Islam von

7 Fragen und Antworten
rund um den Ramadan

Was bedeuten "halāl" und "harām"? Und fasten auch schon Volksschulkinder?

Ramadan © Bild: iStockphoto.com/velveteye

Am Dienstag beginnt heuer in Österreich der muslimische Fastenmonat Ramadan. Doch wie viele Muslime fasten in Österreich eigentlich? Unterziehen sich auch schon Volksschulkinder dem religiösen Brauch? News.at liefert Antworten auf interessante Fragen zu diesem Thema.

1. Was bedeutet der Ramadan für Muslime?

Der Fastenmonat hat weltweit eine wesentliche Bedeutung für Muslime. Er stellt eine der Hauptpflichten für Gläubig dar und wird auch im Koran erwähnt: "Oh ihr Gläubigen! Das Fasten wurde euch vorgeschrieben, wie es denen vorgeschrieben worden war, die vor euch waren, damit ihr wirklich fromm werdet. Es sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage fasten. (...)", heißt es etwa in der zweiten Sure, Vers 183.

2. Wann beginnt und endet der Fastenmonat?

Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender und verschiebt sich jedes Jahr um zehn bis elf Tage nach vorn. Gelehrte der weltweiten Glaubensgemeinschaften berechnen den Fastenmonat nach verschiedenen Methoden.

Heuer beginnt der Ramadan in Österreich am 15. Mai 2018 und endet am 16. Juni 2018.

3. Was ist alles verboten also "haram"?

Gefastet wird von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Das Fasten umfasst Essen, Trinken und Sex. Ebenfalls verboten ist laut "Islamischer Glaubensgemeinschaft in Österreich" (IGGÖ) das Rauchen, das im Islam ohnehin von manchen Gelehrten verpönt wird. Grundsätzlich sind Impfungen während das Fastenmonats ebenfalls tabu, sofern keine medizinische Notwendigkeit oder ein medizinischer Notfall besteht. Eine Injektion würde das Fasten nämlich brechen. Muslime legen sich daher in der Regel die Impftermine so, dass sie nicht ins Ramadan-Monat fallen.

Im Islam ist alles Verbotene "haram". Das Adjektiv stammt aus dem Arabischen und beinhaltet, was laut Scharia untersagt ist. Wer also etwas tut, das "haram" ist, begeht eine Sünde. Streng verboten sind im Islam zum Beispiel: das Trinken von Alkohol, der Verzehr von Schweinefleisch, Blut und Verendetem.

4. Was ist "halal"?

Das Gegenteil von "haram" ist "halal", also das was "erlaubt" ist. Für den Fastenmonat bedeutet das: Alles was nicht verboten ist, ist erlaubt.

5. Wie viele österreichische Muslime fasten?

In Österreich bekennen sich nach Angaben der "Medien Servicestelle Neue ÖsterreicherInnen" (MSNÖ) rund 700.000 Menschen zum muslimischen Glauben. Das würde einem Anteil von acht Prozent an der Gesamtbevölkerung entsprechen. Nach Angaben des IGGÖ fasten schätzungsweise 80 Prozent der Muslime in Österreich.

6. Wie gefährlich ist das strenge Fasten im Sommer?

Vom Fasten prinzipiell ausgenommen sind Menschen, für die es gesundheitlich schädlich wäre. Sie sind davon befreit. Das betrifft unter anderem Kranke, Schwangere oder ältere Menschen. Auch gilt immer, dass man sich durch das strenge Fasten keinen gesundheitlichen Schaden zufügen darf. Es gibt also Ausnahmen von der Regel.

Wer den Ramadan nicht einhält beziehungsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht einhalten kann, der darf laut IGGÖ die Anzahl der nicht gefasteten Tage im Laufe des Jahres nachholen. Alternativ kann man für jeden nicht gefasteten Tag einen Bedürftigen mit Nahrungsmitteln für einen Tag versorgen - oder finanziell dafür aufkommen.

7. Fasten auch schon Volksschulkinder?

Pflicht wird das Fasten im Islam mit dem Erreichen der Pubertät, da der Jugendliche ab diesem Zeitpunkt als dem Zeitpunkt als religiös mündig gilt. Kinder sollen schrittweise an das Fasten gewöhnt werden, wie der IGGÖ auf seiner Homepage mitteilt. Wie genau das geschieht, könne von Familie zu Familie variieren. Praktiziert werde etwa das Auslassen einer Mahlzeit.

Außerdem habe sich in den letzten Jahren ein Ramadankalender für Kinder eingebürgert - ähnlich dem österreichischen Adventkalender. Nach Sonnenuntergang beschenken die Erwachsenen die Kinder mit einem kleinen Päckchen, um auch jenen Kindern, die nicht fasten, den Ramadan näherzubringen.