Schule von

Karmasin will
neue Ferien-Aufteilung

Zwei Wochen vom Sommer in den Herbst verlegen

Schule - Karmasin will
neue Ferien-Aufteilung © Bild: APA/ROLAND SCHLAGER

Familienministerin Sophie Karmasin plädiert für eine neue Aufteilung der Schulferien. "Wir brauchen etwa zwei Wochen kürzere Sommerferien und dafür längere Herbstferien", so Karmasin in der "Kleinen Zeitung". Wenn Ferien in mehrere Pakete aufgeteilt wären, hätten Eltern weniger Probleme mit der Betreuung.

Außerdem würde so der Tourismus belebt, meinte Karmasin. Betreuungsprobleme ortete sie nicht nur in der Ferienzeit: "Zwei Wochen vor Ferienbeginn haben Kinder schon früher aus, viele Eltern sind darauf kaum vorbereitet. Dasselbe hat man dann im September wieder. Also sind es fast zwölf Wochen." Mit Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) habe sie bereits einen Termin für ein Gespräch vereinbart - einen solchen hatte sie bereits am Montag im "Standard" avisiert.

Die Diskussion um die Länge der Sommerferien prägen selbige seit Jahrzehnten praktisch jedes Jahr: Zu Änderungen ist es bisher noch nicht gekommen - zu unterschiedlich sind bzw. waren die Meinungen dazu in den diversen Eltern- und Lehrervertretungen. An den Pflichtschulen ist man eher für eine Neuverteilung, an den höheren Schulen sieht man dies auch aufgrund der Pflichtpraktika an den berufsbildenden Schulen skeptischer. Lehrervertreter zeigten sich zwar immer wieder offen dafür, aktiv betrieben wurde eine Neuordnung aber nie. Problematisch war für sie vor allem die Begründung mit Betreuungsproblemen: Schulen seien schließlich Bildungs- und nicht Aufbewahrungseinrichtungen.

In Europa liegt Österreich mit seiner Sommerferiendauer in etwa im Schnitt. Noch längere Sommerferien gibt es vor allem in Südeuropa sowie im Baltikum mit bis zu 13 Wochen. Kürzer dauern sie vor allem in Großbritannien, Dänemark sowie in Deutschland und der Schweiz. In den beiden Nachbarländern sind im Regelfall sechs Wochen im Sommer frei, einzelne Schweizer Kantone haben noch kürzere Urlaubszeiten. Ausgeglichen wird dies aber jeweils durch ausgedehnte Herbstferien.

Eltern wollen mitreden

Die Elternvertreter wollen bei einer möglichen Neueinteilung des Schuljahrs mitreden. In den vergangenen Jahren habe man bei entsprechenden Vorstößen bereits mehrfach ein Gesamtpaket dafür vorgelegt, das unter anderem eine einwöchige Kürzung der Sommerferien beinhaltet, hieß es in einer Aussendung des Dachverbands der Elternvereine an Pflichtschulen. Dieses sei nach wie vor aufrecht.

Neben der Sommerferienverkürzung fordern die Elternvertreter darin einen Abtausch der derzeit schulfreien Dienstage nach Ostern und Pfingsten bzw. der jeweiligen Landespatron-Feiertage gegen die Unterrichtstage nach Christi Himmelfahrt und Fronleichnam. Außerdem müssten auch in Ferienzeiten qualitätsvolle und leistbare Betreuungsangebote zur Verfügung stehen und Wiederholungsprüfungen generell in der letzten Ferienwoche stattfinden. Wenn alle diese Punkte erfüllt seien, könne man die Möglichkeit zur Einführung von Herbstferien diskutieren - diese müssten wiederum möglichst einheitlich sein und frühzeitig festgelegt werden.

Grüne für Herbstferien, FPÖ sieht Sommerloch-Thema

Ganz ähnlich äußerte sich der Grüne Bildungssprecher Harald Walser. "Die Sommerferien um eine Woche kürzen, dafür im Spätherbst eine Woche Herbstferien für alle", so Walser in einer Aussendung. Nach den langen Sommerferien würden die Schüler viel Zeit brauchen, um sich wieder auf den Schulrhythmus einzustellen. Aus pädagogischer Sicht sei vor allem bei jüngeren Kindern auch die lange, kaum unterbrochene Arbeitsphase im Herbst problematisch.

Die FPÖ sieht in der Ferienfrage dagegen ein Sommerloch-Thema. "Selbst mit der Umverteilung der Feriendauer würde das bestehende Betreuungsproblem der Schüler während der Ferienzeit nicht gelöst", so der Nationalratsabgeordnete Wendelin Mölzer in einer Aussendung. Außerdem hätten die Schüler eine angemessene Regenerationszeit verdient, so die Vizepräsidentin des Kärntner Landesschulrats, Elisabeth Dieringer-Granza. Lehrer könnten aber in den beiden ersten und den beiden letzten Wochen verpflichtet werden, in einer Art "Sommerschule" den Schülern etwa für die Vorbereitung zu einer Nachprüfung zur Verfügung zu stehen.

Kommentare