Fenstersprung wegen Polizeikontrolle: Zwei Afrikaner in Wien schwer verletzt

Polizei spricht von "Amtshandlung im Suchtgiftmilieu" Eine Festnahme. Grund für Flucht noch unklar

Zwei Afrikaner sind bei einem Einsatz der Wiener Polizei schwer verletzt worden. Die beiden Männer sprangen nach Angaben der Pressestelle der Bundespolizeidirektion Wien aus einem Fenster. Es habe sich um eine "Amtshandlung im Suchtgiftmilieu" gehandelt.

Keiner der beiden Männer, die sich aus einer Wohnung im Mezzanin aus etwas mehr als sechs Meter Höhe geflüchtet hatten, befand sich nach dem Sturz in Lebensgefahr. Der 25-jährige Gambier erlitt einen Bruch des Sprunggelenks. Der zweite Asylwerber, dessen Identität zunächst ungeklärt war, trug Kopfverletzungen davon. Das sagte Oberstleutnant Robert Klug.

Zur Vorgeschichte: Die Einsatzgruppe Suchtgiftkriminalität Wien hatte am Dienstag zwei Verdächtige bei einem Drogendeal beobachtet, beide wurden festgenommen. Von daher stammte der Hinweis auf die Wohnung in der Brigittenau als mögliches Drogenversteck. Ein gerichtlicher Hausdurchsuchungsbefehl sollte nun vollstreckt werden.

Dazu schwärmten 15 Drogenfahnder aus, sicherten das Haus von innen und außen und öffneten, nachdem die Bewohner nicht aufsperren wollten, gewaltsam die Wohnungstür. In diesem Augenblick flüchteten die beiden Asylwerber aus etwa 6,15 Meter Höhe durch das Fenster. Verletzt blieben beide auf dem Gehsteig liegen.

Warum die Männer gesprungen sind, sei unklar, sagte Klug. Es werde überprüft, ob gegen sie etwas vorliegt. Außer ihnen hatten sich vier weitere Afrikaner in der Wohnung aufgehalten. Einer der Männer - ihm legen die Fahnder den Besitz von rund 100 Gramm Marihuana zur Last - wurde vorläufig festgenommen.

(apa/red)