Ferrari-Casting geht weiter: Badoer vor
Heim-Rennen in Monza vor dem Abschuss

Räikkönen siegte in Spa, Massa-Ersatz wieder Letzter Italiens Presse macht Druck und fordert Ablöse

Ferrari-Casting geht weiter: Badoer vor
Heim-Rennen in Monza vor dem Abschuss © Bild: Reuters

Die Zeit von Luca Badoer als Formel-1-Pilot für Ferrari scheint bereits nach zwei Rennen gezählt. Der Italiener belegte auch in seinem zweiten Grand Prix als Ersatz für den verletzten Felipe Massa den letzten Platz. Das ist im Heimrennen in Monza nicht zu dulden, stellte Kimi Räikkönen doch in Spa die Konkurrenzfähigkeit des roten Renners mit dem ersten Saisonsieg deutlich unter Beweis.

Die italienische Presse fordert daher dringend die Ablöse von Badoer. Optionen gibt es mehrere, als die wahrscheinlichste galt ein kurzfristiger Wechsel von Giancarlo Fisichella, doch Force-India-Teamchef Mallya gab bekannt, dass der Italiener auch in Monza für sein Team fahren wird.

Als weitere Alternativen wurden Toyota-Pilot Jarno Trulli sowie der im Juli bei Toro Rosso entlassene Franzose Sebastien Bourdais kolportiert. Einen möglichen vorgezogenen Sensationstransfer von Doppel-Weltmeister Fernando Alonso schon für Monza schlossen sowohl Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali als auch Alonsos aktueller Renault-Boss Flavio Briatore entschieden aus.

Warten auf Massa-Untersuchung
Ferrari will außerdem neue Ergebnisse vom Gesundheitszustand Massas abwarten. Der Brasilianer wird in Miami von einem renommierten Neurochirurgen untersucht, die Ergebnisse sollen demnächst vorliegen. Massa hofft, noch heuer - bei seinem Heimrennen am 18. Oktober in Sao Paulo - ins Cockpit zurückzukehren. "Wie es in den nächsten Rennen weitergeht, werden wir in den nächsten drei Tagen mitteilen", kündigte Domenicali an.

Handlungsbedarf besteht definitiv. Denn während Ex-Champion Räikkönen Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo mit dem ersten Saisonsieg das schönste Geburtstagsgeschenk zum 62. bescherte, trieb Badoer erneut die Sorgenfalten in die Gesichter der Teamführung. "Ferrari will in einem Rennen nicht Letzter werden, das ist klar. Wir müssen alle Möglichkeiten abwiegen. Wir wollen ein starkes Team sein, als Fahrer und als Marke", sagte Domenicali.

Badoer, von vielen Kommentatoren als schlechtester Formel-1-Pilot der Gegenwart bezeichnet, war schon vor dem Rennen in Spa die Rute ins Fenster gestellt worden. Nun steht sie auch im Fenster von Ferrari. "Montezemolo und Domenicali müssen entscheiden, ob sie weiterhin mit nur einem Auto fahren wollen oder ob sie den zweiten F60 einem Piloten anbieten, der damit Punkte für die Konstrukteurs-WM holen kann", schrieb etwa die "Gazzetta dello Sport".

(apa/red)