News-Ticker von

Song Contest 2019:
Alle Teilnehmer, alle Infos

Heute wird es ernst für Österreichs Teilnehmerin Paenda - Buchmacher sehen kein Weiterkommen

  • Song Contest Albanien Jonida Maliqi
    Bild 1 von 41 © Bild: Edvina Meta

    Albanien: Jonida Maliqi mit "Ktheju tokes"

  • Song Contest Armenien Srbuk
    Bild 2 von 41 © Bild: AMPTV

    Armenien: Srbuk mit "Walking Out"

Der Song Contest in Israel geht heute ins 2. Halbfinale, in dem auch die Österreicherin Paenda ihr Glück versucht, um am Samstag im großen Finale um den Sieg mitzusingen. Geht es nach den Buchmachern, sieht es allerdings schlecht aus. Hier gibt es alle Infos und alle News zum Song Contest 2019 im stets aktualisierten Überblick.

THEMEN:

+++ Feiern mit Meeresbrise im Eurovision Village +++

Nicht alle Fans des Eurovision Song Contests können oder wollen mit ihren Idolen in der jeweiligen Austragungshalle mitfeiern - nicht zuletzt angesichts der Kartenpreise, die beim Finale der 64. Ausgabe, das am Samstag im Expo Tel Aviv über die Bühne geht, verlangt werden. Bis zu 490 Euro waren für ein Ticket fällig. Als Ausweichmöglichkeit gibt es deshalb alljährlich das Eurovision Village.

© APA/Martin Fichter-Wöss

Die Verantwortlichen der israelischen Hafenstadt haben sich dafür eine besondere Location ausgesucht: Den Charles Clore Park, direkt an den Gestaden des Mittelmeeres gelegen. Bereits seit Montag und noch bis einschließlich dem morgigen Finaltag lädt das eingezäunte Fanareal nun bei freiem Eintritt zum Flanieren, Essen und vor allem Feiern ein. Mit Panoramablick Richtung Jaffa und einer unüberschaubaren Kohorte an Foodtrucks lockt das Areal allabendlich die Besucher, die keine Akkreditierung haben und damit in den weiter nördlich gelegenen Euroclub kommen - also vornehmlich die Tel Aviver selbst.

© APA/Martin Fichter-Wöss

Und so gehört das Eurovision Village 2019 zu den größten seiner Art. Allein die Fläche des Areals dürfte beinahe die des Teilnehmerlandes San Marino erreichen. Dabei ist im Hintergrund nicht nur die Kohorte der Promenadenhotels aufgereiht, sondern auch die zentrale Hassan Bek Moschee mit ihrem dominanten Minarett - eine Kombination, die es so vermutlich nur in wenigen ESC-Teilnehmerländern gäbe.

Auf der zentralen Bühne sind dieser Tage verschiedenste Sänger und DJs zu erleben - und nicht zuletzt die Übertragungen der Finalshows. Für die Zwischenzeit kann man sich mit einer mehrere Meter hohen Skulptur der Vorjahressiegerin Netta aus altem Spielzeug oder einem Paar Engelsflüge in Regenbogenfarben unter dem Titel "DIVA" fotografieren. Die Wartezeit bis zum morgigen Finale lässt sich so also recht aktiv überbrücken.

+++ Aus für Paenda im Halbfinale +++

Österreich ist das erste Mal seit 2013 nicht im Finale des Eurovision Song Contests vertreten: Die rot-weiß-rote Vertreterin Paenda scheiterte am Donnerstag im 2. Halbfinale in Tel Aviv daran, eines von zehn Finaltickets zu ergattern. Die Steirerin muss mit ihrer Ballade "Limits" nun wie sieben weitere Länder die Heimreise antreten. Der am Samstag ausgetragene Musikbewerb muss nun ohne Österreich auskommen, nachdem im Vorjahr Cesar Sampson einen herausragenden 3. Platz erreicht hatte.

© APA/AFP/Jack GUEZ

+++ Madonna-Auftritt jetzt sicher +++

Der Auftritt von Popstar Madonna beim Finale des Eurovision Song Contests in Tel Aviv ist nach Angaben des zuständigen Fernsehsenders gesichert. Die 60-Jährige habe den notwendigen Vertrag unterzeichnet, teilte der für die Übertragung verantwortliche Sender Kan am Donnerstag mit. Das Finale findet an diesem Samstag statt. Eine Sprecherin des ESC in Tel Aviv wollte sich nicht dazu äußern.

