Faymann lässt für CERN Muskeln spielen:
Bundeskanzler erteilt Austritt eine Absage

Regierungschef: "Kann mir Austritt nicht vorstellen" Diskussion über Beteiligungsende für beendet erklärt

Bundeskanzler Faymann hat in der Diskussion um einen Ausstieg Österreichs aus dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN ein Machtwort gesprochen. "Ich kann mir einen Austritt nicht vorstellen, ich bin dagegen", machte Faymann nach einem Treffen mit Wissenschaftsminister Hahn klar, dass seine Partei nicht die notwendige Zustimmung zu dem Plan in Ministerrat und Parlament geben wird.

Faymann lässt für CERN Muskeln spielen:
Bundeskanzler erteilt Austritt eine Absage

Faymann begründete seine Haltung mit der im Forschungsbereich notwendigen Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit. "Reputation und Ansehen Österreichs ist etwas, das übergeordnetes Interresse hat", betonte der Kanzler, der damit die Diskussion um den Austritt für beendet sieht.

Vielleicht könne Österreich hier zukünftig auch eine größere Rolle spielen. Er habe mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn beraten, wie Verbesserungschancen aussehen könnten. Er habe als Bundeskanzler auch das Ansehen unseres Landes zu beachten "und damit eine gewisse Gesamtverantwortung zu übernehmen und habe hier klargemacht, dass ich mir einen Austritt nicht vorstellen kann", so Faymann, der auch auf die "Tausenden Wissenschafter", die sich zu Wort gemeldet und ihre Besorgnis über die Reputation Österreichs geäußert hätten, verwies.

Hahn nimmt Beschluss zur Kenntnis
Hahn steht nach wie vor zu seiner Entscheidung, nimmt aber den Beschluss des Bundeskanzlers zur Kenntnis und erklärt auch von seiner Seite die Diskussion für beendet. Gleichzeitig verwies er auf nun notwendige Umschichtungen im Forschungsbudget. Keine konkreten Angaben machte Hahn, was nun in den nächsten Jahren nicht möglich sein werde, das Budget des FWF soll jedenfalls nicht angegriffen werden.

Hahn betonte erneut, dass sich sein Ressort bei einem Austritt mit Ende 2010 in dieser Legislaturperiode rund 60 Mio. Euro erspart hätte. Er habe nie einen Hehl daraus gemacht, welche tolle Arbeit am CERN gemacht worden sei. Aber klar sei auch, dass "in einer Güterabwägung aus der Sicht des Forschungsministers hier andere Prioritäten zu setzen gewesen wären". Er nehme aber die "übergeordneten staatlichen Überlegungen zur Kenntnis", so Hahn.

Der Wissenschaftsminister gab zu, die Reaktion auf seine Pläne "in der Heftigkeit" unterschätzt zu haben. Es sei aber nun einmal unbestritten, dass die Aufwendungen für das Forschungsprojekt gigantisch seien. Hahn verwies auch auf die alte Organisationsstruktur. Der Mitteleinsatz müsse "auch in Absprache mit anderen Ländern optimiert werden". Andere moderne Forschungsprojekte seien ungleich günstiger.
(apa/red)

Kommentare

Cern oder Nano ? Wien 21.5.2009
Erwin Pröll sagt - es ist eine Schande für Österreich.
Es ist eine Schande, dass Österreich in der Nanotechnologie hinter Deutschland 5-8 Jahre zurück ist.
Das weiß offenbar Herr Landeshauptmann Pröll gar nicht ?
Die österreichische Wissenschaft und Bevölkerung die außer mit Geld (Steuermittel), dort nichts beitragen kann.
Die Schlüsseltechnologie Nanotechnologie in der Zukunft im Österreich hat da schon eine wesentlich höhere Priorität.
Rescheneder – Wien – karlrescheneder@hotmail.com

Image wichtiger als Verantwortung Eine rote Bildungsministerin die mit Steuergeldern verantwortungsbewußt umgehen möchte wird vom schwarzen Vizekanzler zu Fall gebracht, ein schwarzer Wissenschaftsminister der mit Steuergeldern verantwortungsbewußt umgehen möchte wird vom roten Kanzler zu Fall gebracht. Somit sind für mich sowohl Faymann als auch Pröll nicht wählbar.

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