USA von

Ferguson: Schüsse auf Polizisten

Spontane Proteste nach Festnahme eines Schwarzen

Ferguson © Bild: REUTERS/Kate Munsch

Nach der Festnahme eines Verdächtigen im Zusammenhang mit Schüssen auf zwei Polizisten in Ferguson ist es in der US-Kleinstadt am Sonntag (Ortszeit) zu Protesten gekommen. Nach Angaben der Behörden versammelten sich spontan etwa hundert Menschen vor der Polizeistation und drückten den Beamten und dem unter Druck stehenden Bürgermeister James Knowles ihre Solidarität aus.

Mehrere afroamerikanische Demonstranten organisierten einen Gegenprotest. Einige beleidigten die anwesenden Polizisten, andere zerrissen eine US-Flagge auf der Straße.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten zuvor mitgeteilt, dass ein 20-jähriger Schwarzer festgenommen worden sei. Er werde beschuldigt, Waffengewalt gegen zwei Polizisten angewandt zu haben. Der Vorfall hatte sich in der Nacht zum Donnerstag bei einer Demonstration vor einer Polizeiwache ereignet. Der 20-Jährige habe zugegeben, mehrere Schüsse abgegeben zu haben. Es sei aber möglich, dass er geschossen habe, ohne auf die Polizisten gezielt zu haben, hieß es.

US-Justizminister Eric Holder begrüßte die Festnahme. Diese sei eine "klare Botschaft", dass Akte der Gewalt gegenüber Polizisten "niemals toleriert" würden.

Einer der Organisatoren der Demonstration der vergangenen Woche, bei der die Schüsse fielen, besuchte den festgenommenen 20-Jährigen in Haft. Dieser habe ihm erzählt, dass er auf einen Demonstranten geschossen habe, der versuchte, ihn auszurauben, sagte Bischof Derrick Robinson. Er habe ihn aber nicht identifizieren können. Der 20-Jährige habe ihm außerdem Verletzungen gezeigt, die er nach eigenen Angaben von Schlägen durch die Polizisten bei seiner Festnahme erlitt, sagte Robinson.

Ferguson ist ein Vorort von St. Louis im Staat Missouri. Der Ort war im Sommer international in die Schlagzeilen geraten, nachdem dort der unbewaffnete schwarze Jugendliche Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden war.

Kommentare