Zuvor hatte der Fernsehkanal 12 noch berichtet, Madonna habe den Vertrag immer noch nicht unterzeichnet. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalterin habe Madonna das Proben in der Veranstaltungshalle mit der ESC-Bühne untersagt, solange der Vertrag nicht unterzeichnet ist. Bereits am Mittwoch hätte es demnach fast einen Eklat gegeben, weil die EBU Madonna den Zutritt zur Halle verbieten wollte. Letztlich habe der Popstar dann aber zwei Stunden geprobt, berichtete das Fernsehen.

Das Problem mit der Vertragsunterzeichnung soll den Berichten zufolge gewesen sein, dass Madonna angeblich ihren Hit "Like a Prayer" singen will. Doch nicht alle Rechteinhaber an dem Song hätten bisher der EBU dazu ihre Zustimmung gegeben.

Madonna war in der Nacht zum Mittwoch in Israel gelandet. Sie will nach Angaben der britischen PR-Firma Number 10 strategies zudem einen Song von ihrem neuen Album singen. Die Kosten für den Auftritt von schätzungsweise rund 1,15 Millionen Euro will demnach der israelisch-kanadische Geschäftsmann Sylvan Adams tragen.

In den vergangenen Wochen hatten israelische Medien berichtet, das Problem mit dem Vertrag sei, dass Madonna ein Lied mit "politischen Inhalten" präsentieren wolle. Die EBU betont jedoch immer wieder, der ESC sei unpolitisch.

+++ Wettbüros sehen Paenda scheitern +++

Das 2. Halbfinale heute könnte der erste und bereits letzte Auftritt für Paenda sein, geht es nach den Buchmachern. Die Zocker prognostizierten der 31-Jährige jedenfalls kein Finalticket.

Beim Vergleich von 18 Wettbüros liegt Paenda mit ihrer Ballade "Limits" wenige Stunden vor Beginn des Halbfinales, das um 21 Uhr österreichischer Zeit startet, auf Platz 14 des 18-köpfigen Feldes. Am Abend werden nur zehn Finaltickets vergeben.

Als Fixstarter für einen Aufstieg sehen die internationalen Glücksspieler die Niederlande, Schweden, Russland, Aserbaidschan und Durchstarter Luca Hänni aus der Schweiz. Auch Malta, Nordmazedonien, Norwegen, Dänemark und Armenien hätten demnach Grund zur Freude.

+++ Heute 2. Halbfinale mit Paenda +++

Heute, Donnerstag, Abend wird es ernst für Paenda und ihre Ballade "Limits": Österreichs Vertreterin beim 64. Eurovision Song Contest kämpft in der israelischen Hafenstadt Tel Aviv im 2. Halbfinale um eines von zehn Finaltickets. Neben Österreich mit Startnummer 9 finden sich am Abend 17 weitere Länder im Tournament. Die ESC-Endrunde findet dann am 18. Mai statt.

ORF 1 wird das Event ab 21 Uhr live aus dem Tel Aviv Expo Center übertragen, wobei ESC-Veteran Andi Knoll bereits zum 19. Mal für den fachkundigen Kommentar sorgt. Und die Österreicher können am ESC-Abend mitentscheiden: Unter der Telefonnummer 090105905 sowie der angehängten Startnummer des Lieblingskandidaten können Song-Contest-Fans bis zu 20 Mal für ihren Favoriten stimmen - aber natürlich nicht für das eigene Land.

+++ Hacker-Attacke auf Sender während Halbfinale +++

Unbekannte Hacker haben mit einer gefälschten Warnung vor einem Raketenangriff die Online-Übertragung des1. Halbfinales eines israelischen Senders gestört. Während des Webcasts des ersten ESC-Halbfinales beim Senders KAN am Dienstag erschien plötzlich eine Art Satellitenbild von Tel Aviv auf dem Bildschirm, auf dem eine Rauchwolke dargestellt war.

