Favoriten bei US-Vorwahlen halten Kurs: Obama und McCain gewinnen weiter dazu!

Obama holt in Wisconsin & Hawaii Vorwahlsiege McCain gewann auch Vorwahl im Staat Washington

Favoriten bei US-Vorwahlen halten Kurs: Obama und McCain gewinnen weiter dazu! © Bild: Reuters/Wilking

Barack Obama ist bei den Vorwahlen der US-Demokraten weiter auf Erfolgskurs: Der 46-jährige Politiker holte sich in Wisconsin und Hawaii den neunten bzw. zehnten Vorwahlsieg in Folge und verstärkte damit den psychologischen Druck auf seine Rivalin Hillary Clinton. Die New Yorker Senatorin sei jetzt bei den nächsten Vorwahlen am 4. März dringend auf einen Sieg angewiesen, verlautete aus ihrem Wahlkampfteam. Bei den Republikanern ist Senator John McCain die Präsidentschaftskandidatur nach weiteren Siegen in Wisconsin und im US-Staat Washington kaum noch zu nehmen.

Nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen entfielen in Wisconsin 58 Prozent auf Obama und 41 Prozent auf Clinton. Obama stahl Clinton auch bei den Fernsehsendern die Show: Nahezu alle Sender brachen die Übertragung einer Ansprache Clintons ab, als Obama in Houston vor seine Anhänger trat. Obama hat wie erwartet auch die Vorwahlen der US-Demokraten in Hawaii gewonnen. Weil der Senator aus Illinois einen Teil seiner Kindheit auf Hawaii verbracht hat, war dort mit einem weiteren Sieg für ihn gerechnet worden.

Clinton schießt scharf gegen Obama
Zu den Vorwürfen Clintons, er habe keine Erfahrung, sondern nur schöne Worte zu bieten, sagte Obama, er sei nicht naiv. "Der Wandel, den wir anstreben, ist noch Monate und Meilen entfernt", sagte Obama, der sich für einen schnellen Abzug der US-Truppen aus dem Irak einsetzte. Seine Rede wurde mehrfach von Sprechchören "Yes we can" (Ja, wir schaffen es) unterbrochen. Seine Anhänger in Texas rief er auf, von der Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe vor der Vorwahl am 4. März Gebrauch zu machen.

Obama gewann auch in Clinton-Wählergruppen
Obama gelang es in Wisconsin offenbar, weiter in die Wählergruppen einzudringen, die bisher Clinton den Vorzug gegeben hatten. So erhielt er nach Ergebnissen von Wählernachfragen mehr Stimmen der weißen Wähler als Clinton. Bei den Frauen konnte er mit seiner Rivalin gleichziehen. Von den demokratischen Wählern in Wisconsin nahmen 15 Prozent zum ersten Mal an einer Vorwahl teil. Wichtigstes Thema der demokratischen Wähler waren Wirtschaft und Handel. Sieben von zehn Befragten gaben an, dass sie besorgt darüber seien, dass der Handel mit anderen Ländern auf Kosten der Arbeitsplätze in Wisconsin gehe.

McCain baut Vorsprung weiter aus
Bei den Republikanern baute Senator John McCain seinen großen Vorsprung weiter aus. Der Vietnamkriegsveteran erhielt in Wisconsin 55 Prozent der Stimmen, Exgouverneur Mike Huckabee kam auf 37 Prozent. Im Staat Washington erhielt McCain nach vorläufigen Ergebnissen 49 Prozent der Stimmen, Huckabee 21 Prozent.

McCain sagte vor Anhängern in Columbus, Ohio, er sei nun sicher, dass er die Republikanische Partei in die Präsidentschaftswahl am 4. November führen werde. In Anspielung an Obama sagte McCain: "Ich werde jeden Augenblick an jedem Tag in diesem Wahlkampf darum kämpfen sicherzustellen, dass die Amerikaner nicht von einem eloquenten, aber inhaltsleeren Aufruf zum Wandel getäuscht werden."

(apa/red)