Ferrari heiß auf Revanche in der Wüste:
Neues Duell mit McLaren vorprogrammiert

Räikkönen hofft in Bahrain auf seinen neuen Motor Alonso und Hamilton peilen persönlichen Hattrick an

Ferrari heiß auf Revanche in der Wüste:
Neues Duell mit McLaren vorprogrammiert

Im Vorjahr zog die Formel 1 vom Saisonauftakt in Bahrain weiter nach Malaysia. Heuer geht sie den umgekehrten Weg, nämlich vom Dschungel in die Wüste. Nur eine Woche nach dem McLaren-Doppelsieg in Sepang will Ferrari auf dem Wüstenkurs in Bahrain zurückschlagen.

Bahrain empfing die Formel 1 zunächst mit einem Sandsturm und Regen, aber dann brannte die Sonne wieder auf die staubige Strecke im Süden der Hauptinsel. Und damit auch auf das Haupt von Weltmeister Fernando Alonso, der nach zwei Rennen mit 18 Punkten knapp vor Kimi Räikkönen (16) in der WM führt. Der Spanier hat zwei der bisher drei Rennen in Bahrain gewonnen, 2005 und 2006 jeweils im Renault. Er geht daher auf der erst seit 2004 bestehenden und sehr breiten Strecke mit drei echten Überholmöglichkeiten auf den Hattrick los.

Der 25-jährige Spanier hält wie Stirling Moss jetzt bei 16 GP-Siegen. Letzter "Silberpfeil-Weltmeister" war Mika Häkkinen 1999. "Ich kann es kaum erwarten, wieder im Auto zu sitzen", gab sich Alonso in Bahrain ungeduldig. "Die Stimmung bei uns ist wirklich prächtig", ergänzte Alonso gut gelaunt.

Hamilton peilt dritten Podestplatz an
Auch Teamkollege Lewis Hamilton kann in Bahrain einen Hattrick feiern. Noch nie ist ein Debütant bei seinen ersten drei GP-Rennen aufs Podium gefahren. Der 22-jährige Brite wird nach den Plätzen drei (Australien) und zwei (Malaysia) in Bahrain - inklusive schnellster Rennrunde - sogar schon auf Sieg gespielt, die englischen Zeitungen überschütten ihn derzeit mit Lob. Der Daily Telegraph war sogar der Meinung, Hamilton sei besser als alle acht bisherigen britischen Formel-1-Weltmeister.

Hamilton versucht, das zu ignorieren. "Mir ist bewusst, dass das ein Traumstart in einer sehr schwierigen Sportart war. Es war mehr, als ich mir erwarten durfte", sagte der dunkelhäutige Jungstar vor seinem erst dritten Formel-1-Rennen. Es ist der erste Kurs, den er nicht nur von Testfahrten, sondern auch schon aus seiner aktiven Zeit in der Formel 3 kennt.

Räikkönen will nicht mehr auf 0:0 spielen
Bei McLaren, das seit kurzem zu 30 Prozent der bahrainischen Herrscherfamilie Al Khalifa gehört, will man also beim "Heimrennen" das Eisen weiter schmieden. Bei Ferrari ist man hingegen überzeugt, dass Malaysia mit den Plätzen drei für Räikkönen und fünf für Pole-Mann Felipe Massa nur ein Ausrutscher war. "Wegen meiner Motorprobleme mussten wir dort zu viele Kompromisse eingehen", sagte Räikkönen in Bahrain. "Ich war innerlich leer, weil ich nur auf eine Zielankunft aus sein durfte. Für mich war es, wie wenn ein Fußballer auf 0:0 spielen muss."

In Bahrain gibt es aber einen neuen Motor für Kimi, deshalb ist der Finne extrem zuversichtlich. "Wenn unser Paket wieder zu 100 Prozent passt, sind wir wieder so schnell wie in Melbourne", war er überzeugt.

BMW will sich als dritte Kraft beweisen
Hinter dem Kampf Silber gegen Rot will sich BMW-Sauber erneut als dritte Kraft bestätigen. Der Deutsche Nick Heidfeld ist bisher zweimal Vierter geworden, was prompt zu den Vermutungen geführt hat, dass er damit auch 2008 für die Bayern fährt. Damit müsste BMW- und Red-Bull-Junior Sebastian Vettel noch ein Jahr warten. Den jungen Deutschen für eine Saison bei Toro Rosso zu parken, hat Gerhard Berger aber bereits abgelehnt. "Wenn, dann nur längerfristig", so der STR-Hälfteeigentümer.

Williams-Pilot Alexander Wurz möchte endlich in der WM anschreiben, nachdem er in Australien von David Coulthard abgeschossen worden war und in Malaysia ein defekter Getriebesensor das Qualifying ruiniert hatte. Die grandiose Aufholjagd vom 19. auf den 9. Platz blieb punktemäßig unbelohnt. Williams war den Februar-Testfahrten in Bahrain fern geblieben. "Egal, unser Aerodynamik-Paket ist gut und ich mag Bahrain sehr", sagte Wurz. Das tut auch Teamkollege Nico Rosberg, wie Platz sieben und die schnellste Rennrunde beim Debüt im Vorjahr bewiesen haben.

(apa/red)