Zu hören war zudem ein Sirenenton und eine englischsprachige Warnung vor einem Raketenangriff, wie KAN-Chef Eldad Koblenz am Mittwoch dem Armeerundfunk sagte. Der Sender machte die radikalislamische palästinensische Hamas für die Attacke verantwortlich.

"Zu einem bestimmten Zeitpunkt gab es eine Übernahme - offenbar durch die Hamas - unseres Digitalprogramms", sagte Koblenz. Es sei aber gelungen, "binnen Minuten" wieder die Oberhand zu gewinnen. "Ich denke, es war Israels schnellster Sieg über die Hamas in der Geschichte", scherzte der Senderchef.

+++ Überraschungen im 1. Halbfinale +++

Beim 1. Halbfinale setzten sich im Expo Center von Tel Aviv großteils die prognostizierten Favoriten sowie ein Überraschungskandidat für einen Aufstiegs ins Finale am Samstag durch.

Qualifiziert für das Finale am 18. Mai sind:

  • Australien, Kate Miller-Heidke, "Zero Gravity"
  • Estland, Victor Crone, "Storm"
  • Griechenland, Katerine Duska, "Better Love"
  • Island, Hatari, "Hatrid mun sigra"
  • San Marino, Serhat, "Say Na Na Na"
  • Serbien, Nevena Bozovic ,"Kruna"
  • Slowenien, Zala Kralj & Gasper Santl "Sebi"
  • Tschechien, Lake Malawi, "Friend Of A Friend"
  • Weißrussland, Zena, "Like It"
  • Zypern, Tamta, "Replay"

Ausgeschieden im 1. Halbfinale sind:

  • Belgien, Eliot, "Wake Up"
  • Finnland, Darude, "Look Away"
  • Georgien ,Oto Nemsadze, "Keep On Going"
  • Montenegro, D mol, "Heaven"
  • Polen, Tulia, "Fire Of Love" (Pali Sie)
  • Portugal Conan Osiris "Telemoveis"
  • Ungarn, Joci Papai , "Az en apam"

+++ Zocker tippen auf Griechenland heute +++

Griechenland, Australien und Zypern stehen fix im Finale, wenn es nach den internationalen Wettern geht. Wenige Stunden vor dem Auftakt haben die Zocker ihr Urteil bereits gefällt, wie der Vergleich von elf Wettbüros zeigt.

Neben dem Führungstrio - das zwischen der stimmlich ein wenig an Amy Winehouse erinnernden Katerine Duska mit "Better Love", dem Opernpop der Australierin Kate Miller-Heidke ("Zero Gravity") und Zyperns beatlastigem "Replay" von Tamta changiert - werden von den Wettbüros auch Islands Hardrocker Hatari, der ungarische Romamusiker Joci Papai oder Serbiens Powerballade "Kruna" von Nevena Bozovic als Fixaufsteiger gestehen, wenn sie am Abend im Convention Center von Tel Aviv auf die Bühne gehen. Die Gruppe der zehn Finalticketkandidaten komplettieren demnach Tschechien, Slowenien, Belgien und Estland.

Die Koffer packen müssten hingegen laut Wettbüros die Kandidaten aus Montenegro, Finnland, Polen, Weißrussland, Georgien, Portugal und San Marino.

+++ Heute steigt das 1. Halbfinale +++

Heute, Dienstag, startet der Eurovision Song Contest in seine 64. Ausgabe. In der israelischen Hafenstadt Tel Aviv geht das 1. Halbfinale des musikalischen Großevents über die Bühne. Die Vertreter von 17 Nationen treten dabei gegeneinander um eines von zehn Finaltickets an. Die Runde der letzten 26 findet dann am Samstag statt.

+++ Israel will Gästen Sicherheitsbedenken nehmen +++

Wenige Tage vor dem European Song Contest (ESC) in Tel Aviv bemüht sich Israel darum, Besuchern mögliche Sicherheitsbedenken zu nehmen. Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, schloss in einem Interview zwar nicht aus, dass militante Palästinenser die Großveranstaltung nutzen könnten, um Verunsicherung zu erzeugen.

