Federer beendet Nadals lange Sand-Serie: Schweizer gewinnt das Turnier in Hamburg

Spanier nach 81 Erfolgen en suite endlich bezwungen

Federer beendet Nadals lange Sand-Serie: Schweizer gewinnt das Turnier in Hamburg

Roger Federer hat seinen Sandfluch besiegt und Rafael Nadal die erste Niederlage auf dem ungeliebten roten Belag beigebracht. Im Traumfinale am Hamburger Rothenbaum triumphierte der Weltranglisten-Erste nach 1:55 Stunden mit 2:6,6:2,6:0 und schaffte im sechsten Duell der Giganten den ersten Erfolg auf Asche. Für Nadal war es nach 81 Siegen in Serie die erste Niederlage, durch die er zudem das Triple aus Siegen in Monte Carlo, Rom und Hamburg in einer Saison verpasste.

Für seinen vierten Erfolg am Rothenbaum nach 2002, 2004 und 2005 kassierte Federer 340.000 Euro an Preisgeld; der Mallorquiner Nadal bekam die Hälfte. "Ich wäre schon gerne derjenige, der Rafaels Serie beendet", hatte Federer sich vorgenommen.

Doch während ein Flugzeug "Go Roger Go" an den Himmel schrieb, schien es wie schon bei der Hand voll Sandduelle zuvor und zuletzt im vergangenen Monat im Finale von Monte Carlo wieder anders zu kommen. Nadal ging rasch in Führung und düpierte den Branchen-Primus dabei mehr als einmal. Doch Federer blieb eiskalt und schlug gnadenlos zurück.

Den zweiten Satz dominierte er wie Nadal den ersten. Und im entscheidenden dritten Durchgang machte er dort weiter, wo er im teilweise grandiosen zweiten aufgehört hatte.

Der 20-jährige Nadal war in seinem ersten Endspiel auf dem "Center Court der Welt" mit den Kräften total am Ende und konnte keine Gegenwehr mehr leisten. Im elften Vergleich mit dem in der Rangliste mit riesigem Vorsprung führenden Federer kassierte er die vierte Niederlage, die eine Woche vor Beginn der French Open für den Titelverteidiger eine der bittersten war. 0:6 war er auf Sand noch nie untergegangen.

Für Federer konnte die Generalprobe für das einzige Grand-Slam-Turnier, das er noch nicht gewinnen konnte, nicht besser verlaufen. Die "menschlich schwere" Trennung von Trainer Tony Roche hat die Stimmung des 25-Jährigen merklich aufgehellt. Das war schon tags zuvor zu sehen, als er sich in 2:07 Stunden zu einem 4:6,6:4,6:2-Erfolg gegen den spanischen French-Open-Champion von 1998, Carlos Moya, gemüht hatte. Es war Federers 36. Sieg in Serie auf deutschem Boden. Zuletzt bezwang ihn der Australier Mark Philippoussis 2003 im Achtelfinale am Rothenbaum.

Nadal musste in seinem Vorschlussrunden-Match sogar noch 28 Minuten länger kämpfen, bis er Pörtschach-Starter Lleyton Hewitt 2:6,6:3,7:5 niedergerungen hatte. Es war erst sein zweiter Sieg gegen den Australier im sechsten Vergleich. Nadal: "Lleyton hat mir alles abverlangt." Vielleicht auch deshalb fehlte dem Sand-König im finalen Match die Kraft.

(apa/red)