Felix Gottwald kehrt in den Weltcup zurück:
Hat nach zwei Jahren genug von "Pension"

NEWS wusste es schon länger - jetzt ist es offiziell Nordischer Kombinierer gibt sein Comeback bekannt

Felix Gottwald kehrt in den Weltcup zurück:
Hat nach zwei Jahren genug von "Pension" © Bild: APA/EPA/Sirkka

Die Spekulationen haben sich also bewahrheitet: Doppel-Olympiasieger Felix Gottwald hat sich zur Rückkehr in den Weltcup-Zirkus entschlossen, der Österreichische Skiverband hat auch Gottwalds Wunsch entsprochen, und dessen früheren Trainer Günther Chromecek mit ins Boot geholt. Der 33-jährige Salzburger hatte seine Karriere am 18. März 2007 beendet, am WM-Schlusstag als ORF-Fachkommentator am 1. März dieses Jahres in Liberec keimten bei Gottwald erste Comeback-Gedanken auf.

"Ich sehe es nicht als Comeback. Für mich ist es ein Neustart", meinte Gottwald bei einer Pressekonferenz im dritten Wiener Gemeindebezirk. Er betrachte es wie ein Betriebssystem und nun habe er sich eben die "updates" geholt, um neu durchzustarten.

Immer stärker werdender Wunsch
Am 1. März kamen erstmals die Gedanken über eine sportliche Rückkehr auf. "Der Gedanke war am nächsten Tag in der Früh noch da." Es gehe ihm nicht um die Medaillen, sondern um den Weg dahin. Gottwald, der immer schon dafür bekannt war, keine Medaillen anzukündigen, ließ sich freilich darauf nicht festlegen. Es sei ein immer stärker werdendes Gefühl gewesen und der Wunsch, wieder "bis auf die letzte Faser austrainiert" zu sein, der ihn zur Rückkehr bewogen habe.

Weder der seit dem vergangenen Jahr neue Modus, noch das märchenhafte Comeback von Todd Lodwick, der sich nach zwei Jahren Absenz in Tschechien zum Doppel-Weltmeister gekürt hatte, wären die wahren Beweggründe gewesen, so der Doppel-Olympiasieger und Gesamt-Weltcupsieger 2000/01.

Zweite Trainingsgruppe
Vom Gedanken bis zur Ausführung und Organisation ist es ein weiter Weg, doch im Österreichischen Skiverband wurden die Absichten Gottwalds freilich hocherfreut aufgenommen. Kurz nachdem der Nordische Direktor Toni Innauer mit dem Norweger Baard Jörgen Elden einen neuen Cheftrainer präsentiert hatte, musste sich Innauer gemeinsam mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zusätzliche Strukturen überlegen.

Die Bildung einer zweiten Trainingsgruppe mit Günther Chromecek war das Ziel, neben Gottwald sollen noch zwei, drei dazupassende ÖSV-Kombinierer eine Art Gegenpol zur Nationalmannschaft bilden. Chromecek, der mit Gottwald seit vielen Jahren gut befreundet ist, hat seine Tätigkeit im Nachwuchsbereich der Schweizer Skispringer zurückgelegt und in einem Telefonat mit dem ÖSV-Präsidenten unbürokratisch zugesagt.

"Im Endeffekt war es dann zehn Minuten vor dem Abflug nach Amerika. Da hat mich der Präsident angerufen, und gefragt wie es ausschaut", erinnerte sich Chromecek, der mit Gottwald eigentlich zu einem (Golf-)Urlaub nach Florida aufgebrochen war, der dann auch sehr viele Planungsgespräche in Richtung Comeback beinhaltete.

ÖSV-Direktor Innauer freute die Entwicklung, von der man im ÖSV Ähnliches erhofft, wie bei den Biathleten, als die Aufsplittung in zwei Trainingsgruppen einen deutlichen Aufwärtstrend brachte. "Wir haben mit dem neuen Reglement gekämpft, sportpolitisch haben wir keine Änderung erreicht. Es ist eine sehr schöne Antwort, jetzt mit einem ganz, ganz starken Läufer im neuen Format der Kombination kontern zu können", meinte Innauer.

"Unerwartete Aufwertung"
Möglicherweise sei dies für Gottwald ein Mitgrund gewesen, es erneut zu versuchen. "Es ist eine unerwartete Aufwertung unseres an sich sehr starken Teams und wird auch in der inneren Dynamik sicher etwas bewegen und manchen dazu bringen, vielleicht die letzten paar Prozent noch aus sich herauszuholen."

Die beiden Trainingsgruppen werden sich natürlich immer wieder treffen. "Bei Tests sowieso, um den Vergleich zu haben. Dann können wir etwas herausholen, das für beide Seiten inspirierend ist", so Innauer, der auch glaubt, dass diese neue Konstellation für Sponsoren interessanter sein könnte. Innauers Erwartungen für die Olympiasaison? "Die sind geringfügig gestiegen", schmunzelt er, und ergänzt "Es ist ein spektakuläres Unterfangen, einen Neustart zu machen und eine Garantie gibt es auch für den Felix Gottwald keine. Er wird sicher das Wettkämpfen auf eine Art und Weise wieder neu lernen müssen."

Die ÖSV-Führung überreichte Gottwald symbolisch eine Pflanze. "Möge Dir der Keim, den Du gesetzt hast, eine reiche Ernte bringen", meinte Innauer.

(apa/red)