Feinstaubbelastung in Österreich zu hoch:
Grenzwert in sieben Städten überschritten

Weitere 14 Orte liegen nur knapp unter der Norm VCÖ fordert Nahverkehrsoffensive mit Bus und Bahn

Feinstaubbelastung in Österreich zu hoch:
Grenzwert in sieben Städten überschritten © Bild: APA/Leodolter

Die Bevölkerung ist in vielen Orten Österreichs einer zu hohen Feinstaubbelastung ausgesetzt. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass in Graz, Linz, Wien, Klagenfurt, Leibnitz, Wolfsberg und Köflach bei Messstationen bereits jetzt der Jahresgrenzwert von Feinstaub überschritten wurde. Weitere 14 Orte stehen knapp vor der Grenzwert-Überschreitung. Eine hohe Feinstaubbelastung macht krank und verkürzt die Lebenserwartung deutlich. Der VCÖ fordert eine Nahverkehrsoffensive, damit mehr Menschen auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen können.

Graz ist weiterhin die Feinstaubhochburg Österreichs. 58 Mal wurde in den ersten elf Monaten der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten, erlaubt ist eine Überschreitung an 30 Tagen. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass in sechs weiteren Städten bereits jetzt der Jahresgrenzwert überschritten wurde: In Linz, Leibnitz, Wien, Wolfsberg, Köflach und Klagenfurt. In diesen Städten leben 2,26 Millionen Menschen - mehr als ein Viertel von Österreichs Bevölkerung. Weitere 14 Orte liegen knapp unter dem Feinstaub-Jahresgrenzwert. Im Vorjahr wurde insgesamt in 16 Orten der Feinstaub-Jahresgrenzwert überschritten.

Mehr Krankheiten durch hohe Feinstaubbelastung
"Leider macht die Politik zu wenig, um die Feinstaubbelastung zu verringern. Und das, obwohl medizinische Studien belegen, dass eine hohe Feinstaubbelastung mehr Krankheiten verursacht und die Lebenserwartung deutlich verkürzt", stellt VCÖ-Experte Martin Blum fest. Eine am Beginn des Jahres veröffentlichte Studie des Umweltmediziners Dr. Manfred Neuberger zeigt, dass in Wien und Graz mit einer Zunahme von 10 Mikrogramm Feinstaub in der Luft die Zahl der Todesfälle um 1,5 Prozent steigt. Die Kleinstpartikel (PM 2,5), die vor allem in den Dieselabgasen enthalten sind, sind extrem schädlich. Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt, dass sich durch eine hohe Feinstaubbelastung die Lebenserwartung in Graz um rund 17 Monate verringert, in Linz um 14, in Wien um zwölf, in St. Pölten um elf Monate, in Innsbruck um zehn Monate, in Klagenfurt um neun Monate und in Salzburg um sieben Monate.

VCÖ fordert Nahverkehrsoffensive
Um die Feinstaubbelastung in den Ballungsräumen zu verringern, ist der Lkw-Verkehr in den Ballungsräumen zu verringern. Zudem ist es wichtig, dass mehr Pendlerinnen und Pendler mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen können. Dafür fordert der VCÖ mehr Verbindungen. "Schon jetzt sind viele Züge mehr als voll. Umso wichtiger ist eine Nahverkehrsoffensive. Mehr Verbindungen ermöglichen es mehr Personen mit der Bahn zur Arbeit zu fahren", betont VCÖ-Experte Blum. Zudem fordert der VCÖ, dass Diesel nicht länger niedriger besteuert wird. Die Mineralölsteuer auf Diesel ist um 10 Cent pro Liter niedriger als auf Benzin. (red)