Felix Baumgartner von

Todeszone frierend überwunden

Felix Baumgartner machte bei Stratos-Testsprung vor allem Kälte zu schaffen

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    Was muss das für ein Gefühl sein: Felix Baumgartner kurz vor seinem Sprung aus 21.800 Metern Höhe.

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    Der Extremsportler wurde in dieser Druckkapsel von einem fast 50 Meter hohen Heliumballon auf eine Höhe von knapp 22 Kilometern getragen.

Als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrechen: Diesem Traum ist der Salzburger Extremsportler Felix Baumgartner einen Schritt näher gekommen. Er hat in den USA seinen ersten Testsprung für das Stratos-Projekt erfolgreich absolviert. Der 42-Jährige stürzte sich aus einer Höhe von 21.800 Metern und landete exakt drei Minuten und 33 Sekunden später in der Wüste von New Mexiko, knapp 30 Kilometer von Roswell entfernt.

Der nächste große Test ist für Juni geplant. "Das war die richtige Motivation für das Team und die nächsten Schritte", freute sich der Salzburger. Mit dem Sprung wurde die bemannte Phase des Projekts "Red Bull Stratos" eingeläutet.

Mit 587 km/h erdwärts gerast
Der Extremsportler wurde in einer Druckkapsel von einem fast 50 Meter hohen Heliumballon innerhalb von einer Stunde und 40 Minuten auf eine Höhe von knapp 22 Kilometern getragen. Der Aufstieg und der Ausstieg aus der Kapsel gingen planmäßig von statten. Mit einer Geschwindigkeit von fast 587 km/h raste Baumgartner dann dreieinhalb Minuten lang erdwärts. Exakt um 09.50 Uhr Ortszeit landete Baumgartner im Raumanzug mit seinem Fallschirm in der Wüste. Auch die Druckkapsel, aus der Baumgartner abgesprungen war, wurde gleichzeitig abgesprengt und landete unbeschadet.

Kälte war das Schlimmste
Am meisten zu schaffen machte dem Salzburger die Kälte: "Ich konnte meine Hände kaum bewegen. Daran müssen wir noch arbeiten", so Baumgartner. An die ungewohnte Dimension des Sprunges musste sich der Österreicher erst noch gewöhnen: "Als ich nach einiger Zeit den Schirm öffnen wollte, bemerkte ich, dass ich noch auf über 15.000 Meter war" - in der Todeszone.

Ausrüstung hat Stand gehalten
Ziel des ersten bemannten Tests war es, über die sogenannte Armstrong-Linie hinaus zu fliegen. So bezeichnet man in der Raumfahrt jenen lebensbedrohlichen Bereich, in dem Flüssigkeiten - also auch Blut - zu verdampfen beginnen und die Temperaturen bei knapp minus 60 Grad Celsius liegen. Nur mit Hilfe der perfekt funktionierenden Ausrüstung konnte Baumgartner zudem den Unterdruck und den Sauerstoffmangel überleben.

"Ich bin zurück auf der Erde", sagte der 42-Jährige kurz nach seinem Sprung über Facebook. "Ich bin immer noch aufgeregt und kann es kaum in Worte fassen, was heute um 07.30 Uhr (Ortszeit, Anm.) passiert ist", postete Baumgartner. "Wie auch immer, ich habe viele glückliche Gesichter gesehen hier und nichts Anderes zählt."