Fatale Fehldiagnose: Steirische Maturantin stirbt wegen übersehener Lungenembolie

Eltern der 19-Jährigen Tanja K. wollen Arzt klagen Fachmann führte Beschwerden auf Lernstress zurück

Fatale Fehldiagnose: Steirische Maturantin stirbt wegen übersehener Lungenembolie

Die Eltern werfen dem Facharzt eine Fehldiagnose vor, wie österreichische Medien berichteten. Der "Kleinen Zeitung" zufolge wollen die Eltern "bei den Ärzten Betroffenheit erwecken, erreichen, dass sie vorsichtig sind, wenn sie Diagnosen stellen".

Mädchen stand kurz vor ihrer Matura
Das Mädchen war kurz vor der Matura gestanden, als bei ihr Atemprobleme auftraten, dann kamen noch Schmerzen hinzu. Die Eltern brachten ihre Tochter zum Hausarzt, dieser schickte sie nach einer Blutuntersuchung und einem EKG zum Lungenfacharzt. Der Spezialist ließ die Lunge röntgen und stellte fest, es sei Maturastress, der dem Mädchen zu schaffen mache. Anzeichen für eine Lungenembolie konnte er keine entdecken, auch weil das Mädchen Leistungsschwimmerin war. Er verordnete Schonung und ein Asthmaspray. Drei Tage später soll die Obersteirerin zu schwach zum Aufstehen gewesen sein, sie starb nach der Einlieferung ins LKH Leoben.

Eine Untersuchung ergab Thrombosen in Lunge und Pulmonalarterien, die zu einem Herzversagen geführt hatten. Das EKG habe keinen Leistungsabfall des Herzens registriert, auch eine mittels Blutbild festgestellte Sauerstoffsättigung sei normal gewesen. Dies habe nicht auf eine Embolie hingewiesen. "Es gibt Krankheitsverläufe, die nicht erkennbar sind", so Kammeramtsdirektor Dieter Müller von der Ärztekammer Steiermark.

(apa/red)