Faymann-Stylings
kosteten 21.786 Euro

Die Bundesregierung gab seit 2013 rund 25.000 Euro für Visagisten und Friseure aus

Wie eine parlamentarische Anfrage des Team Stronach zeigt, sind die Ausgaben der Regierungsmitglieder für professionelles Schminken, Friseurbesuche und Co. recht unterschiedlich. Während die meisten Minister solche Leistungen überhaupt nicht als Spesen abrechnen, legte Kanzler Faymann seit 2013 vor diversen Anlässen insgesamt 21.786 Euro für Visagisten hin.

von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Dienstag, 8. September 2015, während des Pressefoyers nach dem Ministerrat © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Pressekonferenzen, Fernsehinterviews und diverse öffentliche Auftritte: Um sich für diese Anlässe "ins rechte Licht" rücken zu lassen, greifen manche österreichische Spitzenpolitiker tief in die Tasche – beziehungsweise in die Staatskasse, wenn es sich bei ihnen um bestimmte Regierungsmitglieder handelt. Wie eine parlamentarische Anfrage des Team Stronach nun ergab, gab Österreichs Regierung seit ihrem Amtsantritt 2013 insgesamt 24.692 Euro für Visagisten und Friseure aus. Wobei sich dieser Betrag extrem ungleich verteilt: Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) allein zahlte für "Visagistendienstleistungen" 21.786 Euro.

Frage nach "Visagisten, Stilberatern und Friseuren"

Anfang Juli stellten Team-Stronach-Abgeordnete Martina Schenk und Fraktionskollegen 14 gleichlautende Anfragen an sämtliche Bundesministerien und das Bundeskanzleramt. Das Thema: Der "Einsatz von Visagisten, Stilberatern und Friseuren auf Steuerzahlerkosten". "Gerade Politiker wollen nicht durch unpassende Kleiderwahl oder seltsame Frisuren in der medialen Berichterstattung auffallen", heißt es darin. Dennoch sei "bei Mode-, Stil-, Farb- und Typberatungen sowie beim Engagieren von Friseuren und Visagisten" besondere Zurückhaltung geboten.

Zu diesen Engagements stellten sie jedem Regierungsmitglied acht Fragen. Welche Art von Leistungen zu welchem Anlass für welchen Preis in Anspruch genommen wurde, wollte das Team Stronach wissen. Gefragt wurde auch, ob Kabinettsmitarbeitern solche Dienste bezahlt wurden (was aber nirgends der Fall war). In den vergangenen Tagen, am Ende der zweimonatigen Beantwortungsfrist, trudelten nun die Antworten der Ministerien im Parlament ein.

Zehn Minister zahlten Stylings selbst

Gleich zehn Ressorts vermeldeten, überhaupt keine solchen Leistungen abgerechnet zu haben. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ließ etwa wissen, dass er seine Friseurbesuche "ausnahmslos privat" bezahle. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) beantworteten die gesamte Anfrage mit nur einem schlichten "Nein". Auch Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) erklärt: "Weder ich noch Angehörige meines Kabinetts haben im Anfragezeitraum derartige Leistungen in Anspruch genommen."

Doch nicht überall war man so zurückhaltend. Besonders brisant ist die Antwort aus dem Bundeskanzleramt: Werner Faymann nahm seit 2013 vor Fototerminen und öffentlichen Auftritten Visagistenleistungen um insgesamt 21.786 Euro in Anspruch. Penibel listet das Kanzleramt das Datum jeder einzelnen "Dienstleistung" auf. Erbracht wurden sie auf Grundlage einer Rahmenvereinbarung vom Unternehmen "Cinnamon". Zumindest Stilberater oder Friseurbesuche wurden dem Kanzler aber nicht bezahlt, wird mitgeteilt.

Vergleichsweise sparsam war man im Familienministerium. Ministerin Sophie Karmasin (ÖVP) gab für "Make-Up und Frisur" vor diversen Terminen 2.292 Euro aus. Damit landet sie innerhalb der Regierung aber immer noch auf "Platz zwei". Und jeweils nur zu einem einzigen Anlass ließen sich Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) auf Steuerzahlerkosten professionell schminken. 264 (Mikl-Leitner) beziehungsweise 350 Euro (Heinisch-Hosek) wurden dafür bezahlt.

Kommentare

Warum soll der Steuerzahler für die Kosten eines solchen Unfugs aufkommen? Würde jemand auf Staatskosten auch einen Esel schminken, um einen Lipizzaner daraus zu machen?

Ja Herr Faymann, alles kann man nicht übertünchen. Wenn man sieht, dass sich einige die Schminke selbst bezahlt haben, so kann man feststellen, dass man auch seinen Charakter nicht übermalen kann.

gwgwgw melden

Und das komische ist: Es half nix.....................................................
A Kasperl bleibt a Kasperl

11223344 melden

richtig, dummheit kann man nicht wegschminken. siehe auch unsere griechische dummheit im amt.

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