Fernreisen mit Kindern: Was in der Reiseapotheke auf keinen Fall fehlen darf

Mittel & Medikamente für die häufigsten Krankheiten Viele Medikamente sind am Urlaubsort nicht erhältlich

Fernreisen mit Kindern: Was in der Reiseapotheke auf keinen Fall fehlen darf © Bild: Corbis

Eine Fernreise stellt besondere Anforderungen auch an die Reiseapotheke: Der Körper ist stärker gefordert als bei einem Urlaub in Mitteleuropa, es können ungewohnte Krankheiten auftreten und viele in der Heimat gewohnte Medikamente sind am Urlaubsort nicht erhältlich.

Gerade Familien mit Kindern müssen große Sorgfalt bei der Reiseapotheke walten lassen: Sie sollte Mittel und Medikamente enthalten, die auf Kinder und ihre häufigsten Erkrankungen abgestimmt seien, sagt Hans-Ulrich Neumann vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte.

Lassen Sie sich ein Antibiotikum mitgeben
So litten manche Kinder häufig an einer Mittelohrentzündung . "In solchen Fällen sollten die Eltern sich von ihrem Kinderarzt ein Antibiotikum mitgeben lassen, das dem Kind bei Bedarf gegeben werden kann", sagt der Kinder- und Jugendarzt aus Hamburg. Gleiches gelte für Harnwegsinfekte . Bei einer Entzündung des Gehörgangs reiche in der Regel ein lokales Antibiotikum, das aufgetragen werde. Baden und Planschen im Wasser begünstige derartige Infektionen. Daher sollten Kinder immer auch an den Ohren gut abgetrocknet werden und nicht in nassen Badesachen herumlaufen.

Mittel bei Erbrechen und Durchfall
Erkrankt der Nachwuchs an Erbrechen und Durchfall, gleichen eine Elektrolytlösung und Traubenzucker den Mineralienverlust aus. Zusätzlich können spezielle Zäpfchen gegen Erbrechen helfen. "Ein bewährtes Hausmittel, um den Magen zu beruhigen, ist Reisschleim", sagt Neumann. Reis gehört in vielen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln und ist leicht zu bekommen.

Gegen eine Erkältung ist kaum ein Kraut gewachsen. Es lassen sich nur die Symptome lindern. Kinder- und Jugendarzt Neumann empfiehlt Nasentropfen und Honig, der unter anderem bei Husten lindernd wirke.

Gegen Kopf- und Gliederschmerzen helfen Ibuprofen oder Paracetamol, das auch bei Fieber eingesetzt werden kann. Ein Fieberthermometer darf in der Reiseapotheke nicht fehlen.

Vermeidung von Insektenstichen
Zur Vermeidung von Insektenstichen und dadurch eventuell übertragener Krankheiten rät Neumann zur Anwendung eines wirksamen Insektenschutzmittels. Ein Moskitonetz könne bei Bedarf über dem Bett der Kinder angebracht werden. Hat doch mal etwas zugestochen, lindere eine Salbe mit Hydrocortison den Juckreiz. Eventuell könne es sinnvoll sein, nach Absprache mit dem Kinderarzt einige Cortison-Tabletten mitzunehmen, falls eine besonders starke Reaktion auf einen Insektenstich auftrete.

Wunddesinfektion
Da Kinder gerne herumtoben, sind Kratzer und Abschürfungen an der Tagesordnung. Damit diese sich nicht entzünden, sollte ein flüssiges Wunddesinfektionsmittel aufgetragen werden, empfiehlt Neumann. Sehr wichtig sei der Schutz vor der Sonne: "Kinder sollten einen Sonnenhut und ein T-Shirt tragen, die Sonnencreme sollte mindestens den Schutzfaktor 30 haben." Für den Urlaub in Neuseeland oder Australien sei der Kauf spezieller Kleidung mit integriertem UV-Schutz ratsam.

Vor der Reise Impfstatus der Kinder überprüfen
Neben den Standardimpfungen rät Neumann zu einem Schutz gegen Hepatitis A und gegen Tollwut, falls diese am Urlaubsziel häufig auftritt. Hochrisikogebiete für Gelbfieber oder Malaria sollten mit Kindern nicht bereist werden. Bestehe ein nur geringes Malariarisiko, könne eine Prophylaxe mit Malarone Junior für Kinder sinnvoll sein. Hier seien der Kinderarzt oder ein Reisemedizinisches Zentrum die richtigen Ansprechpartner.

Die Checklist:
* Antibiotikum
* Elektrolytlösung und Traubenzucker
* Zäpfchen gegen Erbrechen
* Nasentropfen
* Ibuprofen oder Paracetamol
* Fieberthermometer
* Insektenschutzmittel und Salbe mit Hydrocortison
* event. Cortison-Tabletten
* flüssiges Wunddesinfektionsmittel
* Sonnencreme mit Schutzfaktor 30 oder höher

(travelpedia/dapd)