Mode von

Lena Hoscheks samtig
blühender Wintergarten

Florale Prints aus antiken Botanik-Büchern auf eleganten Kleidern und Hosen

Lena Hoschek präsentiert ihre Mode in Berlin © Bild: APA/AFP/dpa/Britta Pedersen

Lena Hoschek hat das Große Tropenhaus im Berliner Botanischen Garten am Dienstagnachmittag in einen samtig-dunklen "Wintergarden" verwandelt. Mit der Vorstellung ihrer gleichnamigen Kollektion für Herbst/Winter 2018/19 eröffnete die Grazer Kleidermacherin den Reigen der österreichischen Designer bei der deutschen Modewoche.

Lena Hoschek präsentiert ihre Mode in Berlin
© APA/AFP/dpa/Britta Pedersen

Die mondän gestylten Models trugen die Haare zu im Nacken sitzenden "messy" Knoten geschlungen, das Make-up schillerte in Schmetterlingsfarben. Sie präsentierten zu Pianomusik elegante Zweiteiler, anschmiegsame Cocktailkleider, Hosenanzüge und weit schwingende Röcke in feinem Tweed, mit opulenten Stickereien, aus Seidensamt, Damast und Brokat. Eine wichtige Rolle spielten wandelbare 18 Hour Dresses, die sich mit wenig Aufwand von bürotauglich zu ausgehfein ummodeln lassen.

Lena Hoschek präsentiert ihre Mode in Berlin
© APA/AFP/dpa/Britta Pedersen

Sie müsse "ehrfürchtig eingestehen, dass die Natur immer der beste Designer sein wird", sagte Hoschek im Vorfeld der Präsentation. Auf Reisen liebe sie es, botanische Gärten zu besuchen. Die vielen detailgetreuen floralen Prints für ihre neue Mode hat sie mit Hilfe antiker Pflanzen-Bücher ausgearbeitet. Auch Käfer und Raupen, Schmetterlinge und Nachtschwärmer dienten als Vorlage. Die Inspiration hierfür stammt aus Schmetterlingsbüchern aus dem Jahre 1880.

Lena Hoschek präsentiert ihre Mode in Berlin
© APA/AFP/dpa/Britta Pedersen

Neben der Ästhetik voll erblühter Pflanzen ließ die Modemacherin aber auch deren Vergänglichkeit in ihre Entwürfe einfließen. Sie habe sich intensiv mit der Vanitas-Symbolik beschäftigt und auch Schönheit in Verwelktem entdeckt. Diesen Aspekt hat Hoschek mit Nuancen in Erdtönen nachempfunden. Ebenso in die Auswahl der Farben und Materialien eingeflossen sind die Schattierungen und Texturen der schillernden Flügel des Totenkopfschwärmers - in Form von feinem Samt und gebürsteter Baumwolle.

Lena Hoschek präsentiert ihre Mode in Berlin
© APA/AFP/dpa/Britta Pedersen

Erkennbar war der Einfluss von Japonismus und Orientalismus, beides Strömungen, die zur Glanzzeit der Gewächshausarchitektur des 19. Jahrhunderts tonangebend waren: Hoschek entwarf in diesem Sinne die "Orient Pants", ein "Geisha-Kleid" und den "Lotus-Gürtel". Die Braut schickte Thomas Kirchgrabner, Leiter des Couture Ateliers der Marke, in einem über und über mit Blüten bestickten Hochzeitskleid über den Laufsteg, zudem gab es spektakuläre Red-Carpet-Looks: In Metallicfarben gehaltene schulterfreie Roben glänzten mit Rockteilen aus unzähligen übereinandergeschichteten Volants.

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