Feier im KZ Ebensee von Neonazis gestört:
Vermummte mit "Sieg Heil" und Hitlergruß

9. Mai: Teilnehmer attackiert und angepöbelt Überlebende des Konzentrationslagers anwesend

Feier im KZ Ebensee von Neonazis gestört:
Vermummte mit "Sieg Heil" und Hitlergruß © Bild: APA/Mauthausen Komitee

Bei der Gedenkfeier im ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslager Ebensee in Oberösterreich sind Neonazis aufgetaucht. Mehrere Jugendliche beleidigten die Teilnehmer der Feier - unter ihnen zahlreiche Überlebende des Konzentrationslagers - mit Sieg-Heil-Rufen und Hitlergruß.

Die Vorfälle hatten auch international für Aufsehen gesorgt: Eine Gruppe aus Frankreich war beim Besuch des Besichtigungsstollens, der einst von den KZ-Häftlingen in den Fels geschlagen worden war, von mit Sturmhauben vermummten Männern in dunkler Uniform-ähnlicher Kleidung tätlich angegriffen worden. Einer der Täter habe eine Schusswaffe bei sich getragen. Von ihm existiert sogar ein mit einem Mobiltelefon gemachtes Foto. Zwei der Franzosen sollen von Geschoßen, vermutlich Plastikkugeln getroffen und verletzt worden sein.

Sieg-Heil-Rufe und Hitlergruß
Kurz danach begegnete eine rund zehn Personen umfassende italienischen Gruppe auf ihrem Weg von einem Gedenkstein zum Besichtigungsstollen den Jugendlichen. Diese hätten "Heil Hitler" und "Sieg Heil" gerufen und die rechte Hand erhoben - für die Sicherheitsbehörden eindeutig der Tatbestand nationalsozialistischer Wiederbetätigung.

Die Italiener wollten das Quartett fassen. Dabei wurde einem der Sturmhaube herunter gerissen, so dass danach bekannt war, dass es sich um einen jungen Mann gehandelt habe. Die vier konnten jedoch flüchten. Die Polizei wurde alarmiert und nahm die Angaben der Italiener auf. Später erfuhr sie auch von den Vorfällen im Stollen. Die dabei vermutlich verwendete Waffe wurde später auf dem Weg in den Ort gefunden. Es handelte sich um eine Plastik-Attrappe eines Gewehrs vom Typ AK-47 (Kalaschnikow).

(apa/red)