Er fügte aber hinzu: "Israel wird alles in seiner Macht Stehende tun, um solche Vorfälle zu verhindern und jegliche Beeinträchtigung dieser Veranstaltungen zu minimieren." Es würden alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, betonte der Botschafter. Die Vorbereitungen für den ESC würden in einer sehr routinierten Art und Weise getroffen. "Eine Sache, die Israel gelernt hat ist, in Zeiten von Bedrohungen einfach weiter zu leben."

Vor einer Woche war es zum schlimmsten Gewaltausbruch aus dem Gazastreifen seit fünf Jahren gekommen. Militante Palästinenser hatten rund 700 Raketen auf Israel abgefeuert, Israels Armee griff daraufhin Ziele im Gazastreifen an. Vier Israelis und 25 Palästinenser wurden getötet. Seit Montag halten sich beide Seiten weitgehend an eine Waffenruhe, die unter anderem mit ägyptischer Hilfe ausgehandelt worden war.

Der ESC mit Teilnehmern aus 41 Ländern läuft vom 14. bis 18. Mai in der Veranstaltungshalle Expo im Norden Tel Avivs. Zur Sicherung der musikalischen Europameisterschaft setzt Israel während der ganzen Woche rund 20.000 Polizisten ein.

+++ Die Teilnehmer 2019 +++

Dazu interessant: Hier gibt es einen großen Überblick aller Teilnehmer

Beim 1. Halbfinale (14. Mai):

Teilnehmer 1. Halbfinale (14. Mai)
Startplatz Land Künstler Song
1 Zypern Tamta "Replay"
2 Montenegro D mol "Heaven"
3 Finnland Darude "Look Away"
4 Polen Tulia "Fire Of Love (Pali sie)"
5 Slowenien Zala Kralj & Gasper Santl "Sebi"
6 Tschechien Lake Malawi "Friend of a Friend"
7 Ungarn Joci Papai "Az en apam"
8 Weißrussland Zena "Like It"
9 Serbien Nevena Bozovic "Kruna"
10 Belgien Eliot "Wake Up"
11 Gerogien Oto Nemsadze "Keep On Going"
12 Australien Kate Miller-Heidke "Zero Gravity"
13 Island Hatari "Hatrio mun sigra"
14 Estland Victor Crone "Storm"
15 Portugal Conan Osiris "Telemoveis"
16 Griechenland Katerine Duska "Better Love"
17 San Marino Serhat "Say Na Na Na"

Beim 2. Halbfinale (16. Mai):

Song Contest Teilnehmer 2. Halbfinale (16. Mai)
Startplatz Land Künstler Song
1 Armenien Srbuk "Walking Out"
2 Irland Sarah McTernan "22"
3 Moldau Anna Odobescu "Stay"
4 Schweiz Luca Hänni "She Got Me"
5 Lettland Carousel "That Night"
6 Rumänien Ester Peony "On A Sunday"
7 Dänemark Leonora "Love Is Forever"
8 Schweden John Lundvik "Too Late For Love"
9 Österreich Paenda "Limits"
10 Kroatien Roko "The Dream"
11 Malta Michela "Chameleon"
12 Litauen Juri Veklenko "Run With The Lions"
13 Russland Sergey Lazarev "Scream"
14 Albanien Jonida Maliqi "Ktheju tokes"
15 Norwegen Keiino "Spirit In The Sky"
16 Niederlande Kuncan Laurence "Arcade"
17 Nordmazedonien Tamara Todevska "Proud"
18 Aserbaidschan Chingiz "Truth"

Fix im Finale (18. Mai):

Song Contest Finale (18. Mai)
Land Künstler Song
Deutschland Sisters "Sister"
Frankreich Bilal Hassani "Roi"
Großbritannien Michael Rice "Bigger Than Us"
Israel Kobi Marimi "Home"
Italien Mahmood "Soldi"
Spanien Miki "La venda"

+++ Die Regeln +++

- Der Wettbewerbssong darf nicht länger als drei Minuten sein. Politische Botschaften etwa auf T-Shirts oder Bannern, per Handzeichen oder verbal sind verboten. Es dürfen maximal sechs Menschen, aber keine Tiere auf der Bühne stehen. Der Interpret muss am Tag des Halbfinales zumindest 16 Jahre alt sein und darf die Sprache des Vortrags frei wählen.

So weit, so klar. Etwas komplexer ist der potenzielle Weg, wie der Gewinner oder die Gewinnerin des Musikwettbewerbs gekrönt wird.

