Fassaden-Einsturz in Wien-Wieden: Keine offensichtliche Fahrlässigkeit festgestellt

Einstürzende Mauer schockt Taxler. Niemand verletzt Keine Gefahr mehr: Unglücksstelle gut abgesichert

Fassaden-Einsturz in Wien-Wieden: Keine offensichtliche Fahrlässigkeit festgestellt © Bild: APA/Schlager

Dicker Verputz hatte verdeckt, was zum Einsturz einer Hausfassade in Wien-Wieden geführt hat: Die Front eines historischen Gebäudes in der Heumühlgasse, das zu einem Hotel umgebaut werden soll, bestand nicht aus einer, sondern aus zwei - kaum miteinander verbundenen - Ziegelmauern. Das an der Fassade befestigte Gerüst brachte die Konstruktion zu Fall. Die Baupolizei stellte bisher "keine offensichtliche Fahrlässigkeit" fest.

Großes Glück im Unglück dürfte dabei nach Angaben der Feuerwehr ein Taxilenker gehabt haben, dessen Fahrzeug am Ort des Geschehens Ecke Heumühlgasse/Rechte Wienzeile von herabfallenden Teilen getroffen worden war. Der Mann selbst blieb unverletzt. Ein Bewohner des gegenüberliegenden Wohnhauses musste von der Feuerwehr mittels Drehleiter in Sicherheit gebracht werden.

Zwei statt einer Mauer
"Die statischen Berechnungen für die Arbeiten am Gebäude sind von falschen Voraussetzungen ausgegangen", erläuterte Baupolizeichef Gerhard Cech. "Man glaubte, eine einheitliche, ineinander verzahnte Mauer vor sich zu haben." In Wahrheit standen dort bis zu dem Unglück zwei aneinandergebaute Mauern, die in der Mitte noch dazu kaum miteinander verbunden waren. "Durch den Verputz darüber konnte man nicht erkennen, dass es sich um zwei Teile handelte. Aus der Entstehungszeit um etwa 1850 gibt es auch keine entsprechenden Unterlagen", sagte Cech.

Besteht keine Gefahr mehr
Die Erhebungen sind noch nicht zu Ende. Sachverständige, nicht zuletzt von der Versicherung, werden das Gebäude in Augenschein nehmen. "Wir haben derzeit aber keinen Anhaltspunkt, dass der Vorfall fahrlässig herbeigeführt worden ist", so der Chef der Wiener Baupolizei. Seine Abteilung hat noch zwei Gesimse entfernen lassen und die Unglücksstelle abgesichert. "Es ist keine Gefahr mehr gegeben", versicherte Cech.

(apa/red)