Fekter widerruft ursprüngliche Aussage: Opfer hatte doch um Polizeischutz gebeten

Innenministerin spricht von "komplexem Kriminalfall" Mordaufklärung unabhängig von Milieu und Umfeld

Fekter widerruft ursprüngliche Aussage: Opfer hatte doch um Polizeischutz gebeten © Bild: NEWS

Entgegen ihrer anfänglichen Darstellung im Tschetschenen-Mordfall, hat Innenministerin Fekter nun eingeräumt, das Mordopfer hätte doch um Polizeischutz gebeten. Sie betont, dass allfällige Fehler der Exekutive im Zusammenhang mit der Ermordung eines Tschetschenen in Wien aufgeklärt würden.

"Sollten tatsächlich Fehler passiert sein, dann sind diese auch zu klären und die Konsequenzen daraus zu ziehen", meint die Ressortchefin. Dieser "Kriminalfall" sei äußerst komplex. Es werde in die verschiedensten Richtungen ermittelt.

Doch Bitte um Polizeischutz
Klar dürfte mittlerweile sein, dass das Opfer um Polizeischutz angefragt hatte. Sie habe nun den Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit beauftragt, für die notwendige Information und Aufklärung zu sorgen, betonte Fekter. Derzeit werde in die verschiedensten Richtungen ermittelt.

Klar sei, dass viele Behauptungen und Gerüchte im Raum stünden. Wenn einzelne Dokumente oder Aussagen ohne jeden Zusammenhang an die Öffentlichkeit gelangten, bedeute dies noch lange nicht, dass damit der tatsächliche Sachverhalt und die Hintergründe richtig dargestellt würden. Es gelte nun einen Mord aufzuklären, egal in welchem Milieu oder in welchem Umfeld.

Nähere Details nannte Fekter nicht. Sie verwies darauf, dass noch heute Informationen zu dem Mordfall von Polizeipräsident Gerhard Pürstl und der Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz kundgetan werden.

Richtigstellung
Zu ihrer Darstellung vor dem Ministerrat, wonach das Mordopfer Polizeischutz abgelehnt habe, machte Fekter auf Nachfrage eine Richtigstellung. Nach den vorliegenden Informationen zum Zeitpunkt des Interviews sei ein Polizeischutz abgelehnt worden: "Im Laufe der weiteren Ermittlungen haben sich diese Informationen in Folge anders dargestellt."

Der 27-jährige Tschetschene Umar I. war in der Vorwoche in Wien-Floridsdorf in den Mittagsstunden einem Mord zum Opfer gefallen. Seither ranken sich Gerüchte um eine politischen Tat, hatte sich Israilov, der mit seiner Familie aus Tschetschenien geflohen war, doch bedroht gefühlt.

Beisetzung am Zentralfriedhof
In der Zwischenzeit ist Umar I. am Zentralfriedhof in Wien-Simmering beigesetzt worden. Die Trauerfeier der Familie wurde streng bewacht, bestätigte die Polizei entsprechende Zeitungsberichte. Zu Zwischenfällen kam es nach der brisanten Ermordung des jungen Mannes am 13. Jänner auf offener Straße in Wien-Floridsdorf nicht. Die Zeremonie sei "ruhig und unspektakulär" abgelaufen, hieß es bei der Polizei.

(apa/red)