Porträt von

Dieser Mann legt
sich mit Trump an

James Comey den US-Präsidenten zusehends unter Druck - Der FBI-Chef im Porträt

James Comey © Bild: imago/ZUMA Press

In einer Kongressanhörung äußerte sich der FBI-Chef James Comey zu der Russland-Affäre. Untersucht werden mögliche Absprachen zwischen dem Trump-Team und der russischen Regierung während des Wahlkampfs. Zugleich trat Comey der von Trump erhobenen Anschuldigung entgegen, er sei von seinem Vorgänger Barack Obama abgehört worden. Damit gerät Trump zusehends unter Druck. Wer aber ist der Mann, der sich mit dem US-Präsidenten anlegt? James Comey im Porträt.

Comey wurde am 14. Dezember 1960 in Yonkers (New York) geboren. 1985 schloss er sein Jurastudium an der University of Chicago ab. Als Staatsanwalt für Virginia trug er laut Experten erheblich zum Rückgang der hohen Mordquote in dem US-Staat bei.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt Comey 2001, als er die Anklage wegen des Terroranschlags auf den Wohnkomplex Khobar Towers in Saudi-Arabien vorantrieb. Dort waren fünf Jahre zuvor 19 Amerikaner getötet worden. Später wurde der 2,03 Meter große Comey Staatsanwalt in der Metropolregion New York - ein prestigereicher Posten.

James Comey
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Von 2003 bis 2005 war er dann Vizejustizminister. US-Medien beschreiben eine filmreife Auseinandersetzung mit Comey damals am Krankenbett seines Chefs John Ashcroft. Hohe Beamte der Bush-Regierung versuchten, Comey als kommissarischen Ministeriumschef zu umgehen, um von dem kranken Ashcroft Lauschangriffe auf Verdächtige ohne richterlichen Beschluss genehmigen zu lassen. Trotz großen politischen Drucks konnte Comey dies verhindern. Das hat ihm auch bei Demokraten hohes Ansehen eingetragen.

Comey war es auch, der 2003 die Klage gegen Lifestyle-Guru Martha Stewart im Zusammenhang mit Aktienverkäufen erhob.

2005 wechselte der verheiratete Vater von fünf Kindern zum Rüstungskonzern Lockheed Martin, danach zu einem Hedgefonds. Er lehrte Recht an der Eliteuniversität Columbia in New York, als ihn der damalige US-Präsident Barack Obama in die Regierung holte. 2013 nominierte ihn Obama als Direktor der Bundespolizei FBI. Der heute 55-jährige Comey hat sich aber über Jahre hinweg als unabhängige Stimme einen Namen gemacht.

James Comey
© imago/ZUMA Press

Russland-Affäre gewinnt neue Dimension

Durch Comeys Aussage gewinnt die Russland-Affäre eine neue Dimension: Erstmals wurde nun offiziell bestätigt, dass sich die FBI-Untersuchungen zu den mutmaßlichen russischen Hackerangriffen im Wahlkampf auch auf eine eventuelle Verwicklung des Trump-Teams fokussieren.

Comey sagte vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, die Untersuchung zu den Cyberattacken habe Ende Juli begonnen. Sie schließe "die Natur irgendwelcher Verbindungen" zwischen dem Trump-Team und der russischen Regierung ein. Dabei gehe es um die Frage, ob es eine "Koordination" zwischen Trump-Mitarbeitern und Moskau gegeben habe. Untersucht werde auch, ob Straftaten begangen wurden.

Comey sagte während seiner Befragung, der russische Staatschef Wladimir Putin habe danach getrachtet, Trumps Rivalin Hillary Clinton zu schaden und den Republikaner zu begünstigen. Putin habe Clinton so sehr "gehasst", dass er eine "klare Präferenz" für ihren Kontrahenten gehabt habe. Die Russen "wollten unsere Demokratie beschädigen, sie (Clinton) beschädigen, ihm (Trump) helfen", sagte der FBI-Chef.

Das Weiße Haus erklärte, durch die Anhörung habe sich "nichts geändert". Es gebe "keinen Beweis für eine Trump-Russland-Absprache", betonte ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte. Trump selbst hatte bereits kurz vor der Anhörung solche Absprachen erneut wütend dementiert. Es handle sich um eine "Falschnachricht", welche die Demokraten als "Ausrede" für ihren "schrecklichen Wahlkampf" in die Welt gesetzt hätten, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Kommentare

Bravo, Herr Comey!!! Weiter so!!!!!

Schade, dass Trump nicht aufhört zu "zwitschern". Er bringt mit seinen Lügengeschichten die ganze INFO-Welt durcheinander.

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