Faymann: Telematik-Lösung für Tempo 100 wird schon demnächst in OÖ & Tirol getestet

Auch die Section Control steht auf dem Prüfstand

Verkehrsminister Werner Faymann (S) präzisiert seine Pläne zur Feinstaubbekämpfung mittels Telematik: In den nächsten zwei bis drei Wochen will der Ressortchef mit seinem Vorschlag im Gepäck zu den Landeshauptleuten reisen und Gespräche führen. Unterdessen wird die benötigte Technik geprüft: Derzeit werde eine entsprechende Anlage im Raum Innsbruck getestet, eine weitere soll in Oberösterreich probeweise aufgestellt werden.

Faymann: Telematik-Lösung für Tempo 100 wird schon demnächst in OÖ & Tirol getestet

Konkret plant der Minister die Errichtung von Prüfsensoren, die das Feinstaubaufkommen auf bestimmten Abschnitten messen sollen. Darauf aufbauend gibt es zwei Versionen. Variante "Mini" sieht vor, dass ab einer bestimmten Schwelle das Tempo manuell heruntergeregelt wird. Version "Maxi" würde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit eigenständig hinauf- oder hinunterschalten.

Technik noch nicht ausgereift
Die Technik ist derzeit noch nicht ausgereift und soll vor ihrem Einsatz getestet werden, so Faymann. Derzeit laufe ein Versuch im Raum Innsbruck, bis Ende September soll eine "Mini"-Version auch in Oberösterreich aufgebaut werden, und zwar in dem Bereich, der jetzt schon als "Lufthunderter" ausgewiesen ist. Technisch spießt es sich unter anderem daran, dass man genau festlegen müsse, wo die Sensoren angebracht werden, erläuterte Faymann. "Sobald es funktioniert, bringen wir es innerhalb von 24 Monaten massiv überall dorthin, wo jetzt Tempo 100-Limits aus Feinstaub- und Umweltgründen verhängt wurden."

Mehr Budget
Massiv angehoben werden soll das Budget in diesem Bereich: Bisher seien dafür "weniger als hundert Millionen Euro" festgelegt worden. Faymann will den Betrag verdoppeln: "Das ist ein legitimer Kompromiss zwischen den berechtigten Anliegen der Umwelt und den berechtigten Anliegen der Bevölkerung, auf der Autobahn nach Möglichkeit 130 zu fahren."

Zu viele Tempo 100 Zonen
Das Problem sei, dass die Tempo 100-Zonen "ausgeufert sind und auch noch weiter ausufern würden", meint Faymann, der eine Diskussion "Umwelt kontra Straße" vermeiden will: "Das ist an sich für mich kein Gegensatz, sondern das gehört aufgelöst." Allerdings hätten die Verordnungen nur wenig Einsparung gebracht: In Oberösterreich habe es durch Tempo 100 etwa nur "eine Veränderung in der Größenordnung von zwei Prozent" gegeben. "Das ist zwar besser als null Prozent und auch ein halbes Prozent ist etwas für die Umwelt, aber es zeigt auch, dass es 98 Prozent nicht ist."

Section Control abschaffen?
Die von seinem Amtsvorgänger Hubert Gorbach (B) eingeführte Geschwindigkeitsüberwachung "Section Control" will Faymann nicht ohne Vorbehalte übernehmen: "Nachdem es sehr teuer ist, möchte ich es mir das genau anschauen. Es gilt hier, wirklich den Nutzen gegenzurechnen."

Umweltminister Pröll ist gefragt
Dass der Verkehr auch ein gewaltiges Scherflein zur Reduktion der Treibhausgase beitragen kann, ist Faymann klar. In vielen Bereichen sei dabei aber Umweltminister Josef Pröll (V) zuständig. Unter dessen Federführung sollten sich die einzelnen Bereiche einordnen, fordert Faymann. "Was ich natürlich immer verhindern will, ist, dass dann plötzlich die Autobahn der Sündenbock ist, weil man sich auf nix anderes einigen kann." Darüber hinaus müsse man vieles auf europäischer Ebene oder international regeln. (APA/red)