Grüne von

Felipe führt Partei in
Tiroler Landtagswahl

Mit 79,06 Prozent der Delegiertenstimmen zur Spitzenkandidatin gekürt

Ingrid Felipe © Bild: APA/Expa/Johann Groder

LHStv. Ingrid Felipe wird die Tiroler Grünen in die Landtagswahl am 25. Februar führen. Die rund 200 Delegierten kürten sie bei der 44. Landesversammlung am Samstag in Igls mit 79,06 Prozent der Stimmen zur Spitzenkandidatin.

Felipe hatte zuvor in ihrer Rede die "Rückschläge" der vergangenen Monate Revue passieren lassen: "Vieles ist völlig daneben gegangen und gut gemeint ist nicht immer gut gemacht", räumte sie ein. Das Ergebnis bei der Nationalratswahl sei "schmerzhaft" gewesen, so Felipe. Andererseits hob sie das in Tirol Erreichte hervor, wie etwa die Tarifreform, das "beseitigte Agrarunrecht" sowie den Schutz der Kalkkögel und der Isel. Zudem führte sie die Lkw-Obergrenze ins Treffen, "die kommen wird". "Wir haben Tirol grüner gemacht", betonte Felipe, wofür sie Applaus von den Delegierten erntete.

Nationalratswahl war "schmerzhaft"

Das Ergebnis bei der Nationalratswahl sei "schmerzhaft" gewesen, erklärte Felipe in ihrer Rede: "Ich möchte mich für die falschen Entscheidungen und die daraus resultierenden Kränkungen entschuldigen". Die Grünen müssten wieder lernen, "Widersprüche auszuhalten", so Felipe: "Wir schätzen die Vielfältigkeit, daher müssen wir auch intern wieder die Lust an kontroversiellen Diskussionen kultivieren".

»Möchte mich für die falschen Entscheidungen und die daraus resultierenden Kränkungen entschuldigen«

Als Gegenkandidat von Felipe um Platz eins hatte sich Chris Veber, ein einfaches Mitglied der Grünen aus Innsbruck, "spontan" vor Beginn der Landesversammlung gemeldet. In seiner Rede äußerte er vor allem Kritik am Grünen-Standpunkt zum Thema Flucht und Migration. "Wir haben zu wenig über dieses Thema geredet und wenn dann nur, dass alle kommen können". Niemand sei aber für "offene Grenzen für den ganzen Planeten". Auch die Grünen müssten Stellung beziehen, "wer kommen darf, und wer nicht", so Veber: "Denn sonst werden wir bald nicht mehr die Gelegenheit bekommen, andere grüne Themen umzusetzen". Veber wurde von den Delegierten bei seiner Kandidatur um Platz eins mit 20,94 Prozent der Delegiertenstimmen bedacht.

Felipe zur Mindestsicherung

Felipe räumte bei der Landesversammlung beim Thema Mindestsicherung ein, nicht unbedingt auf die Tiroler Regelung "stolz" zu sein, aber: "Wir haben dadurch Schlimmeres verhindern können. Mit allem, was uns zur Verfügung steht, haben wir gegen Lösungen gekämpft, wie in anderen Bundesländern, wo die Regelungen wesentlich schlechter sind". Die Tiroler Mindestsicherung sei immerhin noch die zweitbeste Österreichs, nach Wien. Felipe stellte den Mitgliedern aber in Aussicht, nachverhandeln zu wollen.

Auf den zweiten Listenplatz wurde Klubobmann Gebi Mair gewählt. Mair hatte drei Gegenkandidaten, erreichte aber dennoch 55,88 Prozent der Stimmen. Er hatte in seiner Rede betont, dass nicht "alles schlecht gelaufen ist, was wir Tiroler Grünen getan haben". In manchen Punkten hätte man aber "deutlicher" sein können, so Mair. Er verteidigte ebenfalls die Regelung bei der Mindestsicherung. Denn hätte es keine Lösung in Tirol gegeben, wäre die schwarz-blaue Regelung österreichweit gekommen.

Kommentare

Lucas Di Lorenzo

Die Entschuldigung kommt zu spät. Man hat integrationsunwillige Asylanten (Wirtschaftsflüchtlinge) ins Land gelassen, in Wien die demokratischen Grundsätze mit Füssen getreten (Stichwort: Heumarktabstimmung) und gezeigt, dass man nur an Selbstinszenierung (Glawischnig, Wassilakou) interessiert ist. Gut, dass die Lunacek und Co. endgültig weg sind. Der Wähler hat immer recht.

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