- Einen garantierten Startplatz im Finale haben grundsätzlich immer die Vertreter der größten Geldgeber der European Broadcasting Union (EBU) und der Titelverteidiger. 2019 bildet sich dieser erlauchte Kreis aus folgenden sechs Ländern: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien als "Big Five" sowie Israel als Titelverteidiger und Gastgeber.

- Die "Big Five"-Länder und Gastgeber Israel werden heuer bereits zum vierten Mal ihren Song in jenen Halbfinalen präsentieren, in denen die Länder auch stimmberechtigt sind. Vorqualifiziert bleiben die sechs Nationen fürs Finale aber dennoch.

- In den zwei Halbfinalen werden je zehn Finaltickets vergeben. Insgesamt matchen sich im Finale also 26 Nummern um Europas Sangeskrone.

- Alle 41 Länder , die beim heurigen ESC teilnehmen, sind beim Finale stimmberechtigt - auch jene, die bereits in den Halbfinalen ausgeschieden sind.

- Die Wertung eines Landes setzt sich aus dem Votum des Publikums via Anruf, App oder SMS sowie dem Votum einer fünfköpfigen Expertenjury zusammen. Derzeit werden die beiden Teilergebnisse im Verhältnis 50:50 gewichtet. Die besten zehn Titel werden mit 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10 und 12 Punkten bewertet.

- Die Punkte der Jurys und der Zuschauerabstimmung werden dabei nicht pro Land kombiniert, sondern einzeln gewertet. Konkret vergibt damit jedes Land also zweimal 12 Punkte. Zunächst stellen die Ländersprecher in gewohnter Manier am Finalabend nur die 12 Punkte der Jurywertung vor, während die Punkte 1 bis 8 sowie 10 eingeblendet werden. Dann ist das Publikumsvoting an der Reihe, wobei heuer eine kleine Neuerung im Ablauf vorgesehen ist: Als erstes werden die Publikumspunkte für jenes Land genannt, das am wenigsten Punkte von den Jurys erhalten hat. Der Gewinner des Juryvotings indes bekommt als letztes seine Publikumspunkte genannt. Dieses System soll den Gewinner möglichst lange offen halten - und die Spannung steigern, sollten die Zuschauer das Prozedere verstehen.

- Sollte es trotz allen mathematischen Bemühungen am Ende einen Gleichstand zwischen zwei Ländern geben, gewinnt jenes Land, das vom Publikum höher bewertet wurde. Das Zuschauervotum hat in diesem Fall also Vorrang. Sollte auch die Zahl der Zuschauerstimmen für die beiden Songs genau gleich sein, liegt jener Song vorne, der aus mehr Ländern Publikumsstimmen bekommen hat. Sollte auch diese Zahl gleich sein, obsiegt jenes Land, das öfter 12 Punkte bekommen hat. Wenn auch dies keinen Sieger ermittelt, wird diese Regelung bis hinunter zu 1 Punkt fortgeführt. Und sollte der mathematisch unwahrscheinliche Fall eintreten, dass sich auch bis zu Punkt 1 für beide Länder ein Gleichstand ergibt, wird das Land zur Siegernation gekürt, das die frühere Startnummer im Finale hatte. Zumindest in diesem Fall ist eine niedrige Startnummer also von Vorteil.

+++ Fragen und Antworten +++

Was ist denn der Eurovision Song Contest jetzt eigentlich ganz genau?

Im Jahr 1955 beschloss die Europäische Rundfunkunion (EBU) - ein Zusammenschluss der staatlichen und öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten diesseits des Eisernen Vorhangs - ein gemeinsames Projekt: den Grand Prix of the Eurovision. 1956 wurde der Musikwettbewerb erstmals in der Schweiz veranstaltet - mit nur sieben teilnehmenden Ländern. Österreich hatte damals den Anmeldeschluss verpasst.

Und wieso heißt der Song Contest nicht mehr Grand Prix?

