Ferrari-Doppelsieg beim Hockenheim-GP: Schumi gewinnt in Deutschland vor Massa

Christian Klien holt als Achter einen WM-Punkt Weltmeister Alonso Fünfter, Coulthard nur Elfter

Die Formel-1-WM 2006 wird langsam aber sicher spannender. Michael Schumacher holte sich ungefährdet den Heimerfolg beim Deutschland-Grand-Prix auf dem Hockenheimring und feierte damit den dritten Sieg in Folge - da Weltmeister und WM-Leader Fernando Alonso über Rang 5 nicht hinauskam, schrumpfte der Abstand zwischen dem 25-jährigen Renault-Spanier und dem 37-jährigen Ferrari-Deutschen 6 Rennen vor Schluss von 17 auf 11 Punkte.

Platz zwei durch den Brasilianer Felipe Massa untermauerte die aktuelle Überlegenheit der Ferraris, nach Indianapolis war es der zweite Doppelerfolg der Roten in dieser Saison. Der Finne Kimi Räikkönen (McLaren), der aus der Pole Position gestartet war, wurde Dritter. Der Österreicher Christian Klien durfte sich endlich wieder über Zuwachs auf dem Punktekonto freuen, der Vorarlberger wurde so wie beim Auftaktrennen am 12. März in Bahrain Achter und kassierte dafür einen Zähler.

Nach dem dritten Sieg in Serie (Indianapolis, Magny Cours, Hockenheim), dem fünften Erfolg der Saison und dem 89. Grand-Prix-Triumph seiner Karriere kann Schumacher nun wieder aus eigener Kraft seinen achten WM-Titel einfahren. Der WM-Krimi geht bereits am kommenden Sonntag in Budapest weiter.

Räikkönens Tankstopp bedeutete freie Fahrt für Schumi
Schumacher verteidigte beim Start seinen zweiten Rang souverän und setzte sich hinter den mit deutlich weniger Benzin und damit leichter ins Rennen gegangenen Räikkönen fest. Bereits in der 10. Runde musste der Finne erwartungsgemäß als Erster an die Box zum Nachtanken. Das hieß für Schumacher: freie Fahrt. Mit seinem brasilianischen Mitstreiter Massa baute Schumi seinen Vorsprung kontinuierlich aus.

Und die Zuversicht von Schumacher ("Das war ein fantastisches Wochenende"), der im Falle eines Rücktritts mit Saisonende das letzte Rennen auf deutschem Boden bestritten und gewonnen hat, wächst und wächst. "Auch die kommenden Rennen werden uns keine Probleme bereiten. Wenn wir so weitermachen, wird die Meisterschaft richtig, richtig spannend. Wir machen weiter Druck", so der Routinier.

"Die harte Arbeit hat sich gelohnt. Durch den riesigen Vorsprung mussten wir nicht am Limit fahren, dadurch hatten wir kein Problem mit dem Schmutz neben der Ideallinie. Wir haben nicht nur gewonnen, sondern auch zu einem entscheidenden und wichtigen Zeitpunkt viel Boden gutgemacht."

Nach dem 100. Bridgestone-Sieg gab es von Schumi ein großes "Danke" an Massa, freudestrahlend klopfte der Deutsche dem Brasilianer zufrieden auf die Schulter. "Mit dem Doppelsieg haben wir unser Ziel erreicht", meinte der Schumi-Helfer, der aber nicht verheimlichte, dass auch er irgendwann einmal gerne gewinnen würde. "Irgendwann kommt hoffentlich auch einmal meine Zeit."

Alonso wäre einen Tag nach seinem 25. Geburtstag beinahe vollkommen leer ausgegangen, kurz vor dem Rennende kam der Spanier von der Strecke ab und brachte seinen Renault nur mit letzter Kraft wieder in die Spur zurück.

Christian Klien - von Platz 12 aus gestartet - erwischte einen guten Tag und hatte diesmal auch das notwendige Glück, um etwa den Startkollisionen zu entkommen und gleichzeitig nach vorne zu rutschen. "Die Erleichterung ist groß, das Warten auf den zweiten Punkt war elendiglich lang. Das ganze Wochenende war gut und ist nach Plan gelaufen. Der Punkt ist sensationell fürs Team."

Platz 8 sorgte bei Klien nach den teilweise kritischen Worten aus dem Umfeld für große Befriedigung: "Damit kann ich einigen das Maul stopfen, das freut mich am meisten."

Nach dem Rennen wurden die beiden Midland-Toyota-Piloten Christijan Albers und Tiago Monteiro im Nachhinein disqualifiziert.
(apa/red)