgelöste Krebsarten beim Menschen zu bestimmen."

(apa/red)