Der Wettbewerb hat viele Namen: Im deutschsprachigen Fernsehen nannte man ihn anfangs Grand Prix Eurovision de la Chanson oder auf Deutsch Großer Preis der Eurovision, die erste Ausgabe in Lugano hatte den italienischen Titel Gran Premio Eurovisione Della Canzone Europea. Schon 1960 hieß der Wettbewerb in Großbritannien Eurovision Song Contest. 1992 wurde dieser Titel dann international anglisiert vereinheitlicht.

Nach welchen Kriterien wird über den Austragungsort entschieden?

Nach den ersten drei Wettbewerben in der Schweiz, in Deutschland und den Niederlanden (1956/1957/1958) wurde die Regel eingeführt, dass jeweils das Siegerland den nächsten ESC ausrichten darf. In der Vergangenheit wurde allerdings auch schon auf diese Ehre verzichtet - meist, um Kosten zu sparen. Die Niederlande (1960), Frankreich (1963), Monaco (1972) und Luxemburg (1974) ließen etwa Großbritannien ran und der heurige Gastgeber Israel überließ 1980 den Niederlanden den ESC.

Okay, aber dafür findet der Song Contest zumindest immer in der Hauptstadt des jeweiligen Gastgeberlandes statt?

Wer behauptet denn so was? Der ESC-Zirkus gastiert sogar gerne außerhalb der großen Metropolen: So finden sich weniger glamouröse Austragungsorte wie Harrogate, Brighton, Millstreet, Düsseldorf oder Malmö auf der Liste der ESC-Städte. Die Hauptstädte sind bei den Austragungsorten jedoch zugegebenermaßen in der Mehrheit. Inklusive Tel Aviv heuer steht es derzeit 41:23.

Wie viele Länder haben bisher teilgenommen?

Insgesamt 52 Länder finden sich in den Ergebnislisten des ESC, darunter auch Kleinstaaten wie Andorra, Monaco und San Marino. Marokko ist das einzige afrikanische Land, das bis dato mit von der Partie war (1980), Australien ist seit 2015 mit dabei. Und schließlich gibt es mit Jugoslawien oder Serbien & Montenegro Staaten in der ESC-Historie, die heute gar nicht mehr existieren. Von den unabhängigen Staaten Europas haben bis dato einzig Liechtenstein und
der Vatikan noch nie einen Kandidaten ins Rennen geschickt. Allerdings bemüht sich der liechtensteinische 1 FL TV schon länger um eine EBU-Mitgliedschaft
und um eine Teilnahme am ESC.

Gibt es Top- und Flopnationen?

Aber hallo! Irland ist mit sieben Siegen top, auch wenn der letzte Gewinn 20 Jahre zurückliegt; Deutschland hingegen liegt bei den Teilnahmen vorne: Zum 63. Mal wird die Bundesrepublik heuer dabei sein (Österreich zum 52. Mal). Großbritannien ist Topgastgeber, achtmal war der ESC auf der Insel zu Gast. Als Flopländer kann man wohl jene bezeichnen, die nie gewonnen haben - das sind immerhin 25 von 52 Partizipanten. Von diesen sind Andorra und Montenegro die schlechtesten: Sie haben insgesamt 0 Punkte auf ihrem Eurovisionsfinalkonto.

Wie kann es sein, dass Israel, Marokko oder Aserbaidschan beim ESC teilnehmen?

Die Teilnehmerländer des Eurovision Song Contests richten sich nicht nach der geografischen Lage in Europa, sondern nach der Mitgliedschaft in der Rundfunkunion EBU (European Broadcasting Union) mit Hauptsitz in Genf. Die 1950 gegründete EBU hat derzeit 71 Mitglieder in 56 Ländern, wozu auch Nationen in Nordafrika und dem Nahen Osten gehören.

Und wie kommt dann Australien ohne EBU-Mitgliedschaft zu ESC-Ehren?

Australien - seit vielen Jahren mit einer der fanatischsten ESC-Fan-Communitys gesegnet - wurde auf Betreiben des ORF zum Jubiläums-ESC in Wien 2015 eingeladen - eigentlich nur ausnahmsweise. Aufgrund des Erfolges des sympathischen Teilnehmers Guy Sebastian wurde die Idee aber auch für Stockholm 2016, für Kiew 2017, Lissabon 2018 und nun Tel Aviv 2019 verlängert. Provisorien halten eben doch am längsten.

Wer waren die Gewinner seit 1956?

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