FC Kärnten in finanziellen Turbulenzen:
Lizenz für kommende Saison wackelt gehörig

Spieler und Angestellte seit Monaten nicht bezahlt "Liquiditätsprobleme": Kicker drohten sogar mit Streik

Der Kärntner Erstligist FC Kärnten ist in finanziellen Turbulenzen. Spieler und Angestellte sollen seit Monaten kein Geld mehr gesehen haben. Der geschäftsführende Präsident Josef Steindorfer bestätigte, dass der Klub "Liquiditätsprobleme" hat. Diese dürften gravierend sein, nachdem Steindorfer auch erklärte, die Lizenz für die kommende Saison sei "noch lange nicht gesichert". Kärnten hat wegen seiner finanziellen Probleme bereits Kontakt mit Landeshauptmann Haider aufgenommen.

Sein letztes Geld habe er im Dezember bekommen, zitierte die "Kleine Zeitung" einen nicht genannten Spieler des Klagenfurter Klubs. Nun ist den Spielern die Geduld ausgegangen. Auf Grund ausständiger Spielergehälter hatten die sie sogar einen Streik in Erwägung gezogen, dann aber doch wieder abgeblasen.

Steindorfer will nun vermitteln. Zwischen Dezember und Februar gebe es traditionellerweise ein finanzielles "Winterloch". Das Problem liege aber nicht im Budget, sondern im Zahlungsfluss, so FCK-Geschäftsführer Markus Pacheiner, der über die späte Zahlungsmoral einzelner Sponsoren klagt.

Hoffen auf Finanzspritze der Stadt Klagenfurt
Steindorfer zufolge gibt es solche winterlichen Engpässe schon seit Jahren. "Das geht auch anderen Vereinen so." Allerdings habe er diese "Dürrezeiten" früher mit einer privaten Haftungserklärung für eine Überziehung des FCK-Kontos überbrückt. Diesmal gab es keine Haftung, weil "sie uns im Herbst so enttäuscht haben". Der Verein überwintert auf Platz sieben der Liga-Tabelle, mit 13 Punkten Rückstand auf den führenden LASK.

Woher das Geld für die Spieler-Gehälter kommen soll, ist noch unklar. Von der Aufnahme eines Kredites - wie kolportiert - will Steindorfer jedenfalls nichts wissen. Eine Finanzspritze könnte es von der Stadt Klagenfurt geben. Man sei bereit, dem Verein zu helfen, ließ Bürgermeister Harald Scheucher wissen, allerdings schaffe man es nicht allein.

Ob das reichen wird, bleibt abzuwarten. Parallel zu den aktuellen Problemen muss sich der Klub auch um die Bundesliga-Lizenz Sorgen machen. Am 15. März ist Abgabetermin der Lizenzierungsunterlagen für die Bundesliga. "Im Gegensatz zu den letzten Jahren haben wir diesmal die Lizenz für die kommende Saison noch lange nicht in der Tasche", meinte Steindorfer.

(apa/red)