England von

Ferguson lästert über Beckham

"David wollte nur berühmt sein", schreibt der Sir in seiner Biografie

David Beckham und Alex Ferguson © Bild: 2002 Getty Images

Englands ehemaliger Fußball-Star David Beckham kommt in der am Dienstag erschienenen Biografie von Sir Alex Ferguson sehr schlecht weg. "David war der einzige Spieler, den ich trainiert habe, der es vorzog, berühmt zu sein, der es zu seiner Mission gemacht hat, abseits des Spielfelds bekannt zu sein", schreibt der 71-jährige Ex-Erfolgscoach von Manchester United über den einstigen "Flankengott".

Dieser "Berühmtheitsaspekt" stieß Ferguson bitter auf und sei Beckham im Weg gestanden, "eine United-Legende zu werden". Und mit steigendem Bekanntheitsgrad sei seine Einstellung immer schlechter geworden, schrieb Ferguson. So habe er zunehmend "ablehnend" auf Kritik reagiert, weshalb es im Februar 2003 zum berühmten Schuh-Zwischenfall nach der 0:2-Heimniederlage im FA-Cup-Achtelfinale gegen Arsenal kam. Aus Wut über Beckhams Respektlosigkeit hatte Ferguson seinem Star einen Schuh gegen den Kopf geschossen und ihn damit auf der Stirn leicht verletzt.

Alex Ferguson mit seiner Biografie
© Getty/AFP/Court Ferguson mit seinem Buch

Schuhwurf als Todesstoß

Nach seinem Schuhwurf teilte Ferguson dem United-Vorstand mit, dass "er (Beckham) gehen muss". "In der Minute, in der ein Manchester-United-Spieler glaubt, dass er über dem Trainer steht, muss er gehen", erklärt Ferguson in seiner Bio. "David dachte, er wäre größer als Alex Ferguson. Dabei spielt es keine Rolle, ob Alex Ferguson oder jemand anderer Trainer ist. Es geht um Autorität. Es darf nicht sein, dass ein Spieler in der Kabine das Kommando übernimmt. Das war der Todesstoß für ihn."

Beckham, der mit United sechs Meistertitel unter Ferguson gewonnen hat, wurde deshalb nach der Saison 2002/03 an Real Madrid verkauft. Der 38-Jährige beendete seine Spielerkarriere im Mai dieses Jahres. Wenig Tage zuvor hatte Ferguson nach seinem 13. Meistertitel mit Manchester United seinen Rückzug als Trainer bekannt gegeben.

Ronaldo war der Begnadetste

Neben Beckham wird in Fergusons Biografie auch anderen Themen viel Platz eingeräumt. So gibt es Kapitel über den ehemaligen United-Kapitän Roy Keane, Englands Stürmerstar Wayne Rooney oder seine beiden Erzfeinde auf der Trainerbank - Rafael Benitez (früher bei Liverpool und Chelsea) und Arsene Wenger (Arsenal). Der "begnadendste Spieler", den er jemals trainierte, sei Portugals Superstar Cristiano Ronaldo gewesen. "Er übertraf all die anderen ganz Großen, die ich bei United betreut habe - und das war eine ganze Menge."

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