Felix Gottwald kann es immer noch:
Zweiter beim Kombi-Weltcup in der Ramsau

Nur Franzose Chappuis war besser als ÖSV-Star

Felix Gottwald kann es immer noch:
Zweiter beim Kombi-Weltcup in der Ramsau © Bild: APA/EXPA/Hinterleitner

Felix Gottwald hat in der Heimat den Sprung zurück auf das Siegespodest geschafft. Im dritten Weltcup-Bewerb seiner zweiten Karriere holte der Olympiasieger in der Nordischen Kombination in Ramsau am Dachstein den zweiten Rang. Vor exakt zwei Jahren und neun Monaten war der Salzburger zuletzt in den Top 3 gelandet, war beim ursprünglichen Abschied im März 2007 in Oslo ebenfalls Zweiter gewesen. Auch damals hatte er dem Franzosen Jason Lamy Chappuis den Vortritt lassen müssen. Der 23-Jährige baute mit dem dritten Saisonsieg die Weltcupführung aus.

"Das fühlt sich gut an", meinte Gottwald nach dem ersten Podestplatz der ÖSV-Kombinierer im Olympia-Winter. "Natürlich will man gewinnen, aber ich kann nicht erwarten, dass ich gleich ganz oben stehe", erklärte der 33-jährige Wahl-Ramsauer, der im WM-Ort von 1999 nächstes Jahr in ein neues Holzhaus einziehen wird. Gottwald hatte sich mit einem optimalen Sprung (95 m) als Vierter eine perfekte Ausgangsposition geschaffen und den Sieg angepeilt. "Flucht nach vorne", nannte es Trainer Günther Chromecek.

Nach der ersten der vier 2,5-km-Runden hatte der Doppel-Olympiasieger von Turin 2006 schon sieben Sekunden Vorsprung auf die Verfolger, doch die Gruppe dahinter holte dank der Arbeit von Doppel-Weltmeister Todd Lodwick wieder auf. Der US-Amerikaner musste bei seinem Saison-Debüt im Weltcup allerdings im Finish abreißen lassen und belegte schließlich Rang sechs.

Lamy Chappuis ließ sich hingegen nicht abschütteln. "Ich habe versucht zu attackieren, aber Jason trägt nicht umsonst das Gelbe Trikot", sagte Gottwald, der auf dem abfallenden Abschnitt vor dem Ziel den Anschluss verlor und im Ziel 2,7 Sekunden Rückstand hatte.

"Bin sehr zufrieden"
"Ich bin mit Platz zwei sehr zufrieden, wichtig ist jetzt, dass ich in einen Wettkampf-Rhythmus komme", erklärte der gebürtige Zeller. "Ich bin wieder hungrig, es macht Spaß und das soll so bleiben." Spaß hatte auf den letzten Metern auch Lamy Chappuis. "Das ist einer der Siege, auf die ich am meisten stolz bin, denn es war sehr eng. Einen Champion wie Felix im Finish zu schlagen, ist großartig."

Lamy Chappuis hat im Weltcup nach fünf Bewerben bereits 101 Punkte Vorsprung auf den Deutschen Tino Edelmann, der hinter dem Norweger Magnus Moan (als bester Läufer von 43 auf 3) Tages-Vierter wurde. Für den Franzosen hat eigentlich Olympia Priorität, doch nun denkt er nicht an eine Wettkampfpause. "Ich will das Gelbe Trikot möglichst lange behalten."

Gottwald war der einzige Österreicher in den Top Ten, denn Christoph Bieler fiel nach dem ersten Platz im Springen an die 17. Stelle zurück. "Moan hat mich erst im letzten Anstieg überholt, zum Podest ist der Abstand nicht so groß", sagte der 32-jährige Tiroler. "Aber mir fehlt im Laufen noch die Spritzigkeit, ich tue mir schwer, ein hohes Tempo zu gehen." Mario Stecher verbesserte sich nach völlig verpatztem Sprung immerhin vom 34. auf den 21. Rang, knapp vor Willi Denifl (23.), der seine gute Platzierung nach dem Springen (13.) einbüßte.

(apa/red)